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Intels Sicherheits-Patch kann zu unerwünschten Reboots führen

12.01.2018 | 10:28 Uhr |

Intels Sicherheits-Updates gegen die Meltdown-/Spectre-Lücken scheinen Probleme zu bereiten. Gepatchte Rechner können unerwartet neu starten.

Intel hat eingeräumt, dass es Probleme mit den Microcode-Updates zur Schließung der Meltdown-/Spectre-Lücken geben kann. Intel habe von einigen Kunden Hinweise darauf erhalten, dass deren Systeme nach der Installation der Firmware-Updates öfters einen unerwünschten Reboot vornehmen würden.

Diese ungeplanten Reboots würden bei Rechnern mit Intel Broadwell- und Haswell-Prozessoren auftreten. Sowohl bei Client-Rechnern als auch in Datenzentren. Intel habe deshalb nach einem Bericht des Wall Street Journal einige seiner Kunden angewiesen, die von Intel bereitgestellten Microcode-Updates nicht mehr zu installieren beziehungsweise auszuliefern.

Intel untersucht nach eigenen Angaben die Probleme zusammen mit seinen Kunden. Sollte Intel dabei feststellen, dass zur Behebung des Problems weitere Microcode-Updates erforderlich sind, dann würde Intel diese seinen Kunden über die üblichen Wege bereitstellen.

Die Microcode-Updates erhalten Sie über BIOS-/UEFI-Updates der Mainboard-Hersteller, etwa von ASUS oder MSI. Welche Hersteller außerdem noch Patches anbieten und wo Sie diese erhalten, erfahren Sie in unserem umfangreichen Ratgeber zum Thema Meltdown/Spectre unter dem Punkt 6.2.

Mit „Kunden“ sind hier aber ausschließlich Großkunden und die Hersteller von Hardware gemeint, also vor allem Hauptplatinen-/Mainboard-Produzenten. Nicht aber die Endanwender, die unter einem plötzlich neu startenden PC sicherlich genauso leiden wie der Betreiber eines Servers. Ganz im Gegenteil rät Intel Endanwendern sogar im gleichen Intel Security Issue Update, in dem es über das Problem informiert, dass diese die Firmware-Updates auch weiterhin installieren.

Diese merkwürdig erscheinende zweigleisige Vorgehensweise passt zum bisherigen ungeschickten Verhalten von Intel im Meltdown-/Spectre-Fall: Erst informierte Intel über ein halbes Jahr lang seine Kunden nicht über das Sicherheitsrisiko, dann verkauft der Intel-Chef noch schnell Aktien, bevor der Kurs der Intelaktie infolge des Bekanntwerdens des Sicherheitsproblems fällt. Zwei US-Senatoren fordern deshalb die Überprüfung dieses Aktienverkaufs. Und dann versucht Intel die Performance-Nachteile, die durch das Patchen der Sicherheitslücken entstehen können, auch noch schönzureden. Im Unterschied zu Microsoft, das vergleichsweise konkret auf die Leistungseinbußen hinweist.

In unserer FAQ erfahren Sie alles zur Sicherheitslücke in Intel-, ARM und Apple-Prozessoren: Meltdown und Spectre: Ist meine CPU betroffen? Was muss ich tun?

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