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IFA-Trends 2017: OLED, Ultra HD und HDR die neuen TVs

02.09.2017 | 10:15 Uhr |

Die daumendünnen Smart-TVs bringen mit den Zukunftstechnologien OLED, Ultra HD und HDR mehr Helligkeit, Farben und eindrucksvolle Brillanz in Ihren Fernsehalltag.

Die Hersteller flacher Fernseher setzen bei ihren neuen Ultra-HD- Spitzenmodellen auf besonders helles farbintensive OLED-Displays, um bewegte Bilder durch High Dynamic Range (HDR) mit deutlich mehr Leuchtkraft als bei herkömmlichen Smart-TVs üblich wiederzugeben. Äußerlich garantieren elegante, gradlinige Designs einen stilvollen Auftritt, im Inneren sorgen starke Prozessoren in Verbindung mit neuer Software für smarte Funktionsvielfalt und eine selbsterklärende Bedienung.

Bei Filmen und Serien in jede Szene eintauchen

Von LG über Panasonic, Loewe und Metz bis hin zu Philips und Sony stellen große TV-Produzenten neue Modelle mit hochauflösenden Panels auf OLED-Basis vor. Sie stellen das momentane Nonplus­ultra in Sachen Detailtreue, Farbechtheit und starken Kontrasten dar. Durch die OLED-Technik mit selbstleuchtenden Bildpunkten benötigen die Geräte keine separate Hintergrundbeleuchtung. Das erlaubt besonders schlanke Gehäuse und liefert ein tiefdunkles Schwarz, wie es im Heimkino für eine stets klare Farbdarstellung wünschenswert ist. Samsung zeigt auf der IFA Q-LED-Fernseher (Quantum-Dot- Technologie) und Hisense Modelle mit ULED (Ultra LED). Beide sollen eine ähnlich gute Bildqualität wie OLED-Displays ermöglichen. Die neuen Fernseher auf der IFA zeigen deutlich sichtbare Fortschritte in den Schlüsseldisziplinen Helligkeit, Kontrast, Farbumfang und Größe des Betrachtungswinkels. Das heißt, der Bildeindruck wirkt enorm realistisch, gerade auch in Tageslicht-Umgebung. Dabei steigt der Energieverbrauch der jüngsten TV-Modelle nicht annähernd im selben Maß wie die Spitzenhelligkeit. Was die gängigen Bildschirmdiagonalen betrifft, setzt sich der Vorjahres-Trend zu größeren Smart-TVs fort.

Kunst an der Wand statt klassischer TV-Optik ist das Motto des flachen Fernsehers „The Frame“ von Samsung.
Vergrößern Kunst an der Wand statt klassischer TV-Optik ist das Motto des flachen Fernsehers „The Frame“ von Samsung.
© Samsung

Spektakuläre Kontraste für schönere Pixel

Ultra HD, die vierfache Pixelauflösung von Full-HD- Bildschirmen, hat sich im Markt der TV-Geräte etabliert. Mittlerweile setzen weitere Qualitätseigenschaften neue Maßstäbe. Dazu zählt vor allem HDR. Die Bildschirmtechnologie steht für einen extremen Kontrastumfang von den dunkelsten Bildpartien bis hin zu gleißend hellen Details. Im Hintergrund arbeitet ein dynamisches Bildoptimierungsverfahren für mehr Helligkeitsstufen, die sich dem Sehvermögen des menschlichen Auges annähern. Daraus resultieren enorme Kontrastwerte, die alles, was bei LED-Fernsehern ohne HDR bislang üblich war, deutlich übertreffen.

Was braucht man zum Genuss der spektakulären Bilder? Zunächst einen Fernseher, der das Gütesiegel „Premium Ultra HD“ trägt. Denn diese Geräte strahlen hell genug, um den erweiterten Kontrastumfang in Szene setzen zu können. Große Helligkeit allein macht aber noch kein HDR-Bild. Es kommt darauf an, die Informationen der Bildquellen so an den Bildschirm anzupassen, dass dunkle Partien zwar finster wirken, aber dennoch differenziert genug auf der Bildfläche erscheinen, um nicht in einer schwarzen Fläche unterzugehen. Und Helles soll nicht überstrahlen, weiße Wölkchen am Himmel sollen ihre subtile Struktur behalten. Dazu brauchen die Bildschirme Anweisungen. Blu-ray- Filme mit HDR-Kontrast liefern sie in Form von Zusatzdaten nach dem Standard HDR10. Die Zahl in diesem Kürzel steht für eine Signalverarbeitung mit 10 Bits. Das bedeutet: Die drei Grundfarben eines jeden Bildpunkts lassen sich mit 1024 Helligkeitsabstufungen darstellen; bisher sind 8 Bits, also 256 Abstufungen, das übliche Maß. Die IFA zeigt viele neue Blu-ray- Player, die solche Signale verarbeiten und samt Metadaten an den Fernseher weiterleiten können.

Noch klarer gestaltete Bedienoberflächen

Verbesserungen zeigen auch die Bedienoberflächen der jüngsten TV-Modelle. Klare Strukturen und plakative Icons bestimmen das Bild. Besonders komfortable Lösungen zeigen alle Programmquellen auf einen Blick, ganz gleich, ob das audiovisuelle Angebot über Fernsehkanäle, Online-Dienste oder angeschlossene Player kommt. Populäre Videoportale wie Netflix, Amazon Prime Video und Youtube sind immer öfter über vorinstallierte Apps zugänglich – ganz ohne zusätzliche Hardware. Und damit all dies reibungslos und ohne Verzug funktioniert, arbeiten die besten unter den neuen Fernsehern mit starken Mehrkern-Prozessoren unter der Haube, die mit ähnlichen Rechenleistungen wie moderne Tablets und Smartphones aufwarten.

Je mehr Anschlussmöglichkeiten Ihr neuer Smart-TV bietet, desto besser.
Vergrößern Je mehr Anschlussmöglichkeiten Ihr neuer Smart-TV bietet, desto besser.
© Hisense

Dynamisches Seherlebnis: Dolby Vision und HDR10+

Eine interessante Alternative ist das HDR-System Dolby Vision. Anders als HDR10 kann es den Kontrastumfang nicht nur für den ganzen Film, sondern sogar Szene für Szene festlegen. Zudem gibt Dolby Vision lückenlose technische Regeln vom Produktionsstudio bis zum Bildschirm im Wohnzimmer vor. Auf dem IFA-Messegelände können Sie viele TV-Modelle bestaunen, die neben HDR10 auch Dolby Vision unterstützen.

Gegen Dolby Vision tritt das neue HDR10+ an. Es erlaubt ebenfalls szenenbasierte Helligkeitslevel und erzielt damit gegenüber HDR10 einen besseren Kontrast, klarere Farben und mehr Details in extrem hellen und dunklen Bildbereichen.

Und noch ein dritter HDR-Standard sorgt für Furore: Hybrid-Log- Gamma (HLG) stammt aus einer Kooperation der BBC und des japanischen Fernsehens NHK. Satellitenbetreiber liebäugeln mit der Technik, da die HDR-Zusatzinformationen hier im Videosignal stecken, was den Transport vom Studio über die Sendestrecke bis zum TV-Schirm vereinfacht.

Videostreams und eigene Aufnahmen in HDR

Schon jetzt bieten Online-Videodienste Filme in Ultra HD und mit HDR-Kontrast an. Aber auch als Hobby-Filmer können Sie die neue Technik für faszinierende Bilder nutzen. Die IFA zeigt erste Systemkameras, die nicht nur im superscharfen Ultra-HD- Raster filmen, sondern jedes Bildpünktchen auch mit 10 Bits kodieren – mit so feinen Helligkeitsabstufungen also, dass sie HDR-Aufnahmen in voller Qualität auf den Bildschirm bringen. Bisher war die 10-Bit- Aufnahmetechnik  ausschließlich professionellen Videokameras vorbehalten.

Die Spezialisten für den richtigen Ton zum Bild

Je flacher Fernseher werden, desto schwieriger haben es die internen Lautsprecher, kräftige Klänge zu produzieren. Abhilfe gibt es in Form von Soundbars, die man unter den Bildschirm platziert. Interessant sind Kompaktmodelle, die zwischen Bildschirmfüße passen.

Flache Soundbases kann man unter den Fernseher schieben. Sie nehmen kaum Platz in Anspruch und brauchen keine feste Installation. Beide Gerätearten unterstützen oft auch Surround-Tonformate – mit einer horizontalen Reihe von kleinen Frontlautsprechern und weiteren Exemplaren, die den Schall zur Seite abstrahlen. Durch gezielt erzeugte Raumreflexionen entsteht der akustische Eindruck von Raumtiefe, den die Surround-Tonspuren vermitteln sollen. Die virtuelle Surround-Wiedergabe funktioniert sogar mit 3D-Tonformaten wie Dolby Atmos.

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