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GPS-Tracker für Hunde und Katzen

05.05.2017 | 15:00 Uhr |

Haustiere kann man mit einem GPS-Tracker orten: Vermisstenzettel aufhängen ist so überflüssig. Wir geben einen Überblick, wie dies funktioniert.

Katzen, Hunde, Meerschweinchen oder Hasen. An Haustieren erfreuen sich viele, es sei denn, Ameisen laufen durch das Wohnzimmer oder Silberfische tummeln sich im Bad. Wer seinem geliebten Vierbeiner Auslauf ohne Leine gönnen möchte, kann mit einem GPS-Tracker auf Nummer Sicher gehen. Denn so lässt sich metergenau verfolgen, wo sich der kleine Racker aufhält. Möglich machen dies sogenannte GPS-Tracker: Diese Geräte empfangen von Satelliten GPS-Signale und können so bis auf wenige Meter genau die Position bestimmen.

GPS-Tracker für Hund oder Katze

GPS-Tracker gibt es für Gepäck, Fahrräder oder zur Ortsbestimmung von PKWs oder LKWs. Auch die Position von Haustieren lässt sich mit speziellen GPS-Trackern bestimmen. Die Besonderheit hierbei: Die Tracker müssen klein, leicht und am besten wetterfest sein. Des Weiteren müssen die Daten vom Tracker irgendwie zum Herrchen übertragen werden. Dazu gibt es zwei Wege: Über Mobilfunk oder über Bluetooth.

Tracker mit Mobilfunk-Vertrag: Dazu verwenden die Tracker oft eingebaute Mobilfunkkarten. Das bedeutet auch, dass hier monatliche Gebühren für einen Mobilfunkvertrag fällig werden, möchte man einen solchen Tracker für seinen Hund oder seine Katze verwenden. Auch wenn solche Tracker monatliche Kosten verursachen, haben sie zwei entscheidende Vorteile: Das GPS-Signal lässt sich so überall dort empfangen, wo man Internet-Zugang hat. Und befindet sich das Tier innerhalb eines Gebäudes, kann man es dank den Mobilfunk-Daten zumindest noch sehr grob orten.  Neben den Zusatzkosten ist die Baugröße und die doch recht kurze Akku-Laufzeit ein Nachteil, möchte man die Positionssignale des Trackers in kurzen Intervallen empfangen.

Tracker mit Bluetooth: Eine Alternative zu den GPS-Trackern mit Mobilfunk-Übertragung der Daten sind GPS-Tracker mit Bluetooth. Im Freien soll man per Bluetooth 4 das Signal theoretisch bis zu 75 Metern empfangen können, doch in der Praxis dürfte sich dieser Radius drastisch verkleinern. GPS-Tracker mit Bluetooth sind deutlich kleiner und leichter als die Varianten mit Mobilfunk, zudem halten die Batterien um ein vielfaches länger. Zudem kosten diese Bluetooth-GPS-Tracker deutlich weniger. Der Nachteil ist allerdings der begrenzte Radius, zudem ist eine Ortung in Gebäuden nicht mehr möglich.

TIPP Ein kleiner Zettel mit Adresse und Telefonnummer lässt sich leicht zusätzlich am Halsband anbringen. Dies ist für freilaufende Hunde und Katzen sehr empfehlenswert.

Im Test: Petpointer aus der Schweiz

Sucht man auf Amazon nach geeigneten GPS-Trackern, dann wird man schnell bei dem Petpointer aus der Schweiz fündig. Dieser Tracker, nach Angaben des Herstellers der kleinste der Welt, hat mit die besten Bewertungen der Käufer erhalten. Ein Grund für uns, diesen Aufpasser für den Vierbeiner zu testen. Als Test-Tier dient der Kater Rudi, der seine ersten Schritte als Freigänger machte. Ideal dafür ist also ein GPS-Sender, der die besorgten Katzenbesitzer darüber informiert, wo sich das Tier aufhält.

Petpointer überträgt die GPS-Daten per Mobilfunk an das Frauchen beziehungsweise Herrchen. Dazu muss man einen Vertrag bei Swisscom abschließen, das gelingt über die Petpointer-Webseite sehr einfach. Wer beispielsweise einen Vertrag über 24 Monate wählt, zahlt 3,96 Euro pro Monat.

Der GPS-Tracker Petpointer sendet die Positionsdaten per Mobilfunk. Über die Webseite kann man verschiedene Optionen für einen Mobilfungvertrag wählen.
Vergrößern Der GPS-Tracker Petpointer sendet die Positionsdaten per Mobilfunk. Über die Webseite kann man verschiedene Optionen für einen Mobilfungvertrag wählen.

Petpointer: Hardware verbesserungswürdig

Den GPS-Tracker befestigt man mit einer Art Kabelbinder an das Halsband des Tieres. Der Akku wird auf den Tracker geschoben. Wird der Tracker mit Strom versorgt, ist er sogleich aktiv. Einen Schalter braucht man nicht zu betätigen. Der austauschbare Akku ist eigentlich eine gute Idee, sofern man einen separaten Akku samt Ladegerät gekauft hat. Doch der Akku arretiert nicht ein und sitzt auch recht locker im Tracker. So kann es leicht passieren, dass der Akku aus dem Tracker rutscht, sofern man ihn nicht mit einem Stück Klebeband fixiert. Zudem kann man den Akku auch verkehrt herum einschieben. In diesem Fall lässt er sich nicht mehr entnehmen, da die Kontakte wie Widerhaken wirken. Als Trick schiebt man in diesem Fall ein dünnes Stück Plastik oder Karton soweit zwischen Tracker und Akku, bis die Kontakte überdeckt sind. Dann lässt sich ein verkehrt herum eingelegter Akku wieder entfernen. Sehr empfehlenswert ist die zusätzliche Petpointer Schutzhülle für knapp 10 Euro, die den Tracker vor Regen schützt und zudem den Akku fixiert.

Petpointer zeigt Heatmap oder Verlauf der Ortungspunkte

Um die Position des GPS-Trackers zu sehen, registriert man sich auf www.petpointer.ch. Auf einer Open-Streetmap-Karte lässt sich dann die Position der letzten 10 Tage ansehen. Wer möchte, kann sich die Positionen eines bestimmten Tages auch speichern. Ein Export der Daten ist allerdings nicht möglich.

Intervalle : Als Intervall kann man zwischen Full Tracking und Zeiten zwischen fünf Minuten und zwei Stunden wählen. Je kürzer die Intervalle, desto kürzer ist auch die Akku-Laufzeit. Beim Full Tracking beispielsweise sendet der Tracker alle 30 Sekunden die Position über Mobilfunk. Das kostet viel Strom und so ist der Akku bereits nach rund drei Stunden leer. Bei einem Intervall von zwei Stunden hält der Akku dagegen mehrere Tage.

Positionsbestimmung ist in unserem Praxistest zwischen wenigen Metern bis zu 20 Metern genau. Ist kein GPS-Signal verfügbar, ermittelt der Tracker automatisch die Position per GSM aufgrund der Mobilfunkmasten. Diese Ortung ist allerdings sehr unpräzise und kann bis zu mehrere hundert Meter abweichen.

Die Smarphone-App, hier die iOS-Variante, bildet im wesentichen die Webseite ab. Komfortabler ist die Ansicht jedoch an einem Mac beziehungseise indows-PC, freilich etwas unpraktisch, wenn man sich auf die Suche nach dem Haustier macht.
Vergrößern Die Smarphone-App, hier die iOS-Variante, bildet im wesentichen die Webseite ab. Komfortabler ist die Ansicht jedoch an einem Mac beziehungseise indows-PC, freilich etwas unpraktisch, wenn man sich auf die Suche nach dem Haustier macht.

Smartphone-Version : Über die Weboberfläche bietet Petpointer etwas mehr Funktionen als über die gleichnamige App, die es für iOS und Android gibt.

Heatmap Die Ortungspunkte kann man sich als Punkte, Linie oder Heatmap anzeigen lassen. Interessant ist die vor allem die Heatmap, die das Verhalten von Hund und Katze dokumentiert: Denn so zeigt sich je mach rot eingefärbten Flächen, an welchen Orten sich das Tier besonders häufig aufhält- und an welchen Orten nicht.

Virtueller Zaun Den Bereich, in dem sich das Tier normalerweise aufhält, kann man sehr bequem mit einem virtuellen Zaun (Geo-Fence) versehen. Wir dieser überschritten, kann man sich per E-Mail darüber benachrichtigen lassen.

Fazit GPS-Tracker Petpointer für Haustiere

Die Bauweise des kleinen Trackers ist zwar verbesserungswürdig. Doch nach etwas Eingewöhnung mit den verschiedenen Intervallen liefert das Gerät in den meisten Fällen zuverlässig die Positionsdaten seines Haustiers. Die Funktionen über die Web-Oberfläche sind ausgereift und vielfältig. Wir würden uns nur noch eine Export-Möglichkeiten der Geo-Daten sowie eine Update-Möglichkeit des GPS-Trackers via Mac aus wünschen. Denn derzeit braucht man einen Windows-Rechner um die Firmware des Trackers zu aktualisieren. Doch eine Mac-Unterstützung soll bald folgen.

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