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Intel Pentium G4560 im Test: Schnäppchen-CPU für Gamer

14.07.2017 | 13:27 Uhr |

Eine CPU mit zwei Kernen und vier Threads: Der Intel Pentium G4560 klingt auf dem Datenblatt nicht unbedingt sexy. Doch ein niedriger Preis von unter 70 Euro und gute Testergebnisse machen den Chip auf den zweiten Blick enorm attraktiv.

Der Intel Pentium G4560 hat seinen Ruf als Preis-Leistungs-Kracher bereits weg, schließlich ist er seit Anfang 2017 bereits auf dem Markt und von den Kollegen der Fachmedien bereits getestet worden. Allerdings wollten wir es uns nicht nehmen lassen, das Modell selbst auf Herz und Nieren zu prüfen.

TEST-FAZIT: Intel Pentium G4560

Der Intel Pentium G4560 ist ein echter Preis-Leistungs-Tipp: Selbst für komplexe Spiele bietet er eine solide Grundlage, solange man ihn mit einer leistungsfähigen GPU paart und man gewillt ist, bei extrem aufwendigen Titeln kleinere Abstriche machen zu können. Dazu zählen unter anderem gelegentliche Framedrops bei vollen Multiplayer-Servern. Für preisbewusste Gamer lohnt es sich also definitiv, die 70 Euro zu investieren.

Doch in Anwendungen, die die Multimedia- und Computing-Leistung des G4560 herausfordert, kommt der Chip schnell in seine Grenzen und hat fast durchgehend mäßige bis schlechte Ergebnisse im Test. Außerdem ist die CPU mit nur vier Threads nicht mehr zukunftssicher, da immer mehr Anwendungen auf Multi-Core-Effizienz programmiert werden. Doch der günstige Preis macht so einiges wieder wett, weshalb wir definitiv eine Kaufempfehlung aussprechen können. Außerdem verdient sich der Intel Pentium G4560 den PC-WELT-Award „Attraktiver Preis“.

+ sehr günstiger Preis

+ Unterstützung von HDR und H.265

+ genug Leistung für Gamer

- niedrige Multicore-Performance

- nur vier Threads

Der Intel Pentium G4560 erhält den PC-WELT-Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Der Intel Pentium G4560 erhält den PC-WELT-Award "Attraktiver Preis".

CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

Technische Daten des Intel Pentium G4560

Für unter 70 Euro erwartet Sie folgende Ausstattung: Der Pentium G4560 hat die Kaby-Lake-Architektur als Grundlage und verfügt über zwei physikalische Rechenkerne, arbeitet dank Hyperthreading aber vier Threads parallel ab. Zugegeben, im Vergleich mit den AMD-Ryzen-CPUs, die geradezu mit Kernen protzen, klingt das ziemlich wenig. Entscheidend ist aber, was die CPU aus diesen Kernen herausholt.

Die technischen Daten des Intel Pentium G4560 im Überblick.
Vergrößern Die technischen Daten des Intel Pentium G4560 im Überblick.

Die Taktrate beläuft sich auf 3,5 GHz, womit die CPU auch auskommen muss. Denn einen Turbo-Boost gibt es nicht. Da verwundert auch kaum, dass auch der Multiplikator gesperrt ist, mit dem man die Taktrate noch selbst in die Höhe schrauben könnte. Der Level-3-Cache misst recht mickrige drei Megabyte. Die maximale Verlustleistung (TDP) beträgt zurückhaltende 54 Watt, was in Sachen Energieverbrauch erst einmal positiv ist. Tatsächlich besitzt der G4560 auch eine integrierte Grafiklösung in Form der Intel HD Graphics 610. Die können Sie zwar in Sachen 3D-Performance getrost vernachlässigen, aber der Leistungsumfang wie kopiergeschütztes 4K-Streaming und HDR-Wiedergabe sind mit an Bord. Unterstützt wird außerdem ein flotter DDR4-2400-Arbeitsspeicher.

Ausführliche Informationen zum Chipsatz und zur Kaby-Lake-Architektur erhalten Sie in unserem Launch-Artikel  „Kaby Lake: Die siebte Intel-Core-CPU-Generation im Test“.

So testet PC-WELT Desktop-Prozessoren

Wir testen alle CPUs unter gleichen Bedingungen, um faire, transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Welche Hardware und Software wir für unsere Tests benutzen, und wie die Gesamtwertung am Ende zustande kommt, erfahren Sie in folgendem Artikel:  Wie PC-WELT Desktop-Prozessoren testet     

Spieleleistung in Full-HD und Ultra-HD

Die Spieleleistung in Full-HD im Vergleich.
Vergrößern Die Spieleleistung in Full-HD im Vergleich.

Der Intel Pentium G4560 leistet in der etwas CPU-intensiveren Full-HD-Auflösung überraschend gut mit. Lediglich in den aufwendigeren Titeln Witcher 3 und Rise of the Tomb Raider fällt der Prozessor spürbar hinter alle Vergleichsmodelle, in GTA 5 sind aber immer noch über 130 Bilder pro Sekunde drin - und damit übertrifft der Pentium sogar den deutlich teureren Ryzen 5 1500X.

Die Spieleleistung in Ultra-HD im Vergleich.
Vergrößern Die Spieleleistung in Ultra-HD im Vergleich.

Selbst in Ultra-HD hält der G4560 noch tapfer mit und bietet quasi vergleichbare Ergebnisse wie die Quad-Core-CPU aus eigenem Hause, dem Intel Core i5-7400, der allerdings über 160 Euro kostet. In dieser Auflösung spielt hauptsächlich die Grafikkarte die entscheidende Rolle bei den Bildraten - deshalb die ähnlichen Resultate.

Leistung in Synthetik- und Computing-Tests

Die Ergebnisse der Synthetik- und Computing-Tests im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse der Synthetik- und Computing-Tests im Vergleich.

Wie das Balkendiagramm zeigt, ist der Pentium in Sachen Multimedia- und Computing-Leistung der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen. Kein Wunder, schließlich verfügt der Chip nur über zwei Rechenkerne sowie zwei virtuelle Pendants. Im Cinebench R15 ist der Pentium mit 279 Punkten weit abgeschlagen, denn erst mit 558 Punkten kommt erst der Intel Core i5-7400. Auch in Sachen Multimedia kann die CPU nur magere 83,78 Megapixel pro Sekunde verarbeiten. Den Tiefpunkt markiert die Kryptographie-Performance, die sich auf nur 2,87 Gigabyte pro Sekunde beläuft. Dem Intel Pentium G4560 geht also schnell die Puste aus, wenn er in Multimedia- und Multi-Core-Anwendungen schuften muss.

Die Multi-Core-Performance des G4560 ist mager, wie der Cinebench R15 beweist.
Vergrößern Die Multi-Core-Performance des G4560 ist mager, wie der Cinebench R15 beweist.

Umwelt-Eigenschaften

Die CPU-Betriebstemperaturen im Vergleich.
Vergrößern Die CPU-Betriebstemperaturen im Vergleich.
Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform im Vergleich.
Vergrößern Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform im Vergleich.

Die Umwelt-Eigenschaften des Pentium sind wenig überraschend, was in diesem Fall aber nicht negativ gemeint ist: Mit 247 Watt verbraucht unsere Testplattform ziemlich wenig Strom. Nur der Ryzen 5 1400X verbraucht mit 239 Watt weniger, ist dafür mit einem Preis von 160 Euro aber auch um einiges teurer. Die Betriebstemperatur ist mit maximal 52 Grad Celsius recht niedrig, aber dennoch etwas höher als beim Intel Core i5-7400 mit der gleichen Wasserkühlung.

GESAMT-PERFORMANCE-RATING: Intel Pentium G4560

Testkategorien 100%

Anwendung

Ergebnisse

Durchschnittliche Punktzahl

Gesamtpunkte

Spieleleistung 60 %

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

134

70

779

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

52

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

84

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

38

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

56

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

54

Benchmarks 40 %

3D Mark: Fire Strike (Gesamtpunktzahl)

10.511

1.844

Cinebench: Alle Kerne (Punkte)

279

Cinebench: Einzelkern (Punkte)

128

SiSoftware Sandra 2016: Arithmetik (GOPS)

60,50

SiSoftware Sandra 2016: Multimedia (MPIX/s)

83,78

SiSoftware Sandra 2016: Kryptographie (GB/s)

2,87

Aufwertung/Abwertung

keine

Preis (Straßenpreis)

67 Euro

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