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Illegale Preisabsprachen: Arbeitsspeicher sei teurer als nötig

21.11.2018 | 11:13 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Samsung, Hynix und Micron sollen durch illegale Preisabsprachen die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) für Computer und Smartphones künstlich hoch halten. Das wollen chinesische Behörden herausgefunden haben.

Chinesische Behörden wollen „massive Beweise“ für Preisabsprachen zwischen den führenden Arbeitsspeicher-Herstellern gefunden haben. Die chinesische Kartellbehörde untersucht konkret Preisabsprachen zwischen den RAM-Herstellern Samsung Electronics (Südkorea), Hynix (Südkorea) und Micron (USA). Diese drei Unternehmen kontrollieren zusammen bis zu 95 Prozent des Arbeitsspeicher-Marktes für Computer und Smartphones. Wobei Samsung Electronics die Nummer 1 ist.

Wu Zhenguo, der die Anti-Monopol-Behörde leitet, zitiert die Financial Times folgendermaßen: “Die Anti-Monopol-Untersuchung gegen diese drei Unternahmen hat einen wichtigen Fortschritt gemacht. . . . Es erbrachte massive Beweise“. Im Mai 2018 begannen die chinesischen Behörden mit ihrer Untersuchung. Konkrete Details zu den illegalen Absprachen der drei Speicher-Hersteller nannten die chinesischen Behörden jedoch nicht. Das berichtet der IT-Branchen-Nachrichtendienst silicon.co.uk unter Berufung auf die Financial Times.

Beobachter halten es für möglich, dass China diese bewusst vage gehaltene Mitteilung und die damit verbundenen möglichen hohen Geldstrafen als Faustpfand im Handelsstreit mit den USA benutzen möchte. Denn Analysten halten eine Geldstrafe von über 2,5 Milliarden US-Dollar für jedes der drei Unternehmen für möglich, sofern sich die Vorwürfe bestätigen sollten.

Möglicherweise will China, das generell eine sehr aggressive, staatlich gesteuerte Wirtschaftspolitik betreibt (wie das offensive Vorgehen in Afrika oder die gezielten Unternehmensaufkäufe in Deutschland zeigen – das prominenteste Beispiel dürfte die Übernahme des deutschen Industrie-Roboter-Produzenten Kuka sein) die drei Speicherchip-Hersteller auch dazu zwingen, Wafer-Fabriken auch in China zu errichten und Joint Ventures mit chinesischen Firmen zu gründen. Damit würde sich die Volksrepublik China das technologische Know-How für die Speichertechnologie von Samsung, Hynix und Micron ins Land holen.

In den USA ermittelt die Aufsichtsbehörde ebenfalls gegen die genannten drei Unternehmen wegen Preisabsprachen.

Arbeitsspeicher im Preisvergleich

Die Preise für Arbeitsspeicher waren bereits 2017 stark gestiegen und auch 2018 setzte sich der Preisanstieg fort. Zuletzt gab es allerdings Hinweise für sinkende RAM-Preise. Schuld sei ein Überangebot bei den Speicherchips, sowie Intels Lieferschwierigkeiten bei CPUs.

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