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Hybride IT: Die drei größten Herausforderungen

19.03.2018 | 14:32 Uhr |

Wir verraten, mit welchen Tools sich IT-Profis vertraut machen sollten, um den Herausforderungen der hybriden IT zu begegnen.

Cloud Computing und der strategische Einsatz von hybrider IT zur Innovationsförderung sorgen in Unternehmen aller Größe für Veränderung. Endnutzer bekommen es vielleicht nicht mit, aber IT-Profis durchlaufen derzeit höchstwahrscheinlich eine neue anspruchsvolle Arbeitsphase – wenn ihr Unternehmen Cloud-Dienste und hybride IT nutzt, um innovativer, kosteneffektiver und vernetzter denn je zu werden.

Im Solarwinds IT Trends Report 2017: Porträt einer hybriden IT-Organisation wurden einige der Kernherausforderungen von hybriden IT-Umgebungen aufgezeigt. Warum diese Herausforderungen existieren und wie man sie überwindet, wird dieser Beitrag erklären.

Herausforderung Nr. 1: Höhere Komplexität der Infrastruktur

Laut der Umfrage stimmen 62 Prozent aller IT-Profis in großen, mittelständischen und kleinen Unternehmen zu, dass die hybride IT zunehmend komplexere Infrastrukturen in ihre tägliche Arbeit bringt. Die stetigen Veränderungen der Cloud in Bezug auf Volumen, Geschwindigkeit und Vielfalt der Dienstleistungen versprechen zwar Innovation, bringen aber auch höhere Verantwortungsgrade mit sich. Die Daten zeigen ein Delta von 12 Prozent zwischen großen und mittelständischen Unternehmen.

Unabhängig von der Unternehmensgröße verzeichnen 50 Prozent der IT-Profis aber zunehmende Komplexitäten und sehen sich infolge der stetigen Veränderungen anspruchsvolleren Aufgaben und Verantwortlichkeiten gegenüber. Das Volumen und die Geschwindigkeit der neuen Cloud-Dienste und -Technologien sorgen für wachsende Auswahlmöglichkeiten, und aus großer Auswahl folgt auch große Verantwortung. So kann man eine Lösung beispielsweise vor Ort einrichten und E-Mails über Exchange versenden oder sie als Cloud-Dienst konsumieren, ob von Microsoft über Microsoft Office 365 Business Premium, von Google über G Suite oder über die von Amazon angekündigte Office-Suite – und diese Liste geht noch weiter.

Heutzutage liegt die Last, Änderungen zu verwalten und nahtlos zu integrieren, bei den IT-Profis. Die IT trägt die Verantwortung für die Daten im Unternehmen, von diversen Geräten und über verschiedene Betriebssysteme, Anwendungs-Stacks, verschiedene Liefermechanismen, Verbrauchsmodelle und mehr hinweg. Diese Elemente beginnen, einer Gleichung mit mehreren Variablen zu ähneln, in der Dienste, Anbieter, Prozesse, Technologien und Personal sich im Laufe der Zeit ändern können.

Unabhängig von der Unternehmensgröße oder -branche bietet die hybride IT jedoch die Gelegenheit, den Wert von disruptiven Innovationen in umsatzsteigernden Anwendungen (sprich: geistigem Eigentum) zu realisieren. Um die Nachfrage nach Innovation bedienen und gleichzeitig zunehmende Komplexitäten verwalten zu können, sollten IT-Profis künftige Migrationen prognostizieren, dabei aber flexibel bleiben.

Hybride IT-Umgebungen können je nach Unternehmen verschiedene Formen annehmen. Die Umgebung eines jeden Unternehmens ist einzigartig. Weiterhin sollten IT-Abteilungen PoC- und Migrationsprozesse erstellen, die den ROI (oder dessen Fehlen) für die Geschäftsführung bildlich darstellen. Dazu gehören auch die Kenntnis von hybriden IT-Überwachungstools für eine Transparenz des gesamten Stacks, die Einrichtung von Protokollen für die Migration und Qualitäts-/Zuverlässigkeitstests von Anwendungen sowie das Erlernen von wirtschaftlichen und Datenplanungsmodellen.

Herausforderung Nr. 2: Mangel an Kontrolle und Überblick über die Leistung cloudbasierter Infrastrukturen

Nicht nur Komplexitäten in Cloud-Infrastrukturdiensten sind herausfordernd, sondern es gibt auch Überblicks- und Kontrollprobleme zu lösen. Ein Weckruf ist die Erkenntnis, dass 50 Prozent der befragten IT-Profis das Gefühl haben, es mangele ihnen an Kontrolle und Überblick, die für die erfolgreiche Durchführung von Projekten notwendig sind. IT-Profis müssen eng mit Managern zusammenarbeiten, um ein umfassendes Toolset zu sichern und zu implementieren und somit die Kontrolle und den Überblick über die gesamte hybride IT-Infrastruktur zu erhalten.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass ein IT-Profi ohne umfassendes Toolset die Compliance- und Governance-Anforderungen seines Unternehmens kontrollieren und angemessen verwalten sowie die zur Erfüllung von Servicevereinbarungen erforderliche Servicequalität erbringen kann. Anders ausgedrückt: Der einzige Weg, diese Ziele zu erreichen, besteht darin, den Überblick über den gesamten Anwendungs-Stack zu behalten – von der Anwendungsebene unterstützenden Infrastruktur-Diensten bis hin zu Netzwerken.

Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Endnutzer Leistungsprobleme mit ihren Heim- und Mobilnetzwerken haben. In diesem Fall ist ein umfassendes und für die Fehlerbehebung einsatzbereites Toolset zwingend notwendig, damit man schnell auf die konsolidierte Datenbank zugreifen und Probleme beheben kann.

Zudem wird oft fälschlicherweise angenommen, dass ein Überblick über die Cloud erst ab einer gewissen Unternehmensgröße erforderlich ist. Realität ist aber, dass Unternehmen in der Lage sein müssen, einen zentralen Überblick über alle Vor-Ort- und Cloud-Umgebungen zu gewährleisten, und zwar unabhängig davon, ob es sich um ein kleines bis mittelständisches Unternehmen oder ein Global-100-Unternehmen mit vollständig integrierter Dev-Ops-Strategie handelt.

Arbeitslasten werden immer öfter zwischen Vor-Ort- und Cloud-Umgebungen an mehreren geografischen Standorten verteilt. Angesichts der exponentiell steigenden Änderungsquote ist die Fähigkeit, plattformübergreifend auf eine konsolidierte Datenbank zugreifen zu können, absolut unerlässlich. Die Fähigkeit, Zeitreihendaten zusammenzuführen und zu korrelieren, um im gesamten Rechenzentrum mehr Bandbreite, Tiefe und Überblick liefern zu können, ermöglicht IT-Profis die schnelle Behebung von Problemen und führt zu einer geringeren durchschnittlichen Lösungszeit.

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Herausforderung Nr. 3: Qualifikationslücken des IT-Personals

Die drittgrößte Herausforderung in Zusammenhang mit hybriden IT-Umgebungen, die zudem verstärkt zu Infrastruktur-Komplexitäten und mangelnder Übersicht führt, sind Qualifikationsdefizite. In mehr als drei von fünf Fällen sind IT-Profis der Meinung, dass in der Branche eine Qualifikationslücke besteht.

Bislang galten Zertifikate von Cisco, Oracle, Microsoft oder VMware als guter Nachweis dafür, dass jemand mit den zahlreichen anbieterspezifischen Herausforderungen, die in solchen Umgebungen auftauchen, umgehen kann. In der hybriden IT-Welt herrschen jedoch Volumen, Geschwindigkeit und Vielfalt vor, so dass es zunehmend schwieriger wird, sich in die Vielzahl an unterschiedlichen und zukunftsträchtigen Lösungen einzuarbeiten. Dies ist der Grund für die Qualifikationslücke, und unabhängig vom Arbeitsplatz wird jeder irgendwann auf dieses Problem stoßen.

Dennoch besteht weiterhin Bedarf an kostengünstigen Lösungen, die jederzeit an jedem Ort verfügbar sind. Verschiedene Anbieter verfügen unter Umständen über vergleichbare Dienste, die aber andere Bezeichnungen und Spezifikationen haben, und es liegt an den IT-Profis, diese zu normieren und in die Praxis umzusetzen. Ein Beispiel: Wenn man für eine Transaktions-E-Commerce-Website an einer Anwendung mit Ebenen arbeitet, kann man entweder ein Design mit mehreren Ebenen vollständig vor Ort erstellen oder hybride IT nutzen und die Anwendung und Webdienste in die Cloud verschieben, wobei die Kundendaten weiterhin vor Ort gespeichert werden.

Im Laufe der Zeit werden IT-Profis immer mehr Dienste und Auswahlmöglichkeiten begegnen. Daher ist es wichtiger denn je, dass sie ihre Arbeit „cloudsicher“ machen. Da die herkömmlichen isolierten IT-Rollen immer weiter zusammenlaufen, sollten sie ihren Schwerpunkt darauf legen, sich grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit der Cloud anzueignen, darunter hybride IT-Überwachungs-/Verwaltungstools, verteilte Anwendungsarchitektur, Automation und Datenanalyse.

Auch Kontakte zu Kollegen und Communitys, um technologische Varianten und Abstraktionen wie softwaredefinierte Konstrukte, Container, Microservices und Serverless-Architektur besser zu verstehen und schneller praktisch umzusetzen, sind nützlich. Nicht zuletzt sollten sie die Überwachung als grundlegende IT-Kernfunktion etablieren (auch als „Monitoring-as-a-Discipline“ bezeichnet), um für eine proaktivere, effizientere und effektivere IT-Verwaltungsstrategie zu sorgen.

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Fazit

Zusammenfassend müssen IT-Profis sich eine Reihe neuer Fertigkeiten, Tools und Ressourcen aneignen, um in der aufkommenden Ära der hybriden IT erfolgreich zu sein. Die Cloud wird uns zwar auch in absehbarer Zukunft vor Herausforderungen stellen, doch trotzdem sollten Unternehmen Integrationspläne für die Zukunft entwickeln, einen zentralen Überblick über alle Umgebungen gewährleisten und aktiv daran arbeiten, Qualifikationslücken von IT-Profis zu schließen.

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