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Island: Bitcoin-Miner verbrauchen mehr Strom als Privathaushalte

13.02.2018 | 15:52 Uhr |

In Island siedeln sich immer mehr Rechenzentrum zur Erzeugung von Bitcoins an. Deren Stromverbrauch steigt rasant.

Island erzeugt seinen Strom fast ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft und Erdwärme. Aus diesem Grund sind die Strompreise im Inselstaat auch vergleichsweise niedrig. Diese Tatsache lockt seit einigen Jahren immer mehr Unternehmen nach Island, die dort Rechenzentren zur Erzeugung der Kryptowährung Bitcoin bauen. Was die heimische Wirtschaft ankurbelt, könnte für die Stromproduzenten in Island jedoch bald zum Problem werden.

In diesem Jahr verbrauchen die Bitcoin-Miner in Island erstmals mehr Strom als alle Privathaushalte des Inselstaates mit ihren rund 347.000 Einwohnern zusammen. Wie Johann Snorri Sigurbergsson, Sprecher des isländischen Energieunternehmens HS Orkas, gegenüber der BBC bestätigt , liegt der jährliche Stromverbrauch der Bitcoin-Rechenzentren mittlerweile bei veranschlagten 840 Gigawattstunden. Die Haushalte des am dünnsten besiedelten Landes in Europa kommen zusammengenommen nur auf 700 Gigawattstunden. Laut Sigurbergsson wollen sich immer mehr Rechenzentren in Island ansiedeln. Doch nicht allen der zahlreichen Anfragen kann das Land stattgeben. "Wenn all diese Projekte realisiert werden, haben wir nicht genug Energie dafür," so Sigurbergsson. Die meisten Bitcoin-Miner stehen aktuell in China, wo günstiger Strom durch Wasserkraftwerke erzeugt wird, und in der Inneren Mongolei. Dort kommt die benötigte Energie allerdings aus Kohlekraftwerken.  

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