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Intel stoppt Microcode-Updates gegen Spectre

23.01.2018 | 10:12 Uhr |

Intel rät von der Installation der BIOS-/Firmware-Updates mit den Microcode-Patches zur Schließung der Spectre-Sicherheitslücke ab. Intel entwickelt stattdessen neue Microcode-Updates, die keine Probleme mehr auf den Rechner verursachen sollen. Linus Torvalds nennt Intels Vorgehen "reinen Müll".

Intel rät von der Installation der BIOS-/Firmware-Updates mit seinen Microcode-Patches ab. Die PC-Hersteller sollen vorerst keine Firmware-Updates mehr an ihre Kunden ausliefern. Intel habe laut eigenen Angaben den Grund für die Reboot-Problematik identifiziert. Damit ist das Problem gemeint, dass PCs nach Installation eines BIOS-/Firmware-Updates mit den Microcode-Patches von Intel unerwartet einen Neustart machen.

Intel will die Ursache für die plötzlichen Rechner-Neustarts zumindest für PCs mit Broadwell- und Haswell-Prozessoren identifiziert haben. Intel mache eigenen Angaben zufolge „gute Fortschritte“ bei der Entwicklung einer Lösung für das Problem. Von den Skylake-, Kaby-Lake-, Ivy-Bridge- und Sandy-Bridge-Prozessoren, bei denen es ebenfalls eine Reboot-Problematik gibt, spricht Intel in seiner aktuellen Mitteilung jedoch nicht. PC World vermutet jedoch, dass der Warnhinweis auch für neuere Intel-Prozessoren gilt.

Am Wochenende habe Intel damit begonnen eine frühe Version seiner neuen Microcode-Updates an seine Partner zu Testzwecken auszuliefern. Sobald die Partner – damit sind PC- und Hauptplatinen-Hersteller sowie Microsoft und vermutlich auch die Verantwortlichen diverser Linux-Distributionen gemeint – diese Tests erfolgreich abgeschlossen haben, will Intel die neuen, verbesserten Microcode-Updates final an seine Partner ausliefern. Diese können damit dann Updates für ihre BIOS-/Firmware-Versionen erstellen und für ihre Endkunden bereitstellen.

Bevor es aber soweit ist, gibt Intel diese Ratschläge in Zusammenhang mit seinen Microcode-Updates:

Alle OEM-Partner (also PC- und Hauptplatinen-Hersteller), Cloud-Service-Anbieter und andere Kooperationspartner sollen die Auslieferung der derzeitigen Firmware-Updates mit dem derzeitigen Intel-Microcode-Update stoppen. Damit es auf den Rechnern und Servern der Kunden nicht zu den ungewollten Neustarts und zu anderen unerwarteten Systemreaktionen komme. Endanwender sollen dementsprechend die bisher angebotenen Patches nicht installieren und auf die Bereitstellung der neuen Updates warten.
Intel entschuldigt sich für alle Umstände, die das hervorruft.

Heftige Kritik von Linus Torvalds

Linux-Vater Linus Torvalds hatte Intels Verhalten bereits kurz nach Bekanntwerden der Meltdown-/Spectre-Lücken kritisiert. Angesichts der Probleme mit den Microcode-Updates legte Torvalds noch einmal heftig nach: „Reiner Müll“ sei das alles, eine „Scheiß Architektur“ und „sie sind komplett wahnsinnig“ (gemeint ist Intel).

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