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HyperX Cloud Flight im Praxistest

09.01.2018 | 09:23 Uhr |

Das erste Wireless-Gaming-Headset von HyperX soll sich sowohl für Einsteiger als auch für anspruchsvolle Enthusiasten eignen. Tatsächlich stellt sich im Test heraus, dass der Hersteller das recht gut hinbekommt.

Mit dem HyperX Cloud Flight vervollständigt der Hersteller sein Portfolio an Gaming-Gear und bedient damit die aktuell starke Nachfrage nach Wireless-Ein- und Ausgabegeräten. Schließlich sind Kabel ziemlich Old School, oder? Darüber hinaus lassen sich die Kopfhörer neben dem PC auch drahtlos an der Playstation 4 und dem Mac betreiben. Alternativ auch kabelgebunden, dann natürlich auch am Smartphone und an so ziemlich allem, was einen 3,5 Millimeter großen Klinkenadapter besitzt. Ich habe mir die Kopfhörer eine Zeit lang aufgesetzt und teile nun meine Erfahrungen in diesem Test mit.

TEST-FAZIT: HyperX Cloud Flight

Mit dem HyperX Cloud Flight legt der Hersteller wieder einmal eine astreine Premiere hin – dieses Mal eben in Sachen Wireless-Headsets. Der Klang dürfte die meisten Zocker mehr als zufrieden stellen und kann auch mich überzeugen. Besonders die Verortung von Gegnern klappt wunderbar. Auch in Sachen Tragekomfort gibt es nichts zu meckern, genau wie bei der Haptik und Materialqualität. Punkten kann das Cloud Flight auch bei der Flexibilität, denn es kann auch abseits vom PC unter anderem auch an Spielekonsolen und Smartphones – nur nicht an der Xbox One. Ebenfalls positiv finden wir die einfache Einrichtung und die Tatsache, dass keine Software für den Betrieb nötig ist. Die überdurchschnittliche Reichweite darf außerdem nicht unerwähnt bleiben.

Für das Cloud Flight empfiehlt der Hersteller einen Preis von 159,99 Euro, was ich für angemessen halte. Denn es ist ein durch und durch solides Wireless-Gaming-Headset. Nur fehlt dem Gerät das gewisse Extra, um sich deutlich von der Konkurrenz abzuheben. So fehlt beispielsweise Surround-Sound, der hier erst vom Zuspieler, also beispielsweise dem PC, realisiert werden kann. Außerdem fehlt meiner Meinung nach noch eine optische Ladestandsanzeige. Das Mikrofon ist akzeptabel, aber nicht das herausragendste Merkmal des Cloud Flight. Dennoch: Alles in allem hat HyperX (wieder einmal) ein empfehlenswertes Stück Gaming-Hardware abgeliefert!

Pro:

+ überdurchschnittliche Reichweite

+ hoher Tragekomfort

+ flexibel einsetzbar

+ keine extra Software nötig

Contra:

- keine native Surround-Sound-Unterstützung

Test: Die besten Gaming-Headsets

Schlichtes Aussehen und angenehmer Sitz

Bei der Farbgebung setzt HyperX eher auf Zurückhaltung und verwendet ausschließlich schwarzen Kunststoff. An den Seiten befinden sich allerdings rote Kabel, die die Ohrmuscheln miteinander verbinden. Damit bleibt sich der Hersteller auch seiner schwarzroten Markensymbolik treu. Über eine fein gerasterte Größeneinstellung lässt sich das Headset an den jeweiligen Kopf anpassen. Das Kopfband selbst besteht allerdings aus Aluminium, womit der Hersteller an der richtigen Stelle auf solideres Material setzt. Die allgemeine Haptik geht definitiv in Ordnung und die Qualität ebenso.

Das HyperX-Logo an den Seiten des Cloud Flight leuchtet in Rot. Auf Wunsch durchgehend oder auch mit einem pulsierenden Effekt. Eine längere Akkulaufzeit gibt es natürlich bei deaktivierter Beleuchtung.
Vergrößern Das HyperX-Logo an den Seiten des Cloud Flight leuchtet in Rot. Auf Wunsch durchgehend oder auch mit einem pulsierenden Effekt. Eine längere Akkulaufzeit gibt es natürlich bei deaktivierter Beleuchtung.
© HyperX

Die weiche Polsterung der Ohrmuscheln ist mit Kunstleder überzogen, die einerseits zwar gut abschirmen, auf der anderen Seite aber auch für eine schnellere Aufwärmung der Ohrenpartie sorgen. Auch das Kopfband ist so gepolstert, insgesamt sitzt das Headset sicher, aber nicht zu fest – selbst auf meinem großen Kopf. An den Außenseiten der Ohrmuscheln befindet sich das HyperX-Logo, das auf Wunsch durchgehend oder auch pulsierend in Rot leuchten kann. Wer lieber mehr Akkulaufzeit möchte, kann die LEDs aber auch komplett abschalten.

Übertragung via Funk oder Kabel

In jeder Ohrmuschel befindet sich ein 50 Millimeter großer Neodym-Manget-Audiotreiber, die im Wireless-Betrieb einen typischen Frequenzgang von 20 bis 20000 Hertz abdecken. Die Funkübertragung erfolgt im Übrigen über die klassische 2,4-Gigahertz-Funkanbindung mit einer Reichweite von bis zu 20 Meter (Herstellerangabe). Die Verbindung wird über einen USB-Empfänger realisiert. Ziemlich einfach gestaltet sich die Einrichtung des Cloud Flight: Nachdem ich den Dongle in den PC gesteckt habe, richtet Windows den Stick ein und stellt darauf die Verbindung mit dem Headset her. Eine extra Treiber-Software ist nicht nötig, HyperX möchte das alles möglichst einfach halten.

All das befindet sich in der Box des HyperX Cloud Flight.
Vergrößern All das befindet sich in der Box des HyperX Cloud Flight.
© HyperX

Im kabelgebundenen, also analogen Betrieb wird der Frequenzbereich sogar noch breiter und beläuft sich auf 15 bis 23000 Hertz. Letzteres liegt zwar schon weit über dem menschlich Hörbaren, aber das bedeutet nicht, dass HyperX hier nur beim Datenblatt auf dem Putz hauen will: Je breiter der Frequenzgang, desto hochauflösender, detaillierter, ja sogar spürbarer wird der Klang.

Jedoch kommt es hierbei auch auf den jeweiligen Zuhörer an, ein pauschal besserer Klang lässt sich hier also nicht immer zertifizieren. Aber die Grundlagen für einen satten, voluminösen Klang sind aufgrund des großen Treiberdurchmessers und des breiten Frequenzbereiches sind schon einmal gegeben. Nur die Impedanz zählt mit 32 Ohm zum Standard, schließlich soll das Headset auch an einer Vielzahl von Zuspielern funktionieren. Und die unterstützen meist keine höheren Impedanzen.

Abnehmbares Mikrofon mit Rauschunterdrückung

Das Mikrofon ist komplett abnehmbar, weshalb sich das Headset auch problemlos als täglicher Begleiter einsetzen lässt, ohne dabei wie ein Pilot zu wirken, der nach einer Bruchlandung versucht zu Fuß zum Flughafen zurückzufinden. Der Mikrofonarm ist recht dünn und flexibel und bleibt nach dem Verbiegen auch recht gut in Position. Bei der Technik setzt HyperX auf einen Elektrolytkondensator mit Geräuschunterdrückung, um unerwünschtes Hintergrundrauschen bei der Sprachübertragung zu reduzieren. Wie die Sprachqualität tatsächlich ist, erfahren Sie weiter unten.

Wer beim Gaming ordentlichen Sound haben und von seinen Teamkollegen gut verstanden werden will, braucht ein gutes Gaming-Headset. Wir haben sechs beliebte Kopfhörer-Mikro-Kombis getestet.

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Fest integrierter Akku im Cloud Flight

Natürlich muss ein Wireless-Headset über eine autarke Energieversorgung verfügen – im Cloud Flight übernimmt das ein fest integrierter und damit nicht wechselbarer Akku. Der ist innerhalb von fünf Stunden von 0 auf 100 Prozent geladen und hält laut Hersteller bis zu 30 Stunden bei deaktivierter Beleuchtung. Pulsieren die LEDs sind es dann nur noch 18 Stunden, bei durchgehendem Leuchten nur noch 13 Stunden. Neigt sich die Akkuladung dem Ende zu, wird der Träger über verschieden intensive Warntöne darüber informiert. Eine optische Anzeige, die mich schon vor dem Aufsetzen über den Ladestand informiert, vermisse ich allerdings.

Das Mikrofon lässt sich komplett abnehmen.
Vergrößern Das Mikrofon lässt sich komplett abnehmen.
© HyperX

Bedienelemente an den drehbaren Ohrmuscheln

Da es sich um ein Wireless-Gaming-Headset handelt, wandern die obligatorischen Bedienelemente mit den grundlegenden Funktionen an die beiden Ohrmuscheln – die sind im Übrigen auch um 90 Grad drehbar, um sich das Headset auch komfortabel um den Hals legen zu können. Auf der linken Seite befindet sich der Power-Knopf, der gleichzeitig auch die LEDs kontrolliert: Ein kurzer Druck schaltet zwischen den Leuchtmodi um, ein langer Druck schaltet das Gerät aus oder ein.

Die Bedienelemente für eine grundlegende Multimedia- und Headset-Steuerung befinden sich an den beiden Ohrmuscheln.
Vergrößern Die Bedienelemente für eine grundlegende Multimedia- und Headset-Steuerung befinden sich an den beiden Ohrmuscheln.
© Friedrich Stiemer

Hinzu kommen noch der 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss für den analogen Betrieb, ein Micro-USB-Port für die Akkuaufladung und wieder eine Klinkenbuchse, dieses Mal aber für das Mikrofon. Zusätzlich ist auch die Außenseite der Ohrmuschel ein klickbares Bedienelement und schaltet das Mikrofon kurzerhand stumm. An der rechten Ohrmuschel befindet sich lediglich ein Drehrad, dass die Lautstärke in fein gerasterten Stufen regelt. Im Lieferumfang befinden sich im Übrigen noch ein 1 Meter langes USB-Ladekabel und ein 1,3 Meter langes Klinkenkabel.

HyperX Cloud Flight in der Praxis

In meinen Multiplayer-Partien in Call of Duty: WWII mit dem HyperX Cloud Flight auf dem Kopf bemerke ich schnell, dass das Gaming-Headset recht stark auf die Mitten fokussiert ist. Fürs Zocken genau richtig, da vor allem Dialoge und Schusswechsel in diesem Bereich stattfinden. Der Bass kommt dabei auch nicht zu kurz und wirkt glücklicherweise nicht übertrieben wie bei vielen anderen Headsets, sondern wohldosiert und knackig. Etwas erstaunt war ich auch über die gute Richtungswahrnehmung, die das Cloud Flight gewährt. Ich konnte Gegner sehr gut im Spiel verorten, wusste also immer, aus welcher Richtung sie sich nähern – eine unverzichtbare Hilfe beim Online-Gaming! Das Klangbild an sich ist aber eher kalt abgestimmt, was für besonders empfindliche Ohren vermutlich etwas störend sein könnte. In hohen Lautstärken neigt das Headset auch zum Übersteuern. Was ich noch feststellen konnte ist ein ständiges Hintergrundrauschen, das ich nach kurzer Zeit allerdings aber kaum noch wahrgenommen habe.

Die Ohrhörer lassen sich um 90 Grad einklappen.
Vergrößern Die Ohrhörer lassen sich um 90 Grad einklappen.
© HyperX

Abseits von Spielen macht das Headset auch bei der Musikwiedergabe eine gute Figur, für meinen Geschmack könnte aber noch etwas mehr Volumen dahinter sein. Dennoch eignet sich das Headset definitiv als ständiger sowie vielseitig einsetzbarer Begleiter. Nur beim Mikrofon bin ich etwas zwiegespalten: Trotz der angepriesenen Rauschunterdrückung stellen meine Partner ein Hintergrundrauschen fest, wenn ich mit ihnen spreche. Auch die Sprachqualität an sich könnte besser, sprich hochauflösender respektive klarer sein. Dennoch ist die Sprachübertragung zu jeder Zeit stabil und fehlerfrei gewesen, die Teamkollegen haben mich auch jederzeit verstanden.

Surround-Sound für Stereo-Kopfhörer nachrüsten

Das Cloud Flight lässt sich angenehm tragen, was vor allem an der weichen Polsterung liegt.
Vergrößern Das Cloud Flight lässt sich angenehm tragen, was vor allem an der weichen Polsterung liegt.
© HyperX

Überdurchschnittliche Reichweite

HyperX gibt an, dass das Cloud Flight unter idealen Bedingungen eine Reichweite von 20 Metern schafft. Das kann ich nicht bestätigen, bei mir begannen nach zirka 15 Metern schon Tonaussetzer. Allerdings lagen hier auch zwei Fachwerkwände zwischen Empfänger und Headset. Dennoch lässt sich dem Gaming-Headset eine durchaus überdurchschnittliche Reichweite attestieren – sehr schön!

Technische Daten

HyperX Cloud Flight

Fernbedienung

An den Ohrmuscheln

Regler

Lautstärke, LED-Beleuchtung, Mikrofonstummschaltung

Anschluss, Übertragung

2,4-GHz-Funk oder 3,5-Millimeter-Klinke

Bauweise

geschlossen

Frequenzgang

20 Hz - 20 kHz (Wireless), 15 Hz - 23 kHz (analog)

Impedanz

32 Ohm

Kabellänge

1,3 Meter

Lautsprecher (Durchmesser)

50 Millimeter

Mikrofon abnehmbar

ja

Lieferumfang

Micro-USB-Ladekabel, Klinkenkabel (3,5 Millimeter)

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

HyperX

Internetadresse

www.hyperxgaming.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

159,99 Euro

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