2296216

IT-Buzzwords einfach erklärt: So kann jeder über Container, SQL und Co. mitreden

05.09.2017 | 11:00 Uhr |

Die Technikbranche wirft mit Jargon und Schlagwörtern um sich, bei denen Außenstehende oft nur Bahnhof verstehen. Einige Begriffe erklären wir hier.

Um neue Technologien und Prozesse auch Mitarbeitern anderer Bereiche zu erklären, müssen sich IT-Experten etwas Mühe geben, diese Schlagwörter verständlich zu erklären, wenn sie nicht auf Unverständnis stoßen möchten. Denn gerade durch Unverständnis kommen die meisten Datenverletzungen, Schatten-IT oder fehlende IT-Investitionen zustande.

Egal, ob man sich selbst informieren oder anderen Hilfestellung geben möchte, hier werden ein paar Begriffe erklärt. Wenn also das nächste Mal die Frage auftaucht, was „diese Blockchain, von der dauernd geredet wird“ eigentlich ist, können auch IT-Laien die Bedeutung, Nutzen und Tragweite erklären.

Blockchain

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die eine stetig wachsende Liste geordneter Datensätze enthält, Blöcke genannt. Sobald Daten in einem Block aufgezeichnet wurden, können sie nicht mehr geändert werden. Deshalb gilt die Blockchain als verifizierbares und dauerhaftes Kontobuch.

Lesetipp: Ihre digitale Identität in der Blockchain verwalten

Bei Blockchain handelt es sich um eine peer-to-peer Ledger-Technologie - oder auch Distributed Ledger (DLT), wörtlich ein „verteiltes Kontobuch“.

Es ist die technologische Grundlage virtueller Währungen wie Bitcoin oder Ether und dient dazu, im digitalen Zahlungs- und Geschäftsverkehr Transaktionen von Nutzer zu Nutzer aufzuzeichnen.

Die Blockchain-Technologie findet unter Finanzinstituten schon seit einigen Jahren Beachtung. 2016 verbreitete sich die Technologie jedoch auch jenseits der Grenzen des Finanzsektors.

In einer Zeit, in der Unternehmen mit Datenverwaltung und -sicherheit zu kämpfen haben, bietet Blockchain scheinbar eine perfekte Lösung. So werden beispielsweise aktuell Einsatzmöglichkeiten für Lieferketten getestet und implementiert, um die Sicherheit, den Schutz und die Integrität der mit diesen Prozessen verbundenen Daten zu gewährleisten.

Blockchain scheint hier die Lösung der Probleme vieler Unternehmen zu sein. Mit ihrer vermeintlichen Fähigkeit, die Integrität von Dokumenten zu belegen, kann mithilfe der Blockchain-Technologie nahezu alles aufgezeichnet werden, vom Gütertransfer bis hin zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren.

Tatsächlich kann Blockchain Unternehmen dabei helfen, etwas zu wecken, was heute schwer zu erfassen ist: Vertrauen.

Der Hype um Blockchain nahm in diesem Jahr kontinuierlich zu, was deutlich mehr Forschung zur Technologie und ihren Funktionen nach sich zieht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dabei bereits einsatzbereite neue Funktionen entstehen.

Deutlich turbulenter wird es voraussichtlich 2018 zugehen, wenn immer mehr Unternehmen Data-Ledger-Technologien wie Blockchain einsetzen werden, um ihre Datenverwaltungsprobleme zu lösen.

SQL

Structured Query Language, kurz SQL, ist die Standardsprache, über die Managementsysteme für relationale Datenbanken mit der Datenbank kommunizieren. Insbesondere MySQL ist ein Open-Source-Managementsystem für relationale Datenbanken, das von vielen namhaften großen Websites wie Google, Facebook und Twitter verwendet wird.

Datenbank-Administratoren können mithilfe von SQL Datenbanktabellen und Indexstrukturen verändern, indem sie Datenzeilen hinzufügen, aktualisieren oder löschen und Daten zur Analyse und Transaktionsverarbeitung sammeln.

SQL-Operationen sind in Form von Anweisungen geschriebene Befehle zum Hinzufügen, Einfügen, Löschen, Ändern und Aktualisieren von Daten.

Noch vor wenigen Jahren basierten nur wenige Projekte auf Open-Source-Datenbanken, da diese noch unausgereift und fragmentiert waren. MySQL unterstützte zum Beispiel keine Transaktionen. Die meisten Anwendungen basierten auf Oracle, SQL Server, DB2 und ähnlichem.

In den folgenden Jahren entwickelte sich MySQL zu einem Datenbankmodul für eine Vielzahl von Websites und kommerziellen Anwendungen. 2008 erwarb Sun Microsystems MySQL AB. Sun wiederum wurde 2010 von Oracle übernommen. Der Umstand, dass MySQL nun Oracle gehörte, führte zu einigen Ablegern wie MariaDB und Percona.

SaaS, FaaS, PaaS …

Software-as-a-Service (SaaS) ist ein Lizenz- und Bereitstellungsmodell, bei dem Software auf Abonnementbasis lizenziert und zentral gehostet wird.

Einen Schritt weiter geht Function-as-a-Service (FaaS). Bei dieser neuen Cloud-Computing-Kategorie können Kunden Anwendungsfunktionen entwickeln, ausführen und verwalten, ohne dass sie sich mit der Gestaltung und Überwachung der Back-end-Infrastruktur belasten müssen. Der Dienst soll dazu beitragen, die Hemmschwelle gegenüber Programmiersprachen zu überwinden. Dazu wird die Plattform-Architektur abgekoppelt, so dass IT-Experten ohne zusätzliche Installationen Programme für spezifische Aufgaben entwickeln können.

Der Beginn eines neuen Kapitels im Bereich Cloud Computing zeigt auf, dass der Cloud-Markt von seinen Anfängen als Infrastructure-as-a-Service bis hin zu PaaS, SaaS, FaaS und auch darüber hinaus immer ansprechender wird.

In naher Zukunft werden sich spezialisierte Dienste wie FaaS immer stärker ausbreiten, insbesondere angesichts der gezielten Effizienzsteigerungen, die das Benutzererlebnis und die Preisstruktur verbessern werden.

Besonders attraktiv ist, dass nahezu jede Art der Anwendung oder Funktion ohne die Verwaltung der Infrastruktur durch IT-Experten ermöglicht wird.

Container

Viele frühe Anwender von Containern glauben, dass sie ein Ersatz für virtuelle Maschinen sind. Dem ist jedoch nicht so. Ein Container besteht aus einer kompletten Laufzeitumgebung (eine Konfiguration aus Hardware und Software): eine Anwendung, ihre Abhängigkeiten, Bibliotheken und weitere Binärdateien sowie Konfigurationsdateien, die zu ihrer Ausführung benötigt werden. All das ist in einem schlanken Paket zur temporären Verwendung gebündelt.

Wenn sie korrekt implementiert wurden, ermöglichen Container deutlich agilere und mobile Software-Entwicklungsumgebungen. So sind Container von Anbietern wie Google, Docker, Core OS und Joyent laufend ein wichtiges Diskussionsthema im Bereich Cloud Computing.

In den letzten Jahren haben IT-Abteilungen aus allen bedeutenden Branchen – von Finanzen bis hin zu E-Commerce – Container als interessante Methode zur Betriebssystem-Virtualisierung entdeckt (das Betriebssystem verhindert viele isolierte Benutzer-Bereichsinstanzen).

Die branchenweite Aufmerksamkeit führte jedoch massenhaft zu einer vorschnellen Einführung, ohne dass die Unterschiede zwischen Containern und virtuellen Maschinen den Unternehmen wirklich bewusst waren.

Erwartungsgemäß spielen Container in diesem Jahr eine noch größere Rolle als bisher. IT-Teams erkennen zunehmend, wie Container-Technologie in Verbindung mit einer virtuellen Infrastruktur für IT-Operationen auch in der Praxis eingesetzt werden kann.

Je stärker sich Container als Computing-Strategie in IT-Abteilungen etablieren, desto mehr steigen die Sicherheitsanforderungen und der Bedarf an IT-Experten, die mit den speziellen Programmiersprachen der Container-Technologie vertraut sind.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2296216