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Hardware-Temperatur im Blick: Die besten Tools

20.01.2022 | 11:15 Uhr | Roland Freist, Sebastian Schenzinger

Wenn es dem Rechner zu warm wird, ist die Hardware gefährdet – und drosselt das Tempo. Wie Sie die Hitzeentwicklung im PC kontrollieren und wann Sie eingreifen sollten, erfahren Sie hier.

Aktuell herrschen in Deutschland zwar frostige Temperaturen, doch wenn im Sommer die Temperaturen steigen hat nicht nur der Mensch zu schwitzen. Auch der Rechner leidet, denn er hat große Mühe, die Hardwarekomponenten wie Prozessor, RAM, Festplatte/SSD, Netzteil und nicht zuletzt die Grafikkarte auf Temperaturen innerhalb ihrer Spezifikationen zu halten. Zum Glück brennen heutige CPUs nicht mehr durch, sondern drosseln über eine Schutzschaltung ihre Taktrate, bis die Normtemperatur wieder erreicht ist. Gleichzeitig erhöhen moderne Motherboards die Geschwindigkeit des CPU- und eventuell auch noch anderer Lüfter, bis die Temperatur wieder im Normbereich liegt. Auch GPUs sorgen vor und takten gewöhnlich vorübergehend herunter, wenn sie zu heiß werden.

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Leider gibt es von Windows keine Hinweise, wenn einer der Chips überhitzt. In extremen Fällen spüren Sie lediglich, dass Anwendungen langsamer starten und nur noch verzögert reagieren. Das kann aber auch auf im Hintergrund laufende Prozesse zurückzuführen sein, die den Prozessor in Beschlag nehmen. Immerhin lässt sich ab Windows 10 die Temperatur der Grafikkarte über den Task-Manager auslesen. Führen Sie hierzu einen Rechtsklick auf die Taskleiste aus, um über das Menü den Task-Manager zu öffnen. Wechseln Sie im Task-Manager zum Reiter "Leistung". Auf der linken Seite sollten ganz unten in der Liste die verbauten GPUs aufgeführt sein. Dort ist nicht nur die derzeitige Auslastung in Prozent, sondern auch die Temperatur der Grafikeinheit aufgelistet.

Im Taskmanager lässt sich die Temperatur der Grafikeinheit auslesen.
Vergrößern Im Taskmanager lässt sich die Temperatur der Grafikeinheit auslesen.

Doch es gibt eine Reihe nützlicher Tools, die Ihnen die aktuellen Temperaturen der Hardware anzeigen und teilweise auch deren Grenzwerte kennen. So zum Beispiel der MSI Afterburner , über welchen sich Informationen zur Grafikkarte auslesen lassen. 

Der MSI Afterburner bietet unter allen Tuning-Tools für die Grafikkarte die beste Unterstützung für Hersteller und Modelle. Weitere Infos zu diesem und ähnlichen Tools finden Sie im Abschnitt „Grafikkarte kontrollieren“.
Vergrößern Der MSI Afterburner bietet unter allen Tuning-Tools für die Grafikkarte die beste Unterstützung für Hersteller und Modelle. Weitere Infos zu diesem und ähnlichen Tools finden Sie im Abschnitt „Grafikkarte kontrollieren“.

Core Temp

Das kleine Tool Core Temp ist eine Art Klassiker unter den Temperaturanzeigen und auf jeden Fall eine Referenz, an der sich die Konkurrenz messen lassen muss. Die Software beschränkt sich auf die Anzeige der aktuellen Betriebstemperaturen der CPU-Kerne und verzichtet auf entsprechende Angaben zu Festplatte/SSD oder zur Grafikkarte. Dafür erledigt sie ihren Job jedoch sehr gründlich und bietet eine Vielzahl von Funktionen. Das geht bereits damit los, dass Core Temp die Temperatur jedes CPU-Kerns respektive CCX bei AMD-Prozessoren einzeln misst – andere Programme liefern oft nur einen Gesamtwert. Die Gradangaben tauchen in gut leserlichen, farblich unterschiedlichen Ziffern im Systray der Taskleiste auf, die Darstellung lässt sich zudem anpassen. Weiterhin kann der Anwender auch die aktuelle Taktfrequenz, die Auslastung sowie die Belegung des Arbeitsspeichers einblenden.

Das Tool Core Temp ist die Referenzklasse, wenn es um die Anzeige der Prozessortemperaturen geht.
Vergrößern Das Tool Core Temp ist die Referenzklasse, wenn es um die Anzeige der Prozessortemperaturen geht.

Nur wenige der hier vorgestellten Tools kennen wie Core Temp die von den Herstellern empfohlenen Maximaltemperaturen für die Prozessoren. Auf Basis dieser Daten lässt sich ein Überhitzungsschutz aktivieren, der entweder automatisch oder beim Erreichen einer voreingestellten Grenze eine Warnung am Bildschirm einblendet.

Cpuid HWMonitor

Die Freeware Cpuid Hwmonitor zeigt die aktuellen Temperaturen von CPU, Massenspeichern und Grafikchip. Zu den weiteren Infos zählen die Taktfrequenz des Prozessors, die Belegung der Festplatte und die Auslastung der GPU an.
Vergrößern Die Freeware Cpuid Hwmonitor zeigt die aktuellen Temperaturen von CPU, Massenspeichern und Grafikchip. Zu den weiteren Infos zählen die Taktfrequenz des Prozessors, die Belegung der Festplatte und die Auslastung der GPU an.

Der Cpuid HWMonitor besteht lediglich aus einem einzigen Fenster, das in Tabellenform viele Informationen rund um die CPU, den Systemspeicher, die Grafikeinheit und sogar die Batterie auflistet. Dazu zählen nicht nur die Temperaturen, sondern auch anliegende Spannungen, Taktraten und der aktuelle Verbrauch. Zwei weitere Spalten zeigen neben dem Aktuellen auch den Minimal- und den Maximalwert an.

Das Programm ist schön übersichtlich, besitzt allerdings keine Informationen über die vom Hersteller definierten Grenzwerte. Eine Alarmfunktion fehlt ebenso wie die Möglichkeit, einzelne Temperaturanzeigen in die Taskleiste zu minimieren.

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HWiNFO

Hwinfo liefert umfangreiche Informationen zur Hardware von 32- und 64-Bit-Systemen. Dazu zählt auch die aktuelle Temperatur der CPU.
Vergrößern Hwinfo liefert umfangreiche Informationen zur Hardware von 32- und 64-Bit-Systemen. Dazu zählt auch die aktuelle Temperatur der CPU.

HWiNFO  liefert einen umfassenden Überblick zur Hardware Ihres Computers, angefangen von der CPU über die GPU, Motherboard und Speicher, Laufwerke, Sound- und Netzwerkchip bis hin zum Monitor und den vorhandenen Ports. Dabei ist es so gründlich, dass es auch die aktuellen Temperaturen von CPU, GPU und Festplatten vermerkt. Diese Informationen bekommen Sie ähnlich wie beim Hwmonitor in Tabellenform aufgelistet. Sobald eine kritische Temperatur erreicht wird, färbt das Programm die Zahl rot ein. Zudem lässt sich über die aktuell vorliegende Temperatur (Core Temperatures) und die Temperaturdifferenz bis zum Maximalwert (Core Distance to TjMAX) herausfinden, wie hoch die maximal zulässige Temperatur liegt. 

Das Programm ist nicht nur als 32- und 64-Bit-Ausführung, sondern auch als portable Version erhältlich, welche Sie nicht installieren müssen.

Open Hardware Monitor

Der  Open Hardware Monitor  ähnelt im Design stark dem Hwmonitor: Die Software besteht im Wesentlichen aus einer langen Tabelle, welche die aktuellen Daten von CPU, RAM, GPU und Festplatte präsentiert. Dazu gehören, sofern verfügbar, immer auch die aktuellen Temperaturen. Insbesondere die Angaben zur Grafikkarte sind sehr ausführlich, man kann dort auch die Werte zur Taktfrequenz von Core, Speicher und Shader ablesen, erfährt die jeweilige Auslastung sowie die aktuelle Rotationsgeschwindigkeit des Lüfters in Prozent. Allerdings fehlen auch in diesem Programm Angaben zu den zulässigen Maximalwerten, eine Anzeige für die Taskleiste und eine Alarmfunktion.

GPU-Z

GPU-Z bietet eine Fülle an Daten zur Grafikkarte und ist das derzeit beste Tool seiner Art auf dem Markt.
Vergrößern GPU-Z bietet eine Fülle an Daten zur Grafikkarte und ist das derzeit beste Tool seiner Art auf dem Markt.

GPU-Z  ist ein gutes Tool für Informationen aller Art zur eingebauten Grafikkarte. Auf seiner Startseite liefert es umfangreiche Daten zur Hardware der GPU, die es einer internen Datenbank entnimmt. Ein Klick auf den Button „Lookup“ führt zu einer Onlineversion dieser Datensammlung. Nach einem Wechsel zum Register „Sensors“ bekommen Sie die aktuellen Messwerte angezeigt, neben der Temperatur sind das die Taktfrequenz von GPU und Speicher, die Geschwindigkeit des Lüfters in Prozent, die Auslastung von Grafikspeicher und Chip sowie die anliegende Spannung. Leider gibt es keine Infos zu Maximalwerten, keine Alarmfunktion und keine Möglichkeit, das Tool in die Taskleiste zu verlagern. Immerhin besitzt GPU-Z jedoch eine Always-on-Top-Funktion, die das Programmfenster auf Wunsch immer sichtbar hält.

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HD Tune

HD Tune ist eigentlich ein Festplatten-Benchmark, zeigt aber auch schnell und unkompliziert die aktuelle Temperatur der ausgewählten Disk an.
Vergrößern HD Tune ist eigentlich ein Festplatten-Benchmark, zeigt aber auch schnell und unkompliziert die aktuelle Temperatur der ausgewählten Disk an.

Mit HD Tune bekommen Sie einen kleinen, kostenlosen Benchmarktest für Ihre Festplatte oder SSD. Das Programm misst Transferdaten und Zugriffszeiten und sucht auf Wunsch auch nach defekten Sektoren. Dabei zeigt es permanent die aktuelle Temperatur an. Über „Options“ können Sie sogar einen Grenzwert einstellen; wird er überschritten, schlägt das Tool über das Info-Center von Windows 10 Alarm.

Occt

Occt ist ein Tool, mit dem Sie CPU, GPU und Netzteil einem Stresstest aussetzen können. Über einen einstellbaren Zeitraum hinweg werden aufwendige Berechnungen durchgeführt, welche die Hardware ordentlich ins Schwitzen bringen. Auf diese Weise können Sie sehen, ob Ihr PC auch an einem warmen Sommertag unter Höchstlast noch zuverlässig laufen würde oder ob die Kapazität der Lüfter erhöht werden muss. Occt nennt Ihnen unter anderem die Temperatur der CPU, doch das ist in diesem Fall nicht die Hauptfunktion des Programms. Temperaturangaben zur GPU fehlen, die Festplatte berücksichtigt das Programm überhaupt nicht.

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