2397841

HbbTV: Hybridtechnik verbindet Fernsehen und Internet

17.01.2019 | 09:04 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Etwa die Hälfte der deutschen Haushalte besitzt ein Smart-TV-Gerät. Also einen modernen Fernseher mit Internetanschluss, der – ähnlich wie beim Smartphone – mithilfe von Apps über das linear laufende Programm hinaus zusätzliche Funktionen bietet. Eine überaus praktische Funktion aber wird bislang kaum genutzt: HbbTV

Per Smart-TV kann der Zuschauer beispielsweise über eine Mediathek zu einem beliebigen Zeitpunkt einen bestimmten Film, eine Serie oder eine TV-Sendung sehen. Hinzu bieten Smart-TVs häufig die Möglichkeit, im Internet zu surfen, Musik zu streamen oder Diashows zu zeigen.

Eine überaus praktische Funktion aber wird bislang kaum genutzt: HbbTV – oder aufgelöst „Hybrid Broadcast Broadband TV“. Wer die vollständige Bezeichnung langsam liest, bekommt schon eine Idee, wofür die Technik steht: nämlich für die Verbindung von TV und Internet („Hybrid“). Dabei stellen die Sender dem Zuschauer interaktiv zusätzliche Informationen zur Verfügung, vereinfacht ausgedrückt stellt HbbTV eine Art „Teletext 4.0“ dar.

Allerdings gelangen die angeforderten Inhalte anders als beim früheren Teletext nicht über das TV-Signal auf den Fernseher, sondern sie kommen eben aus dem Internet. HbbTV-fähige Fernseher oder SAT-Receiver müssen deshalb per WLAN oder Netzwerkkabel mit dem WWW verbunden sein. Die Art des Fernsehempfangs spielt dabei keine Rolle, die Hybridtechnik wird über Satellit, DVBT2 und Kabel unterstützt.

HbbTV, auch als das „Rote-Knopf-Fernsehen“ bezeichnet, bietet senderspezifische Zusatzinfos. So lässt sich blitzschnell die zugehörige Mediathek starten.
Vergrößern HbbTV, auch als das „Rote-Knopf-Fernsehen“ bezeichnet, bietet senderspezifische Zusatzinfos. So lässt sich blitzschnell die zugehörige Mediathek starten.

Wenig Verwendung findet HbbTV auch deshalb, weil der beim Einschalten des Fernsehers und beim Umschalten des Programms eingeblendete rote Knopf stets rasch wieder verschwindet. Doch auch danach steht HbbTV zur Verfügung; zum Aufrufen muss nur die rote Taste auf der Fernbedienung gedrückt werden.

Das ist deshalb ein Vorzug, weil HbbTV mit diesem einen Tastendruck senderspezifische Inhalte bietet, von der Programmvorschau bis zur Mediathek. Schaut man also gerade ein bestimmtes Programm, muss nicht erst die zugehörige Mediathek mühsam über die Bedienoberfläche des Fernsehers gestartet werden. Bei HbbTV steht sie sofort bereit.

Im Einzelfall, und das war eben beim öffentlich-rechtlichen Kinderkanal Kika der Aufhänger für diesen Tipp, schalten die Sender ihre HbbTV-Funktionen aber auch eher frei als die entsprechenden Apps für die TV- und/ oder Mobil-App-Stores. Probieren Sie HbbTV doch einfach einmal aus: „Rot“ schaltet die Funktion ein (und wieder aus), „Grün“ öffnet bei den öffentlich- rechtlichen Sendern meist die Programmvorschau (EPG), und „Gelb“ startet die Mediathek zum Streamen.

Tipp: Kaufratgeber: So finden Sie das perfekte TV-Gerät

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2397841