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Huawei-Gründer: "USA können Huawei nicht brechen"

19.02.2019 | 12:52 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ren Zhengfei, der Gründer von Huawei, geht auf Konfrontationskurs zu den USA. Diese könnten Huawei nicht brechen.

Ren Zhengfei, der Gründer von Huawei, hat in einem Interview mit der BBC auf die Vorwürfe der Trump-Regierung reagiert: „Die USA können Huawei nicht brechen“. Und die Festsetzung seiner Tochter Meng Wanzhou, der CFO von Huawei, in Kanada auf Antrag der USA bezeichnet Zhengfei als politisch motiviert und nicht akzeptabel. Die klaren Worte gegen die USA sind ein neuer Stil, noch vor wenigen Tagen hatte es der Huawei-Gründer in einem anderen Interview mit Schmeicheleien versucht: "Trump ist ein großartiger Präsident" sagte Zhengfei damals. Doch jetzt wählte Zhengfei andere Worte.

Die USA werfen Huawei und Meng Wanzhou Geldwäsche, Bankbetrug und den Diebstahl von Wirtschaftsgeheimnissen beziehungsweise Wirtschaftsspionage vor. Vor allem aber fürchten die USA, dass Huawei über seine Smartphones und Netzwerkgeräte für die chinesische Regierung Spionage treiben könnte. Außerdem werfen die USA Huawei einen Verstoß gegen die Iran-Sanktionen vor. Huawei weist alle Vorwürfe zurück.

Selbst wenn die USA mehr Länder dazu bringen, keine Huawei-Geräte zu verwenden, könnte das Huawei laut Ren Zhengfei nicht zerstören. Huawei würde dann einfach kleiner weitermachen, so der Unternehmensgründer. Ren Zhengfei fährt fast schon philosophisch fort: "Wenn die Lichter im Westen ausgehen, werden sie im Osten immer noch leuchten. Und wenn der Norden dunkel wird, dann bleibt immer noch der Süden“. Ren sagte zudem, dass Huawei keine Backdoors installieren würde. Und die chinesische Regierung habe längst erklärt, dass sie auch keine Spionageprogramme in Huawei-Geräten verstecken würde.

Australien, Neuseeland und die USA verzichten bereits auf Netzwerkgeräte von Huawei für den Ausbau ihrer 5G-Mobilfunknetzwerke. Kanada prüft noch die Lage. Die USA üben auch auf Deutschland Druck aus, damit Deutschland auf Huawei-Netzwerkgeräte beim Aufbau seines 5G-Netzes verzichtet. In Großbritannien wiederum steht die Entscheidung über eine Verbannung von Huawei-Geräten aus der Netzwerk-Infrastruktur noch aus. Huawei wolle aber in jedem Fall weiter in Großbritannien investieren. Trotz Brexit und auch im Falle eines Ausschlusses vom Netzwerkausbau. Da die USA Huawei nicht vertrauen, wolle Huawei seine Investitionen von den USA nach Großbritannien verschieben.

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