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Reinigungsleistung und Fazit zum Roomba 980

21.11.2017 | 12:58 Uhr |

Reinigungsleistung: Gut, aber Schwäche auf dickem Teppich

Roomba 980 passt von der Höhe nach wie vor unter gängige Sofas und Betten - prima. Das Topmodell von iRobot reinigt ziemlich flott und augenscheinlich planvoll unsere Wohnung. Hindernisse umfährt Roomba souverän, kleinere Unebenheiten oder Erhebungen meistert er. Während unseres Testzeitraums fuhr er sich nicht fest. Das Betriebsgeräusch ist aber durchaus laut, nur das laute Anstoßen an den Rändern entfällt bei Roomba 980.

Fusel bleiben auf dem Teppich zurück.
Vergrößern Fusel bleiben auf dem Teppich zurück.

Teppichboden-Erkennung: Wenn Roomba 980 einen Teppich überfährt, aktiviert er automatisch den Turbo-Teppich-Modus und wird dann hörbar lauter. Doch ausgerechnet auf einem unserer Teppiche schwächelt Roomba 980.

Fusel bleiben auf dem Teppich zurück.
Vergrößern Fusel bleiben auf dem Teppich zurück.

Das Reinigungsergebnis ist insgesamt zwar gut, sowohl auf glattem Parkett, als auch auf Laminat und auf flachen Teppichen. Doch es gibt eben eine Ausnahme: einen rund einen Zentimeter hohen roten Teppich. Auf ihm dröhnt Roomba im Turbo-Teppich-Modus zwar laut vor sich hin, doch etliche feine Flusen bekommt er nicht weg. Kurios: Unser rund vier Jahre alter Roomba 620 entfernt deutlich mehr Flusen aus dem roten Teppich und reinigt ihn somit besser.

Fusel bleiben auf dem Teppich zurück.
Vergrößern Fusel bleiben auf dem Teppich zurück.

Von diesem speziellen Teppich-Problem einmal abgesehen sind wir mit der Reinigungsleistung aber zufrieden.

Die beiden mit Roomba 980 mitgelieferten Virtual Walls,
Vergrößern Die beiden mit Roomba 980 mitgelieferten Virtual Walls,

Barrieren – Virtual Walls

Sehr zuverlässig funktionieren die beiden mitgelieferten Barrieren Dual Modus Virtual Walls. Roomba hält vor ihnen mit einigen Zentimetern Abstand an und dreht dann um. Ob diese batteriebetriebenen Barrieren immer die richtige Lösung sind, um Roomba zu stoppen, bleibt dahingestellt. Denn wenn man wirklich völlige Ruhe haben möchte, macht es mehr Sinn, die Tür zu dem Raum zu schließen, in dem Roomba saugt. Trotz einer gewissen Geräuschreduzierung gegenüber früheren und preiswerteren Modellen verursacht Roomba 980 nach wie vor ziemlich viel Lärm bei der Arbeit. Konzentriertes Arbeiten oder ein entspanntes Gespräch sind während des Saugens nicht möglich.

Die Dual-Mode Virtual Wall Lighthouses arbeiten mit Infrarot.

Clean Map: Hier saugt Roomba

Die Clean Map ist eine Karte, die zeigt, wo genau Roomba 980 gesaugt hat und wo nicht. Außerdem zeigt die Karte, von welchem Punkt aus Roomba losgefahren ist. Damit erkennen Sie sofort, wo Roomba in seiner Arbeit behindert wird, beispielsweise durch Standfüße von Möbeln oder durch andere Hindernisse auf dem Boden. Diese „Reinigungskarten“ sind ein durchaus nützlicher Gag.

Die Clean Map zeigt unser Wohnzimmer. Die weißen Stellen zeigen, wo Roomba nicht saugen konnte.
Vergrößern Die Clean Map zeigt unser Wohnzimmer. Die weißen Stellen zeigen, wo Roomba nicht saugen konnte.

Doch die Clean Map steht erst ab Firmware-Version 2.2 zur Verfügung. Wenn auf Ihrem Roomba eine ältere Firmware-Version installiert ist, dann müssen Sie die neue Version installieren lassen. Das Update der Firmware können Sie nicht von Hand starten, sondern Roomba soll es sich selbstständig nachts herunterladen. Dazu muss Roomba nachts auf der Ladestation stehen – also nicht saugen - und mit dem WLAN verbunden sein.

Im Test zeigten sich aber Schwächen beim automatischen Firmware-Update: Wir bekamen es erst aufgespielt, als wir iRobot in den USA auf unser Update-Problem aufmerksam machten. iRobot kannte die Seriennummer unseres Testgeräts und hat die neue Firmware vermutlich gezielt auf unserem Roomba 980 installiert. Denn auf einem anderen Roomba 980, den ein Bekannter von uns gekauft hatte und bereits mehrere Monate besaß, wurde die aktuellste Firmware-Version bis heute nicht installiert, obwohl er seinen Roomba ebenfalls nachts immer auf der Ladestation stehen hat und mit WLAN verbunden ist.

Firmware-Update ist wichtig.
Vergrößern Firmware-Update ist wichtig.

App und WLAN-Verbindung

Die iRobot Home-App gibt es für iOS und für Android. Sie bietet vier wesentliche Vorteile:

A) Sie können einen Reinigungsvorgang von jedem Punkt der Erde via Internetverbindung beginnen lassen. Sie befinden sich zum Beispiel bereits in der Arbeit und haben vergessen, Roomba vor dem Verlassen der Wohnung von Hand zu starten? Kein Problem, ein Druck auf den Clean-Button auf der App löst das Problem. Oder Sie wollen noch nicht frühmorgens beim Verlassen der Wohnung bereits den Saugvorgang starten, um Ihre Nachbarn nicht zu stören? Dann starten Sie den Saugvorgang einfach später von der App aus (wobei Sie hierfür alternativ auch den „Wöchentlichen Zeitplan“ verwenden können). Man kann Roomba in der App außerdem so einstellen, dass er noch einen weiteren Reinigungsdurchgang fährt, um noch sauberer zu arbeiten. Damit geht aber der Zeitvorteil gegenüber Roomba 620 verloren.

B) Sie können die Arbeit von Roomba überwachen und bekommen ausführliche Reports zu den Reinigungsvorgängen und zum Akkuladestand. Ob man wirklich immer so detailliert wissen will, wie lange und wie viele Quadratmeter Roomba jeweils gereinigt hat, lassen wir mal dahingestellt. Das dürfte eher für besonders pedantische Zeitgenossen spannend sein. Für den Normalanwender dürfte es völlig ausreichen, wenn die Wohnung sauber wird. Die Clean Map ist aber durchaus vorteilhaft, weil sie anzeigt, wo Roomba nicht reinigen konnte. Außerdem sehen Sie in der App die installierte Firmware-Version.

C) Die App bietet außerdem eine Anleitung zur Wartung/Reinigung und Pflege. Sie können in der App auch Ersatzteile nachkaufen. Hier gilt aber die gleiche Warnung wie bei den Apps der Automobilhersteller, die die Möglichkeit bieten, direkt Servicetermine bei der Vertragswerkstatt auszumachen: Kaufen Sie nicht leichtfertig, sondern vergleichen Sie die Preise mit Angeboten aus dem Internet!

Diese Funktion der App dient auch zur Kundenbindung, unter Umständen zum Nachteil des Kunden!

D) Die Timer-Programmierung „Wöchentlicher Zeitplan“ über die App geht deutlich einfacher als über das alte Timer-Menü direkt am Roboter. Damit legen Sie fest, an welchem Tag um welche Uhrzeit Roomba automatisch lossaugen soll.

Die App ermöglicht es dem Benutzer jedoch nicht, den Roboter direkt zu steuern. Sie können Roomba also nicht per App in eine bestimmte Ecke Ihrer Wohnung dirigieren, wenn Sie dort Schmutz sehen. Man kann von der App aus auch nicht die Spot-Reinigung starten.

Übrigens: Wenn der Akku leer ist, dann können Sie auf Roomba nicht mehr per App zugreifen.

Datenschutz und Privatsphäre

Roomba 980 verbindet sich mit Ihrem WLAN und ist dann aus dem Internet erreichbar. Zudem filmt die iAdapt-Kamera Ihre Wohnung. Die Kamera soll zwar nur eine niedrige Auflösung haben und nur helle und dunkle Punkte aufzeichnen. Das Bild der Kamera soll zudem laut iRobot nicht ins Internet übertragen werden, sondern auf dem Roomba bleiben. Doch gefilmt wird nun einmal. Diese beiden Aspekte müssen Ihnen klar sein, wenn Ihnen Ihre Privatsphäre wichtig ist. Und iRobot kann Ihnen jederzeit ein Firmware-Update aufspielen – wie es in unserem Fall passiert ist, damit wir die Map-Funktion nutzen konnten.

Reinigungsbericht.
Vergrößern Reinigungsbericht.

Fazit: Guter Saugroboter, doch 1000 Euro sind zu teuer

Der Highend-Staubsaug-Roboter Roomba 980 für 999,99 Euro (UVP) reinigt grundsätzlich gut, relativ schnell und ohne das laute Anstoßen, wie man es von den preiswerten Einstiegsmodellen beziehungsweise den älteren Roombas kennt. Die Möglichkeit, den Saugvorgang jederzeit auch von unterwegs aus starten zu können, kann Ärger mit den Nachbarn vermeiden helfen, wenn der Roomba nicht schon frühmorgens beim Verlassen der Wohnung lossaugen muss. Die Übersichtskarte in der App ist ebenfalls pfiffig. Wirklich praktisch sind die Gummi-Walzen, die den Wartungsaufwand reduzieren.

Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob derlei Komfort-Funktionen wirklich einen fast drei Mal so hohen Preis wie für das Einstiegsmodell Roomba 620 rechtfertigen. Roomba 620 reinigt fast genauso gut, ist auf Teppich sogar ebenbürtig und braucht nur geringfügig länger für den Reinigungsvorgang. Der Hauptunterschied sind die lauteren Anstoßgeräusche von Roomba 620 und dessen fehlende App. Außerdem können Sie mit Roomba 6xx nicht mehrere Räume auf einmal reinigen, sondern sollten Raum für Raum separat vorgehen.

Andererseits lässt sich beim Roomba 620 der Staubbehälter leichter reinigen. Vor allem aber: Für Roomba 980 bekommt man knapp drei Roomba 620. Oder einen Roomba 620 und noch ein hochwertiges Smartphone. Ob einem 1000 Euro für einen Staubsaug-Roboter wert sind, muss also jeder für sich selber entscheiden. Für eine saubere Wohnung reicht auch ein Roomba 6xx.

Links Roomba 620, rechts Roomba 980.
Vergrößern Links Roomba 620, rechts Roomba 980.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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