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GoPro-Tricks: Filmen wie die Profis

14.08.2017 | 14:00 Uhr | Dennis Steimels

Schluss mit öden Diashows! Machen Sie Ihren Urlaub oder Ausflug zu einem filmreifen Action-Spektakel. Mit unseren Tipps und dem richtigen Zubehör begeistern Sie Ihre Zuschauer zu Hause.

Action-Kameras wie die Modelle von Go-Pro bringen Zuschauer mitten ins Geschehen. Wenn Sie eine Kamera beim Wandern, Radeln, Skifahren oder Schwimmen mitnehmen, können spannende Bilder entstehen, die den Spaß, den Sie bei Ihren Ausflügen hatten, perfekt transportieren. Doch perfekte Aufnahmen und verwackelte Fehlschüsse liegen nah beieinander. Anstatt einfach drauflos zu filmen, sollten Sie sich deshalb vorher überlegen, welche Situationen Sie wie aufnehmen wollen.

Tipp 1: Eine außergewöhnliche Perspektive finden

Die Action-Kameras lassen sich dank der kompakten Größe und der unterschiedlichen Halterungen fast überall anbringen. Das bietet für Sie viele Möglichkeiten, Situationen aus außergewöhnlichen und überraschenden Blickwinkeln zu filmen: Wenn Sie die Kamera auf dem Skihelm oder dem Fahrradlenker installieren, filmen Sie sich aus der Ego-Perspektive. Sie können die Kamera auch so an einem Fahrzeug befestigen, dass diese Sie selbst aufnimmt und so aus der „Third Person“-Sicht filmt.

Um den optimalen Blickwinkel zu finden, empfehlen wir Ihnen die Go-Pro Hero 5 Black mit integriertem Display. Sie können jedoch auch Kamera und Smartphone via WLAN verbinden und bestimmen die Kameraposition mithilfe der Live-Ansicht auf dem Handybildschirm. Denn so sehen Sie direkt auf dem Bildschirm, was die Kamera aufnimmt und wie die entsprechende Perspektive wirkt.

Mehr Flexibilität bieten Ihnen zusätzliche Halterungen: Dazu gehören die 3-Way-Halterungen für Selfies, „Handler“ für Aufnahmen im Wasser und „Chesty“ für coole Aufnahmen aus der Ego-Sicht auf Brusthöhe. Alle Infos zu den Halterungen und zu anderem Zubehör stehen im Kasten unten.

Eine Aufnahme saugt viel Strom – besonders bei hoher Auflösung und Bildrate. Deshalb sollten Sie nicht auf Zusatzakkus für die Action-Kamera verzichten.
Vergrößern Eine Aufnahme saugt viel Strom – besonders bei hoher Auflösung und Bildrate. Deshalb sollten Sie nicht auf Zusatzakkus für die Action-Kamera verzichten.
© GoPro

Tipp 2: Wählen Sie den richtigen Aufnahmemodus

Bevor Sie die Videoauflösung aussuchen, stellen Sie am besten den Bildausschnitt ein. Je nach Perspektive ist ein anderes Bildformat sinnvoll. Wir empfehlen für die meisten Aufnahmen, „weit“, „mittel“ oder „eng“ zu wählen. Der „Wide“-Modus bringt die klassische Go- Pro-Ansicht mit leichter Bildkrümmung mit sich und fängt ein breites Bild ein. Mittels „Narrow“ filmen Sie dagegen Nahaufnahmen. „Super View“ bringt zwar noch mehr Bildinhalt, die Bildkrümmung ist in diesem Fall aber fast zu stark, kann jedoch in bestimmten Situationen für einen außergewöhnlichen Bildeindruck sorgen, wenn Sie es nicht übertreiben.

Die möglichen Auflösungen für die Aufnahme hängen vom gewählten Bildformat ab. Die neuen Go-Pro-Modelle filmen zwar mit einer Auflösung von bis zu 4K, doch mit einer geringeren Bildrate als bei einer niedrigeren Auflösung. Aus diesem Grund empfehlen wir bei schnellen Action-Aufnahmen wie beim Snowboarden oder Motorradfahren den Modus 1080p (Full- HD: 1080 x 1920 Pixel) mit 60 Bildern pro Sekunde – maximal sind 120 Bilder pro Sekunde möglich. Der Vorteil: Sie können einzelne Videosequenzen nachträglich verlangsamen, um damit einen Zeitlupeneffekt zu erreichen. Das klappt nur dann, wenn Sie eine hohe Bildrate für die Aufnahme gewählt haben. Für beeindruckende Landschafts- oder gar Luftaufnahmen ohne schnelle Bewegungen können Sie allerdings auf die höchste Auflösung wechseln – in diesem Fall 4K mit 30 Bildern pro Sekunde.

Tipp: GoPro Hero 5 und Hero 4: Das beste Zubehör für Actioncams

Tipp 3: Achten Sie auf optimale Lichtverhältnisse

Eine Go-Pro-Actioncam eignet sich sowohl für den Einsatz draußen als auch für unterwegs. Achten Sie dabei auf gute Lichtverhältnisse, um optimale Bilder einzufangen. Wenn Sie zum Beispiel morgens oder am späten Nachmittag bei tiefstehender Sonne filmen, erreichen Sie einen schönen Lichteffekt mit langen Schatten. Bedecken dagegen Wolken den Himmel, wirken Videos weniger dynamisch. Je nach Umgebungslicht sollten Sie die Bildfrequenz anpassen. Je besser die Lichtverhältnisse sind, desto höher können Sie die Einstellung für FPS (Bilder pro Sekunde) wählen. Bei schwachem Licht empfehlen wir, die Wiederholrate zu reduzieren – zum Beispiel auf 1080p24.

Tipp 4: Vergessen Sie nicht den guten Ton

Neben einer hohen Bildqualität und außergewöhnlichen Perspektiven spielt auch der unterstützende Sound eine wichtige Rolle. Um möglichst viele natürliche Geräusche einzufangen, sollten Sie vom wasserdichten Gehäuse auf ein offeneres Skeleton-Gehäuse wechseln oder gar die komplett offene Variante „ The Frame“ verwenden. Doch zu viele Geräusche schaden der Aufnahme: Wenn Sie sehr schnell unterwegs sind, wie beispielsweise auf dem Motorrad, hören Sie nur noch störende Windgeräusche. Hier sollten Sie besser zu einem geschlossenen, wasserdichten Gehäuse greifen.

Tipp 5: Genug Strom für einen langen Tag

Ungewohnte Perspektiven: Der Go-Pro Karma Copter ermöglicht beeindruckende Luftaufnahmen mit der Hero 4 oder Hero 5.
Vergrößern Ungewohnte Perspektiven: Der Go-Pro Karma Copter ermöglicht beeindruckende Luftaufnahmen mit der Hero 4 oder Hero 5.
© GoPro

Die Akkulaufzeit einer Actioncam ist generell nicht besonders lang. Schalten Sie daher überflüssige Stromfresser ab, die Sie für eine Aufnahme aktuell nicht benötigen. Dazu gehören zum Beispiel die WLAN-Verbindung, die Status-LED, welche bei laufender Aufnahme ständig blinkt, der Ton sowie das Display. Möchten Sie nicht komplett darauf verzichten, sollten Sie zumindest die Lautstärke sowie die Bildschirmhelligkeit reduzieren.

Wenn die Go-Pro-Kamera gerade nicht an Ihnen, einem Helm oder einem fahrbaren Untersatz befestigt ist, dann lässt sich für Langzeitaufnahmen auch ein mobiles Ladegerät über Micro- USB oder USB-C anschließen. Wir empfehlen Ihnen des Weiteren bei längeren Aufnahmen zusätzlich einen zweiten Akku für die Kamera mitzunehmen.

GoPro Karma im Test - Drohne mit Hero5 Black

Tipp 6: Sorgen Sie für ausreichend Speicherplatz

Das größte Ärgernis beim Filmen ist neben einem leeren Akku eine volle Speicherkarte. Besonders Aufnahmen mit einer hohen Auflösung benötigen viel Speicherplatz. Aber auch wenn Sie länger mit der Action-Kamera unterwegs sind, sollten Sie darauf achten, dass Sie eine Micro-SD-Karte mit großer Speicherkapazität dabei haben – besser mehrere. Neben der Kapazität bestimmt die Schreibgeschwindigkeit darüber, ob eine Karte für den Einsatz mit der Action-Kamera geeignet ist. Sie finden hier einen ausführlichen Test von Speicherkarten mit 64 GB. Achten Sie vor dem Kauf darauf, welche maximale Kapazität Ihre Action-Kamera unterstützt. Alle aktuellen Go-Pro-Kameras benötigen beispielsweise eine SD-Karte mit einer Geschwindigkeitsklasse von 10 oder höher. Die Go-Pro Hero unterstützt nur Karten bis zu 32 GB. Hero 3 Black Edition, Hero 3+, Hero+ und Hero+ LCD kommen mit einer 64-GB-Karte zurecht. Hero 4 und Hero Session unterstützen bis zu 128 GB.

Tipp 7: Für klare Sicht in allen Situationen: Säubern Sie die Linse

Das Kameragehäuse kann während der Filmaufnahmen auch mal dreckig werden. Die Kameralinse sollten Sie dagegen immer sauber halten. Besonders angetrocknete Wasserflecken übersieht man schnell.

Das beste Zubehör für Action-Kameras

Die Go-Pro-Actioncams filmen zwar in hoher Qualität – doch erst mit dem passenden Zubehör ermöglichen sie außergewöhnliche Perspektiven und coole Kamerafahrten ohne Wackler. Wir stellen Ihnen das wichtigste Zubehör für die aktuellen Modelle vor.

Die Drohne Go-Pro Karma (ab rund 1000 Euro) ermöglicht völlig neue Perspektiven mit der Go-Pro-Kamera. Der Copter ist kompakt und faltbar gebaut und kompatibel mit der Hero 4 Silver, Hero 4 Black sowie der Hero 5 Black. Seine Besonderheit ist ein montierbarer Stabilisator (Gimbal). So gelingen Ihnen zum einen stabile Luftaufnahmen, zum anderen können Sie damit auch aus der Hand wackelfreie Kamerafahrten filmen. Der Karma Grip ist darüber hinaus unabhängig von der Drohne erhältlich (rund 350 Euro).

Go-Pro bietet für seine Kameras Halterungen für jeden erdenklichen Einsatz an. Auf diese Weise können Sie die Kamera mit der Front- und Seitenhalterung (rund 35 Euro) am Fahrrad-, Ski- oder Motorradhelm befestigen, mit „The Strap“ (rund 50 Euro) ums Handgelenk schnallen, mit dem „Chesty“ (rund 34 Euro) am Körper tragen oder mit dem „Handler“ (rund 36 Euro) ins Wasser mitnehmen, ohne dass sie untergeht. Die 3-Wege-Halterung für rund 55 Euro eignet sich für Selfie-Aufnahmen und verfügt über ein kleines Stativ, um die Kamera aufzustellen. Die jeweiligen Halterungen sind für mehrere Cam-Generationen verwendbar.

Während Sie mit der Go-Pro Hero 5 Black bereits ohne Gehäuse tauchen können (zumindest bis zehn Meter Tiefe), benötigen Sie für die Hero 4 Black ein Tauchgehäuse (rund 60 Euro), um bis zu 60 Meter tief zu tauchen. Ein Skeleton-Gehäuse (rund 40 Euro) ist dagegen sinnvoll, wenn Sie beispielsweise ein externes Mikrofon anschließen oder die Windgeräusche dämmen möchten, die Kamera jedoch trotzdem geschützt sein soll.

Die Akkulaufzeit der Hero-Actioncams ist begrenzt – insbesondere, wenn Sie in 4K filmen. Wenn Sie länger unterwegs sind und viel filmen, empfehlen wir Ihnen, mindestens einen zweiten Akku für die Kamera mitzunehmen (ab rund 20 Euro). Oder Sie verwenden ein mobiles Ladegerät, sodass Sie die Kamera stets laden, wenn Sie keine Videos aufnehmen. Um die Akkus nicht einzeln aufladen zu müssen, weil sie dafür in der Kamera stecken müssen, bietet Go-Pro ein entsprechendes Dual-Ladegerät an (rund 60 Euro).

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