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Intel trickst bei Benchmarks gegenüber Ryzen 7 2700X

10.10.2018 | 12:42 Uhr |

Die von Intel in Auftrag gegebenen Benchmarks lassen den Ryzen 2700X nicht besonders gut aussehen, waren aber auch nicht fair.

Zur Veröffentlichung seiner neuen Prozessoren hatte Intel auch Benchmarks in Auftrag gegeben. Hier erreichte der Core i9 9900K teilweise Messwerte, die 50 Prozent besser gegenüber dem Ryzen 7 2700X ausfielen. Bei den Benchmarks, die bei Principled Technologies in Auftrag gegeben wurden, ging allerdings nicht alles mit rechten Dingen zu.

Die Benchmarks von Principled Technologies als PDF

Von einem fairen Test kann nämlich nicht die Rede sein. Für den Core i9 9900K wurde DDR4-2667-Arbeitsspeicher genutzt, jedoch wurde hier das XMP-Profil eingesetzt, mit besonders niedrigen Latenzen, diese wurden aber nicht konkret benannt. Beim Ryzen 7 2700X wurde DDR4-2933-RAM verwendet, die Latenzen wurden hier jedoch von der Hardware automatisch bestimmt. Und da es sich um eine Vollbestückung handelte, sprich alle Speicherbänke besetzt waren, dürfte die recht zahm ausgefallen sein. Zudem wurde der Ryzen 7 2700X anscheinend im Game-Mode betrieben, was bedeutet, dass er mit nur vier statt mit allen acht Kernen angetreten ist.

Da bei den neuen Core-i9-Prozessoren kein Boxed-Kühler beiliegt, wurde die neue CPU mit einem Noctua NH-U14S gekühlt, einem der besten, die der Markt zu bieten hat. Statt per Kit das gleiche Modell des Kühlers auch für den Ryzen 7 zu verwenden, testete Principled Technologies diesen mit dem mitgelieferten Boxed-Kühler. Der mitgelieferte Boxed-Kühler von AMD ist nicht schlecht, zum besseren Vergleich hätte es aber trotzdem der Noctua sein müssen, damit der Ryzen 7 seinen Boost im Zweifel auch bestmöglich hätte nutzen können.

AMD Ryzen 7 2700 im Test: Effizienter Prozessor mit acht Kernen und 16 Threads

Im Vergleich wurde der neue Core i9 mit aktiviertem Multi-Core-Enhancement betrieben, das beim i7 8700K beispielsweise explizit ausgeschaltet war. Logisch, welche CPU hier die deutlich besseren Ergebnisse erreicht. Der i9 9900K erreichte gegenüber dem i7 8700K teilweise um bis zu 20 Prozent bessere Ergebnisse in Spielen, was ziemlich fraglich wirkt.

Bei den Benchmarks hätten bessere Systemkonfigurationen gewählt werden müssen. Der i9 9900K hätte wahrscheinlich dennoch alle anderen CPUs hinter sich gelassen. In der vorliegenden Form sind die Auswertungen jedoch nur wenig hilfreich, können gar als irreführend bezeichnet werden. Um bessere Vergleichswerte zu erlangen, raten wir, auf unabhängige Gegenüberstellungen der CPUs zu warten.

Weitere Informationen rund um die neuen Intel-Prozessoren finden Sie in unserer Zusammenfassung: Intel stellt neue Core-i-CPUs der 9. Generation vor.


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