2284096

Internetanschluss zu langsam? So wehren Sie sich

05.07.2017 | 16:05 Uhr |

Die Bundesnetzagentur hat nun festgelegt, wie sich Verbraucher bei zu langsamen Internet-Verbindungen zur Wehr setzen.

Die Bundesnetzagentur hat nun genauer festgelegt, ab wann die mit einem Internetanschluss beim Festnetz erbrachten Leistungen des Providers nicht mehr vertragskonform sind. Das Problem ist allgemein bekannt: Der Kunde hat beispielsweise einen 16 Megabit pro Sekunde schnellen Anschluss bestellt, tatsächlich weichen die erzielten Geschwindigkeiten beim Download davon ab. Die von der Bundesnetzagentur formulierten Vorgaben erleichtern es den Kunden, die vertraglich vereinbarten Leistungen beim Provider einzufordern und erhöhen auch zeitgleich den Druck auf die Provider, tatsächlich auch die versprochene Internet-Geschwindigkeit an die Kunden zu liefern.

Merkel verspricht 50 Mbit/s für alle

Eine "erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßig wiederkehrende Abweichung bei der Geschwindigkeit" liegt laut der Bundesnetzagentur dann vor, wenn bei stationären Breitbandanschlüssen im Download folgende Fälle eintreten:

  1. Nicht mindestens einmal im Messzeitraum 90 % der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit erreicht wird,

  2. die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 % der Messungen erreicht wird
    oder

  3. die vertraglich vereinbarte Mindestgeschwindigkeit (auch einmalig) im Messzeitraum unterschritten wird

Entscheidend sind aber auch die Art der Messungen: So müssen mindestens 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen vorgenommen werden und die Messungen müssen mit einer LAN-Verbindung durchgeführt werden. Konkretere Infos zu der Art und Weise, wie die Messungen durchgeführt werden müssen, finden Sie in diesem PDF-Dokument der Bundesnetzagentur. Für die Messung der Internet-Geschwindigkeit bietet die Bundesnetzagentur mit Breitbandmessung.de einen eigenen Dienst an. Bis Ende des Jahres soll es auch eine installierbare Messsoftware geben.

Den Stellungnahmen diverser Provider und Verbände ist aber auch Kritik zu entnehmen, vor allem was die Messverfahren der Breitbandgeschwindigkeit angeht. Dabei wird unter anderem darauf hingewiesen, dass die tatsächlich erzielbare Übertragungsgeschwindigkeit auch von Faktoren abhänge, die der Anbieter nicht beeinflusse könne. Einfachstes Beispiel: Die Messungen werden durchgeführt, während im Hintergrund oder über ein anderes Gerät ein Download erfolgt. Auch der verwendete Router oder die physikalischen Leistungsparameter der Anschlussleitungen könnten die tatsächliche Internet-Geschwindigkeit beeinflussen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2284096