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Technik-Trends 2020: Schnittstellen & Protokolle

22.01.2020 | 08:06 Uhr | Arne Arnold, Verena Ottmann,

Der Hunger nach Bandbreite ist ungebrochen. Neue Versionen von Displayport und USB sollen ihn stillen, ohne allzu kompliziert zu sein. Zumindest bei USB 4 geht das Wirrwarr aber weiter und wird 2020 unvermindert für Diskussionen sorgen.

Displayport 2.0: Mitte letzten Jahres hat die Vesa (Video Electronics Standards Association) den neuen Video- und Audiostandard Displayport 2.0 offiziell vorgestellt. Mit ihm steigt die Maximalbandbreite theoretisch auf 80 GBit/s, während bei der Vorgängerversion 1.4 maximal 32,4 GBit/s möglich sind. Netto soll eine Datenrate von 77,4 GBit/s übrigbleiben und damit gut dreimal so viel wie bei der Version 1.4 mit 25,92 GBit/s.

Dank der gestiegenen Bandbreite lassen sich immer höhere Auflösungen realisieren: So unterstützt Displayport 2.0 neben 10K (10240 x 4320 Pixel) sogar 16K (15360 x 8460 Pixel) bei 60 Hertz Wiederholrate. Wichtiger als diese Auflösungshöhen ist die Bandbreite jedoch, wenn Sie mehrere hochauflösende Monitore über ein Kabel hintereinanderschalten wollen. Denn damit lassen sich beispielsweise zwei Schirme mit 8K-Auflösung (7680 x 4320 Pixel) mit 120 Hertz und 10 Bit ansteuern – allerdings mit DSC (Display Stream Compression). Bei drei 4K-Displays kommen Sie ohne DSC aus und erreichen 90 Hertz bei 10 Bit.

Mehr zum Thema: VESA stellt Displayport 2.0 vor - mit 8K-Unterstützung

Displayport 2.0 begegnet Ihnen sowohl im herkömmlichen Steckerformat als auch als USB Typ C. So kommen auch Adapter in den Genuss der höheren Bandbreite. Denn damit lassen sich bis zu drei 4K-Monitore mit 144 Hertz und 10 Bit ansteuern. Außerdem neu ist die Stromsparfunktion Panel Replay, bei der der Grafikprozessor nicht den gesamten Bildschirminhalt an das Panel übermittelt, sondern nur den Teil, der sich geändert hat. So kann der Schirm die Anzeige selbst auffrischen, wofür deutlich weniger Energie nötig ist. Die Funktion ist eine Weiterentwicklung der Technik Panel Self Refresh, die es bei Notebooks schon länger gibt.

Displayport 2.0 ist abwärtskompatibel und könnte bereits Ende dieses Jahres in den ersten Monitoren und Grafikkarten zu finden sein.

USB 4: Ganz sicher weiter heiß diskutiert wird der noch 2019 verabschiedete Standard USB 4. Denn aus der angekündigten generellen Unterstützung von Thunderbolt 3 hat das USB Implementers Forum (USBIF) eine optionale Möglichkeit gemacht. Die Folge: Nicht jedes Gerät mit USB 4 wird automatisch den vollen Funktionsumfang für die Anzeige- und Datenübertragung von Thunderbolt 3 (TB 3) mitbringen. Die bereits bestehende Verwirrung bei USB Typ C wird damit bleiben.

So kann ein USB-4-spezifiziertes Gerät im Datentransfer auch USB-3.2-Tempo (20 GBit/s oder Gen2x2) unterstützen und muss nicht unbedingt die TB-3-Geschwindigkeit von 40 GBit/s mitbringen. Außerdem ist nicht vorgeschrieben, dass alle USB-4-Geräte auch mit TB-3-Geräten zusammenarbeiten. Mehr noch: Auch USB 3.1 (Gen 2) mit 10 GBit/s sind unter dem Siegel von USB 4 erlaubt.

Was sich auf jeden Fall bei USB 4 verbessern soll, ist das Aufteilen der Bandbreite zwischen Video und Daten. Denn der Standard sieht vor, dass sich die Ressourcen dynamisch anpassen lassen. Das war bei USB 3.x nicht der Fall. Hier war die Aufteilung etwa beim Displayport-Alternate-Mode auf 50/50 festgelegt.

USB 4: Das müssen Sie wissen

Gleichzeitig hat das Steckerwirrwarr mit USB 4 ein Ende, denn den Standard gibt es nur zusammen mit Typ-C als Stecker. Dazu müssen zertifizierte Geräte USB PD (Power Delivery) beherrschen. Damit laden sie schneller und bringen ein verbessertes Power-Management mit. Allerdings müssen sie wiederum die 100-Watt-Grenze nicht zwingend erreichen. Ein Notebook mit USB-4-Schnittstelle sollte sich aber dennoch bis zu seinem spezifizierten Limit laden lassen.

Für Endverbraucher bedeutet die neue USB-Spezifikation keine wirkliche Entspannung. Auch wenn möglicherweise zum Ende des Jahres 2020 bereits die ersten Geräte mit USB 4 auf den Markt kommen, bleibt es unbedingt ratsam, die technischen Daten zum USB-Port genau zu studieren. Tröstlich ist, dass auch USB 4 rückwärtskompatibel ist. Damit können Sie ältere Adapter und Kabel weiterverwenden. Allerdings erreichen Sie nur das seinerzeit mögliche Spezifikationsmaximum. Um die Möglichkeiten von Thunderbolt 3 auszureizen, benötigen Sie jedoch spezielle Kabel.

Tech-up Weekly ist zurück aus der Winterpause und wir haben die Zeit genutzt und das Format etwas überarbeitet - keine Quicknews mehr, dafür mehr kompaktere Themen. Alle ausführlichen Infos findet Ihr wie immer in den hier verlinkten Artikeln.

Die Themen in Tech-up Weekly #172:

► Playstation 5: Sony enthüllt Logo der neuen Konsole:
www.pcwelt.de/news/Playstation-5-Sony-enthuellt-Logo-der-neuen-Konsole-10732133.html

► Sony stellt Elektro-Auto-Konzept Vision S vor:
www.pcwelt.de/news/Tesla-Konkurrent-Sony-stellt-Elektro-Auto-Konzept-Vision-S-vor-10732175.html

► AMDs 64-Kern-CPU für 3.950 US-Dollar ab 7.2. erhältlich:
www.pcwelt.de/news/AMDs-64-Kern-CPU-fuer-3.950-US-Dollar-ab-7.2.-erhaeltlich-10732091.html

► WhatsApp: Verbot für praktische Funktion in Deutschland:
www.pcwelt.de/news/WhatsApp-Verbot-fuer-praktische-Funktion-in-Deutschland-10730819.html

► Unpacked: Samsung stellt Galaxy S11 im Februar vor:
www.pcwelt.de/news/Unpacked-Samsung-stellt-Galaxy-S11-im-Februar-vor-10731912.html

► Windows 11: Fan verpasst Windows eine Schönheitskur:
www.pcwelt.de/news/Windows-11-Fan-verpasst-Windows-eine-Schoenheitskur-10732746.html

► TOI 700 d: NASA entdeckt potentiellen Erde-Zwilling:
www.pcwelt.de/news/TOI-700-d-NASA-entdeckt-potentiellen-Erde-Zwilling-10732303.html

► NRW Justiz versteigert Bitcoin-Vermögen von Kriminellen:
www.pcwelt.de/news/NRW-Justiz-versteigert-Bitcoin-Vermoegen-von-Kriminellen-10733183.html

► Galaxy S10 geschenkt mit 14-GB-Tarif im Telekom-Netz:
www.pcwelt.de/news/Galaxy-S10-geschenkt-mit-14-GB-Tarif-im-Telekom-Netz-10732778.html

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