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iRobot Roomba 980: Highend-Staubsaug-Roboter mit App im Test

18.05.2017 | 14:14 Uhr |

Roomba 980 ist das Topmodell unter den Staubsaug-Robotern von iRobot. Mit wartungsfreundlichen Walzen, App, virtueller Reinigungskarte und WLAN. Doch ist er deshalb 1000 Euro wert? Ein ausführlicher Test im Vergleich mit einem 350-Euro-Roomba-Modell.

Mehr Roomba gibt es derzeit nicht: Der Roomba 980 rundet die Modellpalette von iRobot nach oben ab. Wir haben Roomba 980 einige Wochen getestet und stellen die Vorteile, aber auch Nachteile vor. Dabei vergleichen wir den 1000 Euro teuren Roomba 980 mit dem Roomba 620, den Sie bereits für rund 350 Euro bekommen.

Tipp: Wir haben auch ein preislich und leistungsmäßig zwischen Roomba 980 und Roomba 620 liegendes Roomba-Modell getestet: den Roomba 780. Und den Nasswisch-Roboter Scooba 390. Beide ausführlichen Testberichte finden Sie hier.

Besonderheiten von Roomba 980

Das Design des Roomba 980 (35 cm im Durchmesser, knapp 9,1 cm hoch) wirkt edel und ist absolut wohnzimmertauglich. Doch das ist natürlich nicht das entscheidende Argument für einen 1000-Euro-Roboter.

Technische Details.
Vergrößern Technische Details.

Das Spitzenmodell der Roomba-Staubsauger-Familie bietet zunächst einmal eine modifizierte Reinigungstechnik gegenüber den Einsteigermodellen der 6xx-Klasse: Es hat Gummi-Lamellen statt Bürsten.

Die Walzen von Roomba 620. Hier bleiben immer wieder Haare und Fusel hängen. Die Bürste muss der Benutzer dann von Hand reinigen.
Vergrößern Die Walzen von Roomba 620. Hier bleiben immer wieder Haare und Fusel hängen. Die Bürste muss der Benutzer dann von Hand reinigen.

Das reduziert den Aufwand für das gelegentliche Reinigen der Bürsten, wie wir es von Roomba 620 kennen. Denn Haare und Fusseln bleiben an den Gummi-Lamellen nun einmal nicht so leicht hängen wie an den Bürsten eines Roomba 6xx. Wobei aber auch schon die 8xx-Modelle, die günstiger sind als die 9xx-Modelle, diese wartungsfreundlichen Gummi-Rollen verwenden.

Die Gummi-Walzen von Roomba 980 bleiben ziemlich sauber.
Vergrößern Die Gummi-Walzen von Roomba 980 bleiben ziemlich sauber.

Roomba 980 navigiert zudem mit Kamera-Unterstützung durch die Wohnung und erstellt unter anderem damit eine Karte des zu reinigenden Bereichs. Diese neue Navigationstechnik soll Roombas Reinigungstechnik schneller und kontrollierter machen. Zudem kann der Nutzer die darauf basierende Karte des Reinigungsbereichs in seiner App einsehen. Die App ist ein weiterer Vorteil des Roomba 980.

Links Roomba 620, rechts Roomba 980.
Vergrößern Links Roomba 620, rechts Roomba 980.

Roomba 980 kann zudem während eines längeren Reinigungsvorgangs an die Ladestation fahren, seinen Akku aufladen und danach den Reinigungsvorgang fortsetzen. Ein Reinigungsvorgang kann also auch über mehrere Räume gehen. Ein „Turbo-Teppich-Modus“ ist derzeit sogar das Alleinstellungsmerkmal des Roomba 980 gegenüber allen anderen Roomba-Modellen – im Test konnte uns diese Funktion jedoch nicht überzeugen.

Laden des Akkus und Leistungsaufnahme

Zum Aufladen stellen Sie Roomba auf die mitgelieferte Ladestation. Über die beiden Ladekontakte an der Unterseite lädt Roomba dann seinen Akku auf. Der Rcon-Sensor an der Oberseite führt Roomba aus der Fahrt zur Ladestation zurück.

Roomba lädt mit 27,2 Watt seinen Akku auf. Nachdem der Akku voll aufgeladen ist, beträgt die Leistungsaufnahme von Roomba 980 auf der Ladestation noch 4,4 Watt. Hängt die Ladestation leer an der Steckdose, zieht sie 0,5 Watt.

Zum Vergleich Roomba 620: Roomba saugt knapp 29 Watt, wenn er aufgeladen wird. Hängt er aufgeladen an der Ladestation, so benötigt er noch rund 5 Watt Erhaltungsstrom.

Bedien- und Anzeigeelemente

An der Oberseite von Roomba befindet sich der Button zum Starten des Reinigungsvorgangs, der Dock-Button, mit dem Roomba zur Ladestation (Home Base) zurückkehrt und der Spot-Button, mit dem Sie Roomba einen kleinen Bereich mit kreisenden Bewegungen gezielt reinigen lassen. Ebenfalls an der Oberseite ist die iAdapt-Kamera verbaut.

Außerdem finden Sie auf der Oberseite LEDs für die Anzeige der WLAN-Verbindung, für die Fehlerwarnung, die Akku-Aufladeanzeige, die Warnung, dass der Staubbeutel voll ist, und die Dirt-Detect-Anzeige für den Hinweis, dass Roomba eine stärker verschmutzte Stelle reinigt.

Die Walzen, mit denen Roomba den Schmutz einzieht, sind unterschiedlich konstruiert. Links Roomba 620, rechts Roomba 980. Die Gummi-Walzen von Roomba 980 sind weniger aufwändig in der Wartung,
Vergrößern Die Walzen, mit denen Roomba den Schmutz einzieht, sind unterschiedlich konstruiert. Links Roomba 620, rechts Roomba 980. Die Gummi-Walzen von Roomba 980 sind weniger aufwändig in der Wartung,

Auffangbehälter leeren ist etwas hakelig

Außerdem befindet sich an der Oberseite die Taste für die Freigabe des Auffangbehälters. Das Leeren des Auffangbehälters gefällt uns aufgrund der engen Bauform des Auffangbehälters von Roomba 980 nicht so gut wie beim geräumiger gebauten Roomba 620. Beim Roomba 980 bekommt man zwangsläufig schmutzige Finger, wenn man den Auffangbehälter leeren will. Hier ist der Roomba 620 besser beziehungsweise großzügiger konstruiert.

Die unterschiedlichen Schmutzauffangbehälter. Links Roomba 620, rechts Roomba 980 Im geschlossenen Zustand. Links Roomba 620, rechts Roomba 980.
Vergrößern Die unterschiedlichen Schmutzauffangbehälter. Links Roomba 620, rechts Roomba 980 Im geschlossenen Zustand. Links Roomba 620, rechts Roomba 980.

An der Unterseite können Sie die beiden Schmutz-Aufnahmerollen und die seitliche Bürste sowie die Laufrolle abnehmen. Das entspricht dem Konstruktionsprinzip der preiswerteren Roombas, nur dass die beiden Rollen des Roomba 980 eben anders konstruiert sind, um nicht so leicht zu verfilzen. Die pflegeleichten Gummiwalzen sind ein klarer Pluspunkt für Roomba 980.

Die unterschiedlichen Schmutzauffangbehälter. Links Roomba 620, rechts Roomba 980. Der Schmutzbehälter von Roomba 620 lässt sich leichter leeren.
Vergrößern Die unterschiedlichen Schmutzauffangbehälter. Links Roomba 620, rechts Roomba 980. Der Schmutzbehälter von Roomba 620 lässt sich leichter leeren.

iAdapt-Orientierungskamera und Floor Tracking Sensor

Roomba 980 nutzt zwei unterschiedliche Sensoren, um seine Karte des zu reinigenden Bodens zu erstellen. Mit der Karte will iRobot sicher stellen, dass Roomba 980 auch wirklich keine Stelle übersieht. Roomba 980 erstellt die Karte in Echtzeit, also während er saugt. Er nutzt dafür eine Technologie, die iRobot als Visual Simultaneous Localization and Mapping (vSLAM) System bezeichnet.

Die an der Oberseite verbaute iAdapt-Kamera für die „visuelle Navigation“ erfasst Roombas Umgebung. Die Kamera filmt die Decke und einen Teil der Wand vor Roomba. Die Kamera erfasst Orientierungspunkte im Raum, also Kanten von Tischen, Lichter oder ein Fenster in der Wand. Wenn sich diese Merkmale im Raum nachträglich ändern, zum Beispiel, weil ein Tisch während des Saugvorgangs verrückt wird, dann erkennt das Roomba 980 und ändert entsprechend seine Karte.

Mit dem Kamerabild kann Roomba 980 feststellen, wo er sich gerade befindet und ob er dort schon einmal gesaugt hat. Die Kamera erzeugt laut iRobot kein Kamerabild, wie wir es kennen. Stattdessen soll Roomba nur ein Bild aus hellen und dunklen Punkten sehen, wie uns iRobot erläutert hat.

Der Floor Tracking Sensor an Roombas Unterseite ist neben der iAdapt-Kamera das zweite wichtige Hilfsmittel, mit dem sich Roomba 980 im Raum orientiert. Er arbeitet im Prinzip wie eine optische PC-Maus. Der Sensor verfolgt die zurückgelegte Strecke und die Richtung von Roomba, damit Roomba 980 möglichst gezielt seine Bahnen fährt (und nicht scheinbar unkontrolliert quer durch den Raum fährt, wie es zum Beispiel bei Roomba 620 dem Beobachter erscheint). Der Floor Tracking Sensor ist besonders für das Saugen auf Teppichen wichtig, weil dort Saugroboter dazu tendieren etwas von der Ideallinie abzuweichen. Das sieht man sehr gut bei Roomba 620, der zum Abdriften auf Teppich neigt, wohingegen Roomba 980 tatsächlich auf Teppich besser die geplante Bahn einhält. Der Floor Tracking Sensor erkennt so eine Driftbewegung und korrigiert sie.

Für jeden Reinigungsdurchgang erstellt Roomba 980 eine neue Karte. Nach Abschluss der Reinigung löscht Roomba die Kartendaten wieder. Er startet also die wiederholte Reinigung ein- und desselben Raumes immer wieder mit einer neuen Karte.

EIne vereinfachte Karte des gereinigten Bereichs können Sie in der App einsehen, siehe weiter unten.

Die Startseite der App. Mit Clean starten Sie den Saugvorgang aus der Entfernung.
Vergrößern Die Startseite der App. Mit Clean starten Sie den Saugvorgang aus der Entfernung.

Drei Wege führen zum Saugen

Sie haben drei Möglichkeiten, um mit Roomba einen Saugvorgang zu starten.

A) Sie drücken auf die Clean-Taste auf der Oberseite von Roomba. Roomba startet dann sofort seinen Reinigungsvorgang. Sofern er sich noch auf der Ladestation befindet, fährt er langsam von dieser herunter. Sie können Roomba aber auch mit aufgeladenem Akku an jedem Punkt Ihrer Wohnung absetzen und dann auf Clean drücken.

Startet Roomba aber von seiner Ladestation aus mit dem Saugen, dann fährt er dorthin zurück, wenn sein Akku leer wird und er aufgeladen werden muss. Das klappte im Test problemlos. Danach setzt Roomba seinen Saugdurchgang fort. Wenn Roomba also Ihre ganze Wohnung reinigen soll, dann ist es besser, wenn Sie ihn von der Ladestation aus starten.

B) Sie starten den Saugvorgang von der Roomba-App aus. Ansonsten ist der Saugvorgang identisch mit dem Start per Handschalter.

C) Sie lassen Roomba nach einem vorher festgelegten Schema saugen. Tag und Uhrzeit legen Sie in der App unter „Wöchentlicher Zeitplan“ fest.

Sanfter bremsen

Roomba 980 stößt anders als frühere Modelle wie Roomba 620 nicht mehr mit voller Geschwindigkeit gegen Schrankleisten und andere Hindernisse, sondern bremst sanft davor ab. Die Light-Touch-Sensoren machen es möglich. Dadurch läuft der Saugvorgang relativ leise ab, es fehlen einfach die lauten Rempler, wie man sie zum Beispiel von Roomba 620 kennt.

Wie auch bei den preiswerteren Roomba-Modellen besitzt Roomba 980 Sensoren, die ihn vor einem Abgrund warnen. Sie müssen die mitgelieferten Virtual Walls also nicht vor Treppen aufstellen - Roomba stürzt auch ohne zusätzliche Lichtschranken nicht in den Abgrund.

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