2262313

Whatsapp: Großbritannien will Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten

27.03.2017 | 09:34 Uhr |

Nach dem Terroranschlag in London fordert die britische Innenministerin Rudd Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten von Whatsapp und anderen Messengern.

Nach dem Westminster-Anschlag in London vom 22. März 2017, bei dem ein vermutlich islamistisch motivierter Attentäter vier Menschen getötet hat, fordert die britische Innenministerin Amber Rudd, dass Sicherheitsbehörden verschlüsselte Nachrichten von Whatsapp und anderen Messenger-Diensten mitlesen können. Anlass für diese erneut aufflammende Diskussion: Der Attentäter Khalid Masood soll rund drei Minuten vor dem Anschlag noch via Whatsapp kommuniziert haben. Der Inhalt der Whatsapp-Nachricht ist unbekannt. Ebenso ist unbekannt, ob Masood eine Nachricht verschickt oder empfangen hat.

Rudd fordert, dass Polizei und Geheimdienste Zugriff auf die Nachrichten bekommen, um künftige Terroranschläge verhindern zu können. Whatsapp dürfte kein geheimer Platz sein, an dem Terroristen sich austauschen können, so Rudd. Sie kritisiert insbesondere, dass Regierungsbehörden wegen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die Nachrichten nicht lesen könnten.

Die Innenministerin hat deshalb Entscheidungsträger von führenden Technologie-Unternehmen für den 30. März 2017 zu einer Besprechung eingeladen. Rudd will keine neuen Gesetze, sondern sie hofft, dass die Internetunternehmen freiwillig kooperieren. Schließlich hätten die Verantwortlichen der IT-Firmen Familien und Kinder. Sie sollten also auf Seiten der Regierung sein, fährt Rudd fort.

Für ihre Forderung erntet Rudd aber auch Widerspruch. So betont der liberale Politiker Brian Paddick, dass es keine verhältnismäßige und auch keine effektive Reaktion auf den Anschlag wäre, wenn man den Sicherheitsdiensten Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten geben würde. „Die Terroristen wollen unsere Freiheit zerstören und unsere demokratische Gesellschaft unterminieren“, so Paddick. „Drakonische Gesetze, die unsere Bürgerrechte beschränken, würden den Terroristen in die Hände spielen“, fährt der Politiker fort. Ähnlich äußerte sich ein Labour-Führer: Polizei und Geheimdienste würden bereits umfangreiche Möglichkeiten besitzen.

Whatsapp auf dem iPad – So geht's

Whatsapp zeigte sich in einer Stellungnahme „entsetzt“ über den Londoner Anschlag und betonte, dass es mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten würde.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2262313