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Grindr: Dating-App gibt HIV-Daten weiter

04.04.2018 | 14:17 Uhr |

Nach der Einführung des bejubelten HIV-Test-Features wurde nun bekannt, dass die Dating-App die HIV-Daten der Nutzer weitergegeben haben soll.

Vor wenigen Tagen kündigte das Dating-Portal Grindr ein neues Feature für seine Nutzer an. Das Netzwerk für homo-, bi- und transsexuelle Menschen wollte eigenen Aussagen zufolge den Umgang mit Aids und dem HIV-Virus normalisieren und führte dafür eine neue Hinweis-Funktion an. Grindr erinnert seine Nutzer in regelmäßigen Abständen daran, einen HIV-Test zu machen. Details zur nächsten Teststelle liefert die App gleich mit. Ob sie HIV-positiv sind oder nicht, können Grindr-Nutzer auch auf freiwilliger Basis in ihrem Profil hinterlegen. Dass diese sensiblen Daten bei Grindr sicher sind, daran hatte ein Großteil der Nutzer keinen Zweifel. Die Funktion wurde zudem von den Medien für den Versuch, „einen offenen Dialog“ anzuregen, gelobt.

Wenige Tage, nachdem das Feature unter anderem noch von der New York Times bejubelt wurde, gerät Grindr nun in die Kritik. Die unabhängige norwegische Forschungsorganisation Sintef hat bei Grindr die Handhabe von Nutzerdaten untersucht und kam zu schockierenden Ergebnissen. So soll Grindr die von den Nutzern hinterlegten Details zu ihrem HIV-Status weitergegeben haben . Wie das Unternehmen in dieser Woche erklärt, seien die Daten nicht etwa für Werbezwecke an andere Unternehmen weitergeleitet worden, sondern lediglich, um die „App zu verbessern“. In Zukunft wolle man dieses Vorgehen jedoch im Zuge der allgemeinen Entrüstung einstellen. Mit dem nächsten Software-Update für die Grindr-App werde die Übertragung der HIV-Daten abgestellt, so Sicherheitschef Bryce Case.

Dazu, dass neben dem HIV-Status auch Nutzerdaten wie Aufenthaltsort, Geschlecht, Alter, Beziehungsstatus und Smartphone-ID laut Sintef an sogenannte App-Optimierer wie Mopub, Apptimize und Localytics weitergegeben wurden, darüber schweigt sich Grindr in seiner Stellungnahme aus. Die Weitergabe dieser persönlichen Daten wird mit dem nächsten App-Update Mutmaßungen zufolge hingegen nicht eingestellt.

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