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Hardware-Trends 2017: Künstliche Intelligenz

31.01.2017 | 09:10 Uhr |

KI oder denkende Maschinen waren lange Zeit ein Bereich für Forscher und Science-Fiction-Autoren. In diesem Jahr erreichen uns konkrete Produkte, die das Leben einfacher machen sollen. Smarte Lautsprecher sind dabei nur der Anfang. Der Trend geht zum Familienroboter.

Ein Megatrend in diesem Jahr sind smarte Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant . Sie bauen auf künstlicher Intelligenz (KI) auf und werden per Sprachsteuerung genutzt. Dabei geht es darum, möglichst normal zu reden. Über einen vordefinierten Sprachbefehl setzt der Nutzer das Gerät auf Empfang – etwa „OK Google“ oder „Alexa“. Danach spricht er mit dem Gerät wie mit einer real existierenden Person. Das „Hirn“ – die KI – sitzt in der Cloud. Hier wird die Sprache in Fähigkeiten umgesetzt, um etwa einen bestimmten Musiktitel abzuspielen, die Nachrichten vorzulesen oder Wissensfragen zu beantworten. Das Smartphone oder der Lautsprecher gibt das Ergebnis wieder. Die ersten Produkte sind schon auf dem Markt – etwa der smarte Lautsprecher Amazon Echo oder die Smartphones der Google-Pixel-Reihe . Die derzeit teils noch begrenzten Fähigkeiten lassen sich ausbauen. Über freie Software-Kits wie etwa Amazons Alexa Voice Service (AVS) Kit lernen die Geräte weitere „Skills“.

Dass die KI-Systeme nur verzögert in unterschiedlichen Ländern eingeführt werden, liegt an Schwierigkeiten mit Dialekten und an den weltweit unterschiedlichen Datenschutzbestimmungen. Schließlich können die Geräte dank der eingebauten Mikrofone theoretisch immer mithören, auch wenn die Hersteller behaupten, dass sie erst durch die entsprechenden Keywords aktiv werden. In der Pipeline für 2017 befindet sich mit Google Home ein weiterer smarter Lautsprecher und Konkurrent zu Amazon Echo. Er ist bereits in den USA zu haben und soll schon sehr weit in Sachen Hochdeutsch und Schwyzerdütsch sein. Das System ist mit Philips Hue , Nest , Samsung Smart Things und IFTTT (If This Than That) kompatibel.

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Ziel ist, die eingesetzte KI-Technik in herstellerübergreifenden Produkten einzusetzen. So reden Sie etwa mit einem Amazon-Alexa-Gerät und steuern darüber auch Ihre Smart-Home-Produkte wie Lampen, Lichtschalter und Thermostate. Das funktioniert schon mit der Hue-Lampen-Serie von Philips. Ab dem Frühjahr kommt das Sonos-Musiksystem dazu. Sie können dann Ihre Sonos-Lautsprecher über einen Echo oder Echo Dot steuern, um etwa einen Song in einem bestimmten Zimmer abzuspielen oder ihn pausieren zu lassen. Neben Musik erhalten Sie dank Alexa auch Informationen zum Lied oder dem Interpreten. Neue Produktgruppen inklusive bereits bestehender Geräte sollen per Software-Update KI-fähig werden. Der Vorteil des übergreifenden KI-Konzepts: Sie benutzen immer dieselben Keywords, um die Systeme in Betrieb zu nehmen. Neue Befehle müssen Sie nicht lernen.

Der Omate Yumi nutzt die KI-Technik Amazon Alexa und soll sich im Haus nützlich machen.
Vergrößern Der Omate Yumi nutzt die KI-Technik Amazon Alexa und soll sich im Haus nützlich machen.
© Omate

Auch bei KI direkt auf dem Mobilgerät tut sich Einiges. Die größte Herausforderung liegt hier in der nötigten Rechenpower. Denn KI-Systeme sollen bei Mobilgeräten nicht in die Cloud ausgelagert sein, sondern direkt auf dem Gerät arbeiten. Facebook prescht derzeit vor und liefert als erstes Beispiel spezielle Filter aufs Smartphone, mit denen sich Fotos und Live-Videos in Echtzeit in berühmte Kunstwerke verwandeln lassen.

Im ersten Schritt ist das mehr eine Spielerei. Es sollen jedoch weitere Funktionen folgen wie etwa Gestensteuerung und realistischere VR-Avatare. Herzstück am Facebook-Bilderfilter ist das KI-Verarbeitungssystem Caffe2Go, mit dem sich die künstlerischen Verwandlungen um den Faktor 100 verkleinern lassen. Darüber hinaus verringert das Unternehmen die Rechenlast durch einen begrenzten Satz an Modellen.

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Wie stark die Unternehmen auf KI setzen, zeigt sich wiederum bei Facebook. So sollen im Unternehmen derzeit bis zu 300 000 Maschinenlernmodelle getestet werden. Was sie dazulernen, können sie sich gegenseitig über das Datenaustauschwerkzeug AutoML beibringen. Neben Mobilgeräten und Lautsprechern erwarten uns 2017 auch Familienroboter mit Alexa. Ein Beispiel ist der Omate Yumi . Der Roboter ist als Indiegogo-Projekt gestartet und soll im dritten Quartal dieses Jahres für rund 600 Dollar in die Läden kommen. Yumi basiert komplett auf KI und soll als smarter Familienassistent mit allen Mitgliedern sprechen, das Smart Home steuern, Dienste wie Videoanrufe übernehmen und Musik abspielen können. Dabei sieht er lächelnd in die Gegend und trägt leicht menschliche Züge.

Yumi wird nicht der einzige Roboter sein, den wir in diesem Jahr zu sehen kriegen. Ein Treffpunkt für aktuelle Serviceroboter steht im März mit der Cebit in Hannover schon fest. Denn das diesjährige Partnerland Japan legt mit rund 120 Unternehmen den Fokus auf Dienstleistungsroboter.

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