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Heute Streiks an sechs Amazon-Standorten

02.10.2017 | 13:07 Uhr |

Die Gewerkschaft Ver.di hat für den heutigen Montag zu Streiks an sechs Amazon-Standorten aufgerufen. Ver.di will damit Lohnerhöhungen und weitere Leistungen auf Basis des Tarifvertrags des Versand- und Einzelhandels erreichen.

Der Streit zwischen der Gewerkschaft Ver.di und dem Onlineversandriesen Amazon geht in eine neue Runde. Ver.di hat Amazon-Mitarbeiter für heute zur Arbeitsniederlegung an sechs Amazon-Standorten aufgerufen: In Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz.

Ver.di wirft Amazon vor, dass dieser zum „1. September 2017 die Löhne ‚nach Gutsherrenart‘ (nur) geringfügig erhöht habe“. Ver.di weiter: „Die Anhebungen bleiben aber deutlich hinter der Branchenentwicklung und den Forderungen der Gewerkschafter zurück. Deshalb werden die Beschäftigten nicht lockerlassen und weiter versuchen, mit Streiks das Unternehmen an den Verhandlungstisch zu bringen.“

Für den Einzelhandel hatte Ver.di eine sofortige Lohnerhöhung um 2,3 Prozent erreicht. Im Jahr 2018 steigen im Einzelhandel die Gehälter um weitere 2 Prozent. Amazon weigert sich aber den Tarifvertrag des Versand- und Einzelhandels für seine Mitarbeiter zu übernehmen und hat die Gehälter der Amazon-Mitarbeiter zum 1.9.2017 nur geringfügig angehoben. Ver.di kommentiert die Lohnerhöhung von Amazon folgendermaßen: "Die Beschäftigten von Amazon lassen sich nicht mit Almosen abspeisen".

Die Auseinandersetzung zwischen Ver.di und Amazon dauert schon seit 2013 an. Ver.di fordert, dass Amazon seine Mitarbeiter nach dem Tarifvertrag des Versand- und Einzelhandels bezahlt, inklusive dem entsprechenden Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Amazon dagegen will nach den Bedingungen der Logistikbranche zahlen. Amazon versucht die Vorwürfe von ver.di zu kontern, indem es darauf verweist, dass es immer wieder neue Vollzeitstellen in Deutschland schaffe.

Erst im Juli 2017 hatte es Streiks an sechs Amazonstandorten gegeben. Mitunter ruft Ver.di auch an solchen Tagen zu Streiks in den Logistikzentren von Amazon auf, an denen dort besonders viel Arbeit anfällt – zum Beispiel am Schnäppchen-Freitag oder zum Release von Release von Fifa 18. Einmal hatte Ver.di auch zu Streiks wegen respektloser Behandlung der Mitarbeiter durch Vorgesetzte aufgerufen.


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