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ISO, IMG und Co. - So brennen Sie Images unter Linux

27.02.2020 | 11:09 Uhr | Hermann Apfelböck

Wer sich mit Linux und Platinen-PCs beschäftigt, nutzt System-Downloads in Form von Image-Dateien (ISO und IMG). Um solche Images bootfähig auf USB-Stick, CD/DVD oder SD-Karte zu schreiben, ist spezielles Werkzeug erforderlich.

Der souveräne Umgang mit Linux-Abbilddateien im ISO- und im IMG-Format gehört zum Alltag eines jeden Linux-Nutzers. Selbst wenn Sie nicht zu den Experimentierfreudigen gehören, führt über kurz oder lang an eigenen Downloads und an der Herstellung von bootfähigen Linux-Datenträgern kein Weg vorbei. Dank einschlägiger Werkzeuge ist dies heute ein ebenso einfacher wie zuverlässiger Vorgang.

Die Kopierwerkzeuge für ISO-Abbilder 

Um aus dem Internet geladene ISO-Abbilder bootfähig auf CD/DVD oder USB und SD-Karte zu kopieren, gibt es einschlägige Tools. Beim Schreiben von Abbildern müssen Sie das Zielmedium immer sorgfältigst kontrollieren, damit Sie nicht anstatt eines USB-Sticks eine große USB-Festplatte überschreiben. Zum Identifizieren des richtigen Ziels helfen unter Ubuntu der Terminal-Befehl lsblk oder grafische Werkzeuge wie gnome-disks („Laufwerke“), wobei das Zielmedium anhand der Kapazität und Datenträgerbezeichnung eindeutig zu ermitteln ist. Die Kopierwerkzeuge Win 32 Disk Imager , Unetbootin und Etcher bieten interne Festplatten als Schreibziel standardmäßig erst gar nicht an.

Unter Linux auf CD/DVD kopieren: Für das Schreiben von ISO-Images auf optische Medien empfehlen wir das Programm Brasero . Wo es fehlt, ist es über die Paketquellen und den Paketnamen „brasero“ bei Bedarf schnell nachinstalliert. Mittels Brasero lassen sich unter Linux am bequemsten bootfähige CDs (ISOs bis 700 MB) oder DVDs (größer als 700 MB) brennen. Ganz ähnlich wie beim Infrarecorder unter Windows genügt im Brasero-Startmenü die Wahl „Abbild brennen“ und anschließend die Auswahl der ISO-Datei.

Lesetipp: Virtuelle Systeme einsatzbereit aus dem Web laden

Unter Windows auf CD/DVD kopieren: Unter Windows empfehlen wir den kostenlosen Infrarecorder, um je nach Image-Größe CDs (ISOs bis 700 MB) oder DVDs (ISOs größer als 700 MB) zu brennen. Natürlich beherrschen auch große Brennprogramme wie Nero diesen Job. Im Infrarecorder wählen Sie bitte nach dem Start die Option „Write Image“ und navigieren im gestarteten Auswahldialog zur gewünschten ISO-Datei. Bei eingelegtem Rohling müssen Sie dann nur noch auf „OK“ klicken, um den Schreibvorgang auszulösen. Weitere Experteneinstellungen in diesem Dialog und unter „Erweitert“ müssen Sie nicht bemühen.

Live-Systeme durch persistenten Speicher aufwerten: Unetbootin macht Ubuntu-basierte Live-Systeme durch diese Option anpassungsfähig.
Vergrößern Live-Systeme durch persistenten Speicher aufwerten: Unetbootin macht Ubuntu-basierte Live-Systeme durch diese Option anpassungsfähig.

Unter Linux und Windows auf USB oder SD-Karte kopieren: Das Tool Unetbootin gibt es für Linux, Windows und Mac-OS. Um ein ISO-Image auf USB-Stick zu befördern, wählen Sie im Dialog unten die Option „Abbild“ und navigieren danach mit der Schaltfläche „...“ zur gewünschten Datei. In der Folge wählen Sie neben „Typ“ die Option „USB-Laufwerk“, und neben „Laufwerk“ geben Sie die Kennung des USB-Sticks an. Mit „OK“ starten Sie den Kopiervorgang.

Tipp zu Unetbootin: Unetbootin kann Ubuntu-Live-Systeme aufwerten. Wenn Sie eine beliebige Ubuntu-Variante inklusive der zahlreichen Derivate wie zum Beispiel Linux Mint, Elementary OS oder Zorin-OS auf USB schreiben, dann können Sie im Programmfenster hinter „Platz um Dateien zwischen Neustarts zu erhalten“ eine Speichergröße festlegen, beispielsweise „4000 MB“. Dies ermöglicht es, im späteren Live-System Programme dauerhaft zu installieren und das Live-System individuell einzurichten. Systemeinstellungen und nachinstallierte Programme bleiben erhalten.

Unter Linux und Windows „roh“ auf USB und SD-Karten kopieren: Die ISO-Abbilder aller Ubuntu-Distributionen enthalten alle notwendigen Informationen einschließlich der Bootumgebung – sowohl für optische CD/DVD als auch für USB/SD-Karte (hybrid). Deshalb reicht eine 1:1-Rohkopie auf USB/ SD-Karte völlig aus, um ein bootfähiges Medium zu erhalten. Unetbootin, das seine eigene Bootumgebung schreibt, benötigen Sie aus diesem Grund lediglich, wenn Sie die „Persistenz“- Option von Unetbootin verwenden möchten.

Der einschlägige Rohkopierer dd unter Linux ist das Kommandozeilentool dd mit dieser Syntax: 

sudo dd if=[Pfad/Name].iso of=/dev/sd[x] 

Nach „if=“ (Inputfile) folgt der Name, gegebenenfalls der komplette Pfad der ISO-Datei, nach „of=“ (Outputfile) die Kennung des Zielgeräts.

Ein bequemer Rohkopierer unter Ubuntu ist das grafische Gnome-Disks (siehe Abbildung links). Hier markieren Sie links in der Laufwerksspalte zunächst das gewünschte Ziellaufwerk und wählen als Nächstes über das Zahnradsymbol die Option „Laufwerksabbild wiederherstellen“. Sie erhalten nun ein Navigationsfenster, um das zu kopierende ISO-Image auszuwählen.

Der einschlägige Rohkopierer unter Windows heißt Win 32 Disk Imager . Hier genügt es, die Quelldatei („Image File“) und das Zielgerät („Device“) anzugeben. Die Schaltfläche „Write“ startet den Kopiervorgang. 

Der plattformübergreifende Etcher

Mit Etcher  gibt es einen weiteren grafischen Rohkopierer für ISO- und IMG-Kopien auf USB-Sticks und SD-Karten. Etcher läuft unter Linux, Windows und Mac-OS und sieht unter jedem System gleich aus. Er hat bei einfachster Bedienung ein paar Komfortoptionen, insofern er neben ISO und IMG auch die Packerformate ZIP, RAW und XZ direkt verarbeitet (also vorheriges Auspacken erspart). Ein weiterer Service von Etcher ist es, per Standard nur portable Datenträger als Ziel anzubieten. Technische Gründe, Etcher einem Gnome-Disks, dd, Unetbootin oder Win 32 Disk Imager vorzuziehen, gibt es nicht. 

Images für Platinen

Wer sich mit Platinen-PCs wie dem Raspberry beschäftigt, nutzt Betriebssysteme in Form von Image-Dateien (mit Extension „.img“). Um solche Images bootfähig auf SD-Speicherkarten zu schreiben, ist ein SD-Kartenleser erforderlich, wie ihn viele Notebooks und auch etliche PCs standardmäßig enthalten. Als Software sind wieder zwei Werkzeuge einschlägig, die schon der Haupttext beschreibt, nämlich das Terminal-Programm dd unter Linux und Mac-OS sowie der Win 32 Disk Imager unter Windows. Platinen-Images werden allerdings typischerweise im komprimierten Format XZ angeboten. Erst das Entpacken bringt das IMG-Abbild zutage. Linux und Mac-OS können mit diesem Packerformat standardmäßig umgehen („Archivverwaltung“), Windows jedoch nicht. Daher brauchen Sie unter Windows zusätzlich den kostenlosen 7-Zip-Packer . Falls der Dateityp „.xz“ mit 7-Zip verknüpft ist, genügt ein Doppelklick der „xz“-Datei zum Start des Packers, andernfalls starten Sie 7-Zip direkt und navigieren mit dessen Dateimanager zum betreffenden Archiv, um es nach dem Markieren zu „Entpacken“.

Wichtiger Unterschied zwischen ISO- und IMG-Abbildern: Bei Platinen-Images handelt es sich nicht um Live-Systeme, sondern bereits um vollständige, endgültige Betriebssysteme. Kopieren auf SD-Karte – Karte in die Platine stecken – Platine starten – fertig. Eine Installation entfällt, jedoch steht danach natürlich eine Ersteinrichtung des Systems und das Abändern der vorgegebenen Anmeldekennwörter an.

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