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HTC U12+ im ersten Test: 4 Kameras und ohne Display-Notch

23.05.2018 | 12:44 Uhr |

Das HTC U12+ kommt mit vier Kameras, viel Speicher und ohne Display-Notch. Wir haben das neue HTC-Flaggschiff ausprobiert.

Nach den günstigen Mittelklasse-Handys Desire 12 und 12+ für unter 250 Euro folgt im Juni mit dem HTC U12+ das Flaggschiff-Modell für dieses Jahr. Tatsächlich wird es kein Standard-Modell U12 geben, sondern nur die Plus-Variante als Top-Gerät. Wir stellen Ihnen zunächst die technischen Daten des neuen HTC-Smartphones vor und liefern Ihnen anschließend unsere ersten Eindrücke nach dem Hands-on.

Auf der Vorderseite befindet sich ein 6 Zoll großes LC-Display im 18:9-Format mit einer Auflösung von QHD+ (2880 x 1440 Pixel, 537 dpi), das schmale Bildschirmränder hat. An der Oberseite sitzt eine Dual-Selfie-Kamera mit je 8 Megapixeln. Eine Display-Notch gibt es nicht.

Das HTC U12+ kommt mit Qualcomms neuem Chipsatz Snapdragon 845, der durch bis zu 6 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der interne Speicher ist 64 Gigabyte groß. Der Speicher kann über eine Micro-SDXC-Karte um bis zu 2 Terabyte erweitert werden. Der Akku besitzt eine Kapazität von 3.500 mAh.

HTC U12+ in der Farbvariante Ceramic Black
Vergrößern HTC U12+ in der Farbvariante Ceramic Black
© HTC

Auf der Rückseite des transparenten Glasgehäuses befindet sich eine Dual-Kamera mit einem 16- und einem 12-Megapixel-Sensor. Die Linsen sind horizontal angeordnet. Damit verzichtet HTC auf den Trend, die Kamera vertikal anzuordnen, den Apple mit der Dual-Cam beim iPhone X gestartet hat. Beim Vorgänger U11+ gab es nur eine Single-Cam. Weiterhin ist der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite platziert. Darüber hinaus arbeitet das U12+ mit der zweiten Generation des Features HTC Edge Sense. Hierbei quetschen Sie das Handy sozusagen und lösen so eine Funktion aus oder starten eine App - eine Funktion, die tatsächlich sehr praktisch sein kann.

Den Sound liefert das HTC U12+ über Boomsound-Lautsprecher und es wird ein Usonic-Headset inklusive aktiver Geräuschunterdrückung mitgeliefert. Das HTC U12+ ist 156,6 x 73,9 x 8,7 bis 9,7 Millimeter groß, IP68-zertifiziert und bringt 188 Gramm auf die Waage. Vorinstalliert ist Android 8.0 Oreo mit Project Treble. Hinzu kommen die beiden Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa.

Das HTC U12+ verfügt über einen USB.Anschluss 3.1 Typ C und unterstützt Bluetooth 5.0, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 & 5 GHz), NFC und Cat 18 LTE für Downloads bis zu 1,2 GBit pro Sekunde und Uploads bis zu 150 MBit pro Sekunde.

Preis und Marktstart

Das HTC U12+ wird ab Mitte Juni für 799 Euro (UVP) in den Farben Translucent Blue, Ceramic Black und Flame Red im Handel, auf www.htc.com und bei o2 erhältlich sein. Eine Vorbestellung ist ab sofort möglich. Mitglieder des HTC Club erhalten einen Rabatt von 10 Prozent.

HTC U12+ im ersten Hands-on

Drei Farben stehen zur Auswahl

Die schwarze Variante ist die aus unserer Sicht langweiligste, weil sie einfach schwarz mit einem spiegelnden Chrom-Effekt ist.

Interessanter sind die beiden anderen Farben. Zuerst die Flame-Red-Version. Die nennt HTC so, weil das Rot je nach Spiegelung ins Gelbe übergeht – ähnlich wie eine Flamme. Je nach Lichteinfall verändert sich die Farbe von Rot hin zu einem leichten Gelb, und das sieht wirklich cool aus.

HTC U12+ in der Farbvariante Translucent Blue
Vergrößern HTC U12+ in der Farbvariante Translucent Blue
© HTC

Die andere Version ist das Translucent Blue – und ja: Das Teil ist wie das U11+ letztes Jahr wieder transparent. Schon damals fanden wir diese Idee cool, hatten aber vermutet, dass HTC sich nicht wirklich getraut hat, das richtig durchzuziehen, denn wirklich viel vom Innenleben hatte man da nicht gesehen. Beim U12+ geht HTC einen Schritt weiter: Bei richtigem Lichteinfall kann man jede Menge von der Hardware sehen, den Akku, das Kameramodul, Leitungen, Schrauben und so weiter – und das ist doch mal wirklich eine Abwechslung zu den sonst immer gleichen Handy-Rückseiten. Außerdem sieht das Blau auch sonst ziemlich schick aus.

Design, Kameras und Edge Sense

Beim Design hat sich sonst nicht viel verändert. HTC nutzt wie beim Vorgänger gebogenes Glas, um die Spiegelungen zu erreichen und nennt das Ganze Liquid Surface. Allerdings hat das U12+ jetzt eine Doppel-Kamera - und zwar eine 12-Megapixel Weitwinkel-Linse mit eine f1.75-Blende und eine 16-Megapixel-Kamera mit Teleobjektiv und f2.6-Blende.

Positiv fiel dabei auf: Beide Objektive sind im Gehäuse versenkt. Das sieht noch ein Stück sauberer aus. Ansonsten bietet die Kamera Flaggschiff-Standardware, heißt: Mit den zwei Linsen gibt’s zweifach optischen Zoom, außerdem zehnfach Digital-Zoom, der ähnlich wie beim P20 Pro dank Software-Optimierungen deutlich besser sein soll als ein einfacher digitaler Crop.

Der Sensor soll 15 Prozent mehr Licht einfangen als beim Vorgänger, Sie können also 4K-Videos mit 60 FPS und optischem Bildstabilisator erstellen und Zeitlupen-Videos in Full-HD mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde.

Neu ist außerdem die Bokeh-Vorschau. Das heißt, das U12+ zeigt auf Wunsch den Unschärfe-Effekt beim Porträt-Modus schon vor dem Auslösen an – und das dank Doppel-Kamera in der Front auch bei Selfies. Apropos Selfies: Die kann man wie beim Vorgänger dank Edge Sense auch einhändig auslösen. Einfach den Rahmen zusammendrücken und losknipsen. Der drucksensitive Rahmen beherrscht jetzt drei Kommandos: Ein einfacher Druck zum Beispiel, um ein Foto zu machen. Drücken und halten, um etwa die Kamera zu wechseln, und ein Doppel-Tipp mit einem Finger. Damit können Sie zum Beispiel den Edge Launcher aufrufen, um schnell Lieblings-Apps zu starten. Sie können aber auch andere Funktionen darauf legen – etwa den Zurück-Button oder den Bildschirm für die Einhand-Bedienung verkleinern.

Mit Edge Sense hat sich HTC wirklich mal Gedanken gemacht, wie man die Bedienung im Alltag erleichtern kann. Man kann zum Beispiel auch einzelne Funktionen innerhalb einer App damit auslösen und sich so seine eigenen Befehle zusammenbasteln und – super simpel, aber super praktisch: Wenn man das Handy normal in der Hand hat, dreht sich dank Edge Sense der Bildschirm nicht – wer gerne im Bett liegt und auf dem Handy liest oder surft, kennt das Problem.

Bildschirm und Ausstattung

Kommen wir zum Bildschirm und damit im Jahr 2018 schon fast zu einer Besonderheit, denn das U12+ hat doch tatsächlich keine Notch.! Bei HTC hat das aber auch ganz pragmatische Gründe – denn wie immer sitzen ober- und unterhalb des Displays die Boomsound-Lautsprecher. Das Display selbst misst 6 Zoll im 18:9-Format und löst mit 2880 x 1440 Pixeln auf. Eine Besonderheit sitzt an der Seite des U12+, denn HTC verbaut keine physischen Tasten mehr. Das heißt: Power-Button und Lautstärke-Wippe sind keine richtigen Hardware-Tasten, sondern drucksensitiv – genau wie der Home-Button beim iPhone 8 – und genauso geben sie auch ein Force Feedback, wenn man sie drückt.

Ansonsten ist die Ausstattung des U12+ aktueller Highend-Standard. Im Inneren werkelt der Snapdragon 845 mit 2,8 GHz, dazu gibt’s 6 GB RAM – dass es da keine Performance-Probleme geben sollte, dürfte klar sein. Außerdem unterstützt das U12+ LTE Cat 18, Bluetooth 5.0 und kommt hierzulande mit 64 GB Speicher in den Handel. Den können Sie per Micro-SD-Karte erweitern. Oder Sie lassen die SD-Karte weg und setzen dafür zwei SIM-Karten ein. Der Akku hat eine Kapazität von 3500 mAh und wasserdicht ist das Smartphone nach IP68 auch noch.

Fazit: HTC U12+ gefällt uns

In den Handel kommt das U12+ Mitte Juni für 799 Euro (UVP). Uns gefiel das Smartphone im ersten Hands-on richtig gut. Das Design und die Farben sind cool, die Hardware ist aktueller Highend-Standard – da kann man einfach nicht mehr erwarten – und mit Edge Sense bietet das Handy eine sehr praktische Funktion, die sonst kein Handy hat.

Wirklich kritisieren kann man am U12+ eigentlich nichts – jetzt muss der ausführliche Test zeigen, wie lange der Akku durchhält und wie gut die Kamera abschneidet. Auch wie sich der Preis entwickelt, wird interessant, denn der große Konkurrent Galaxy S9+ ist jetzt schon einen Tick günstiger.

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