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Intel Core i5-8400 im Test: Spiele-Prozessor mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

30.10.2017 | 10:30 Uhr |

Kaum verfügbar, doch bei uns im Test: Der Intel Core i5-8400 mit sechs Kernen für unter 200 Euro. Das gab es bisher nur bei AMD-Ryzen-CPUs. Vor allem Gamer bekommen viel Frames pro Euro!

Der Intel Core i5-8400 ist die mittlerweile zweite CPU auf Basis der Coffee-Lake-Architektur, die wir im Test haben. Hierbei handelt es sich allerdings um einen besonderen Prozessor: Genau wie das aktuelle Top-Modell i7-8700K (zum Test) besitzt er sechs physikalische Rechenkerne, ist aber schon für unter 200 Euro zu haben – wenn Sie ihn denn zum Kaufen finden. Denn die Verfügbarkeit ist extrem schlecht und so gut wie nicht vorhanden.

Wir lassen den i5-8400 unter anderem gegen seinen direkten Vorgänger i5-7400 (zum Test) antreten und natürlich auch gegen die vergleichbare CPU AMD Ryzen 5 1600 (zum Test), denn auch hier gibt es sechs Rechenkerne für unter 200 Euro. Ob sich AMD nun wieder warm anziehen muss, haben wir für Sie herausgefunden.

TEST-FAZIT: Intel Core i5-8400

Im Vergleich zum Vorgänger Intel Core i5-7400 ist der i5-8400 insgesamt um über 20 Prozent leistungsfähiger. Die Spieleleistung ist für die Preisklasse auf hohem Niveau. In Kombination mit dem günstigen Preis von knapp 200 Euro ist der 8400 besonders attraktiv für Gamer. Doch aufgrund der sechs Kerne und den höheren Taktraten wird er auch etwas heißer und verbraucht mehr Strom – doch beides hält sich in Grenzen. Und nun ist es wieder so weit: AMD hat in dieser Preisklasse wieder eine echte Konkurrenz!

Nur gibt es die CPU aktuell quasi nicht zu kaufen. Und dass man aktuell nur die Wahl hat, den nicht übertaktbaren Prozessor mit einem teuren Z370-Mainboard zu kombinieren, hinterlässt bei uns einen faden Beigeschmack.

+ hohe Spieleleistung

+ zukunftssicher dank sechs Kernen

+ günstiger Preis

- kein freier Multiplikator

- aktuell nur kombinierbar mit teuren Z370-Mainboards

Aufgrund der guten LEistungen zum günstigen Preis erhält der Intel Core i5-8400 von uns den PC-WELT-Award "Attraktiver Preis".
Vergrößern Aufgrund der guten LEistungen zum günstigen Preis erhält der Intel Core i5-8400 von uns den PC-WELT-Award "Attraktiver Preis".

Technische Daten und Ausstattung des Intel Core i5-8400

Wenn Sie mehr zur Coffee-Lake-Architektur und dem (nötigen) Z370-Chipsatz wissen möchten, legen wir Ihnen an dieser Stelle den Test des Intel Core i7-8700K ans Herz. Dort gehen wir auch auf Details des Prozessors ein. In folgender Tabelle haben wir die technischen Daten der CPU anderen, vergleichbaren Modellen gegenübergestellt.

Die technischen Daten des Intel Core i5-8400 im Überblick.
Vergrößern Die technischen Daten des Intel Core i5-8400 im Überblick.

Wichtig ist allerdings: Trotz eines baugleichen CPU-Sockels und nur vergleichsweise wenigen Änderungen brauchen Sie ein teures Mainboard mit Z370-Chipsatz. Denn Intel hat unter anderem die elektrische Verschaltung der Pins im Sockel geändert und das Layout der Leiterbahnen um die höheren Arbeitsspeicher-Geschwindigkeiten bewältigen zu können. Die Z370-Boards sind aber auch die aktuell einzig verfügbaren und die gehen erst ab über 100 Euro los - die "echten" Chipsätze mit den günstigeren Ablegern kommen erst 2018. Generell ist es auch seltsam, einen nicht übertaktbaren Prozessor in eine Hauptplatine mit Z-Chipsatz zu verbauen.

Technische Daten von Desktop-Prozessoren im Vergleich

Intel Core i5-8400

Intel Core i5-7400

Intel Core i7-8700K

AMD Ryzen 5 1600

Codename

Coffee Lake

Kaby Lake

Coffee Lake

Summit Ridge

Anzahl Kerne / Threads

6 / 6

4 / 4

6 / 12

6 / 12

Basis- / Boost-Takt

2,8 / 4,0 GHz

3,0 / 3,5 GHz

3,7 / 4,7 GHz

3,2 / 3,6 GHz

Level-3-Cache

9 MB

6 MB

12 MB

16 MB

Fertigungsprozess

14 nm++

14 nm+

14 nm++

14 nm

Sockel

LGA1151

LGA1151

LGA1151

AM4

TDP (maximale Verlustleistung)

65 Watt

65 Watt

95 Watt

65 Watt

freier Multiplikator

nein

nein

ja

ja

Straßenpreis

195 Euro

163 Euro

397 Euro

200 Euro

Der Intel Core i5-8400 ist also mit sechs Rechenkernen ausgestattet. Mangels Hyperthreading kann der Prozessor auch „nur“ sechs Threads parallel verarbeiten, im Gegensatz zum 8700K, der gleich auf zwölf kommt. Der direkte Vorgänger Intel Core i5-7400 bringt es hier auf magere vier Kerne/Threads. Nun zu den Taktraten des 8400: Die belaufen sich auf 2,8 und 4 GHz (Standard- und Boost-Takt), während der 7400 sich mit maximal 3,5 GHz begnügen muss. Auch der Level-3-Cache ist von sechs auf acht Megabyte angestiegen. Gleichgeblieben ist hingegen die TDP von genügsamen 65 Watt. Ab Werk unterstützt der 8400 auch flotteren DDR4-2666-RAM, der 7400 nur 2400 MHz. Dem fehlenden K in der Produktbezeichnung lässt sich entnehmen, dass der Multiplikator des 8400 gesperrt ist, womit Übertakten flachfällt. Dieses Problem haben die Ryzen-Chips von AMD nicht: Hier lassen sich alle Modelle übertakten.

So testet PC-WELT Desktop-Prozessoren

Wir testen alle CPUs unter gleichen Bedingungen, um faire, transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Welche Hardware und Software wir für unsere Tests benutzen, und wie die Gesamtwertung am Ende zustande kommt, erfahren Sie in folgendem Artikel: Wie PC-WELT Desktop-Prozessoren testet     

Die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde in Full-HD im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde in Full-HD im Vergleich.
Die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde in Ultra-HD im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde in Ultra-HD im Vergleich.
Die Leistung in Computing- und Multimedia-Tests im Vergleich.
Vergrößern Die Leistung in Computing- und Multimedia-Tests im Vergleich.
Die maximale Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform im Vergleich.
Vergrößern Die maximale Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform im Vergleich.
Die maximale Betriebstemperatur der CPU im Vergleich.
Vergrößern Die maximale Betriebstemperatur der CPU im Vergleich.

Aufgrund der höheren Taktraten ab Werk ist der i5-8400 bei Spielen in Full-HD fast durchweg um einiges schneller als der Vorgänger 7400. Er befindet sich sogar dem i7-8700K dicht auf den Fersen. Ein AMD Ryzen 5 1600 hingegen wird gnadenlos überholt - aufgrund der niedrigeren Taktraten war das zu erwarten. In Ultra-HD sind die Messwerte größtenteils ähnlich, da hier die Grafikkarte der limitierende Faktor ist. Die Diagramme machen deutlich: Hier gibt es viel Frames pro Euro!

Bei den Computing- und Synthetiktests ist der Vierkerner i5-7400 der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen. Dank der sechs Cores kann sich der 8400 in die Höhe schwingen und kommt teilweise sogar an die Leistung des flotten i7-8700K heran! Auch der virtuelle Zwölfkerner Ryzen 5 1600 kann in drei von sechs Tests überholt werden.

An der Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform lässt sich die Taktsteigerung und die gestiegene Kern-Anzahl ziemlich gut erkennen: Der 8400 zieht mehr Strom als der 7400 und Ryzen 5 1600, bleibt aber hinter einem starken 8700K. Dennoch ist der Stromverbrauch noch akzeptabel. Die Temperaturen sprechen eine ähnliche Sprache.

GESAMT-PERFORMANCE-RATING: Intel Core i5-8400

Testkategorien 100%

Anwendung

Ergebnisse

Durchschnittliche Punktzahl

Gesamtpunkte

Spieleleistung 60 %

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

148

83

1.313

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

55

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

98

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

42

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

97

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

56

Benchmarks 40 %

3D Mark: Fire Strike (Gesamtpunktzahl)

17.260

3.158

Cinebench: Alle Kerne (Punkte)

950

Cinebench: Einzelkern (Punkte)

165

SiSoftware Sandra 2016: Arithmetik (GOPS)

145,52

SiSoftware Sandra 2016: Multimedia (MPIX/s)

415,75

SiSoftware Sandra 2016: Kryptographie (GB/s)

9,74

Aufwertung/Abwertung

keine

Preis (Straßenpreis)

195 Euro

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