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Hausdurchsuchung beim AdBlock-Plus-Entwickler

30.01.2017 | 15:29 Uhr |

Die Staatsanwaltschaft hat eine Hausdurchsuchung bei Eyeo, dem Entwickler von AdBlock Plus, in Köln angeordnet.

Im Rechtsstreit zwischen dem Werbeblocker-Entwickler Eyeo und mehreren deutschen Medienhäusern hat sich die Staatsanwaltschaft Köln eingeschaltet. Wie heise Online berichtet , wurden am vergangenen Donnerstag Geschäftsräume in Köln und Berlin sowie drei Privatwohnungen durchsucht. Polizei und Staatsanwaltschaft suchten angeblich nach Hinweisen auf gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen.

Der Axel Springer Verlag befindet sich bereits seit mehreren Jahren im Rechtsstreit mit Eyeo. Bild Online war eines der ersten Online-Portale, das eine Sperre für AdBlock-Nutzer einrichtete. Axel Springer und andere Medienhäuser haben Eyeo wegen Verstößen gegen das Urheber- und Wettbewerbsrecht verklagt. Vor zwei Jahren erwirkte Axel Springer eine einstweilige Verfügung gegen Eyeo. Dem AdBlock-Entwickler wurde daraufhin die Veröffentlichung einer Filterregel zur Umgehung der Bild-Sperre untersagt. Einen weiteren Teilerfolg errang Axel Springer gegen die Blockade von redaktionellen Inhalten auf der AdBlock-Filterliste Easylist.

Hinter den Hausdurchsuchungen in der vergangenen Woche steckt laut Eyeo-Geschäftsführer Till Faida ebenfalls der Axel Springer Verlag. Faida sieht sein Unternehmen als Opfer einer juristischen Kampagne der deutschen Verlagshäuser. In einer Stellungnahme betont Faida, dass Eyeo mit den Ermittlungsbehörden intensiv zusammenarbeiten werde.

Bei dem Rechtsstreit geht es um die Frage, ob sich Eyeo tatsächlich von jeglicher Verantwortung für Filterlisten wie Easylist lossagen kann. Axel Springer will vor dem Bundesgerichtshof nicht nur einen Sieg gegen Eyeo einfahren, sondern auch Easylist – ein Open-Source-Projekt – aus dem Verkehr ziehen.

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