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GoPro Fusion im Test: Faszination 360-Grad-Video

21.01.2019 | 12:48 Uhr |

Einmal Rundumblick, bitte. Die 360-Grad-Kamera von GoPro zeigt sich praxistauglich und ersetzt die Zweit- und Drittkamera.

Ein kurzer Blick nach links, der Ozean fliegt vorbei, dann wieder nach vorne den Straßenverlauf im Blick. Ein ganz normaler Akt für einen Auto- oder Motorradfahrer. Man fährt auf einer traumhaften Straße immer dem Pazifik entlang und genießt die fantastischen Eindrücke. Dieses Erlebnis ist nur live zu erleben, ein Video vermittelt nur den halben Spaß. Es gibt aber eine Lösung: 360-Grad-Video.

Dafür  bietet der Actioncam Spezialist GoPro aus USA sein Modell Fusion an. Die mit einer Kantenlänge von nur 7,5 Zentimeter sehr kompakte Fusion hat zwei Kameras eingebaut – eine mit dem Blick nach vorne und eine nach hinten – beide mit Fisheyeoptik. Damit den beiden Objektiven nicht passieren kann, liegt der Fusion natürlich eine passende Tasche bei. Man muss im Einsatz aber keine Angst haben, wasserdicht bis fünf Meter ist die Fusion. Ob Regen auf dem Motorrad oder unter einem Wasserfall stehend, das Element Wasser stellt keine Gefahr dar.

360-Grad-Videos in der Praxis
Montage der 360-Grad-Kamera
Videobearbeitung am Mac
Videobearbeitung am iPhone
Fazit

Die technischen Daten der Fusion lesen sich für eine Actioncam nicht schlecht. Fotos nimmt sie mit 18 MP auf, Video mit 5,2 K bei 30 fps. Wer für Slomotion eine schnellere Framerate benötigt, kann alternativ auf 3K bei 60 fps gehen. Ein integrierter Stabilisator sorgt für Ruhe im Video.

Was sich als eine so hohe Auflösung liest, muss in 360 Grad allerdings ein wenig relativiert werden, denn es bezieht sich auf die vollen 360 Grad und nicht auf die rechteckige Projektionsfläche. Richtig klasse ist, dass das von der Fusion aufgenommene Material auch für klassisches Video taugt, doch dazu später mehr.

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Der Rest der Ausstattung ist typisch für GoPro, ein kleines Display, das den Status und die Einstellungen zeigt, ein großer Knopf zum Starten der Aufnahme und ein kleiner, um die Fusion ein- beziehungsweise auszuschalten. Hat man gerade keine Hand frei, lässt sich die Fusion auch über Sprachbefehle steuern. Was allerdings nur dann funktioniert, wenn man in einer ruhigen Umgebung ist. Auf dem Motorrad hat sich die Steuerung über die Bluetooth Fernbedienung bewährt. Montiert hatte ich die Fernbedienung am Lenker, das integrierte Klettband macht es möglich.

Das kompakte Gehäuse der Fusion 360 ist perfekt für vielfältige Montageorte.
Vergrößern Das kompakte Gehäuse der Fusion 360 ist perfekt für vielfältige Montageorte.
© Thomas Bergbold

Weitere Features sind Zeitrafferaufnahmen mit einstellbarem Intervall von 0,5 bis 60 Sekunden und ein integriertes GPS. Verbindung zur Außenwelt nimmt die Fusion über Bluetooth, WLAN und USB-C auf. Protune sorgt für Belichtungseinstellungen und neben einer App für das iPhone gibt es auch eine Bearbeitungssoftware für den Mac sowie Plug-ins für Premiere und After Effects von Adobe. Nutzer von Final Cut Pro X brauchen kein Plug-in, die Videoschnittsoftware von Apple unterstützt direkt 360-Grad-Videomaterial.

Zu einem guten Video gehört ein noch besserer Ton und der wird über vier integrierte Mikrofone in 360-Grad-Audio aufgezeichnet. Einen Anschluss für ein externes Mikrofon gibt es nicht. Als Batterien kommen die klassischen GoPro-Akkus zum Einsatz.

360 Grad in der Praxis

Wie testet man eine 360 Grad Kamera? Beim Skifahren? Auf jeden Fall, aber wir testeten im Spätsommer. Beim Surfen oder Downhill? Bestimmt super.

Die Flex-Klemme gibt einem vielfältige Montagemöglichkeiten. Mein Lieblingsplatz an der R1200GS war an der Cockpitverkleidung.
Vergrößern Die Flex-Klemme gibt einem vielfältige Montagemöglichkeiten. Mein Lieblingsplatz an der R1200GS war an der Cockpitverkleidung.
© Thomas Bergbold

Wir nehmen daher die Fusion auf eine Motorradtour auf dem Pacific Coast Highway von Los Angeles bis Seattle mit. Hier stellen sich zuerst zwei Fragen: Wie befestige ich die GoPro Fusion sicher am Motorrad? Die nächste Frage ist gestalterischer Natur: Wie bekomme ich die besten Aufnahmen? Bei dieser Frage gibt es eine Besonderheit der Fusion zu beachten, das sogenannte Overcapture.

Overcapture bedeutet, dass man mit Hilfe der GoPro App, Final Cut Pro oder den Plug-Ins für Premiere Pro, normale Videos aus den 360-Grad-Videos erstellen kann. Das klingt zunächst nicht besonders, das Besondere daran ist aber die freie Wahl des Bildausschnittes. Ein Beispiel soll dies näher erklären. Bei der Montage der Fusion vor dem Fahrer nimmt die Kamera nicht nur die Umgebung um das Motorrad auf, sondern auch den Fahrer selbst. In meinem Overcapture-Video habe ich die Möglichkeit, aus diesem 360-Grad-Videomaterial verschiedene Einstellungen zu einem Video zusammen zu schneiden. Beispielsweise erst den Blick auf den Fahrer, dann auf die Straße und zum Schluss auf den Tacho. Das wäre eine Schnittfolge, für die ich normalerweise drei Kamera benötige. Das ist aber noch nicht alles. Zwischen den beliebigen Blickwinkeln kann ich nicht nur wechseln, sondern auch einen perfekten Schwenk erstellen. Das gelingt normalerweise nur mit einem speziellen Gimbal und geschulten Kameramännern.

Die stabile Klemme hält auch höhere Geschwindigkeiten aus. Nur sind dann der Winddruck und die Vibrationen zu stark für ein gutes Video.
Vergrößern Die stabile Klemme hält auch höhere Geschwindigkeiten aus. Nur sind dann der Winddruck und die Vibrationen zu stark für ein gutes Video.
© Thomas Bergbold

Durch diese Overcapture-Funktion wird aus der Fusion 360 ein ganzes Kamerateam, das mich bei der Motorradtour begleitet. Mit dieser Idee im Kopf eröffnen sich viele Möglichkeiten spannende Sportfilme zu drehen.

Montage der Fusion 360

Die Fusion verfügt über den Adapter, wie alle anderen GoPro-Kameras. Somit passen alle Mounts von GoPro und anderen Herstellern. Mitgeliefert werden zwei Klebemounts, einer für eine ebene Fläche und einer für eine gebogene Fläche. Zusätzlich ist noch der Fusion Grip dabei. Der Fusion Grip ist ein ausziehbarer Stab, mit dem man die Fusion am langen Arm halten kann. Und hat man gerade keinen langen Arm, kann man mit den integrierten Füßen ein kleines Dreibeinstativ daraus machen. Das ist sehr praktisch für statische Aufnahmen.

Für die Montage am Motorrad gibt es noch anderes Zubehör . Zum Beispiel das Chesty für die Montage vor der Brust. Dann klappt es nur nicht mehr mit dem 360 Grad Rundumblick. Weitere Möglichkeiten sind ein Saugnapfhalter, den flexiblem Arm Jaws oder verschiedene Klemmen für Stangen beziehungsweise Rohre.

Auf dem Motorrad habe ich mich auf den flexiblem Arm Jaws und die Rohrklemmen beschränkt. Das eingesetzte Motorrad, eine BMW R1200GS, verfügte wegen der Sturzbügel über ausreichend Möglichkeiten.

Mit den Klemmen kann man auch ungewöhnlichere Positionen finden.
Vergrößern Mit den Klemmen kann man auch ungewöhnlichere Positionen finden.
© Thomas Bergbold

Der integrierte Bildstabilisator hat uns ein wenig enttäuscht. Aber eine Montage auf einem Motorrad ist auch ein extrem harter Test. Auf der Suche nach dem besten Platz gab es viele Möglichkeiten: Sehr gut hat mir Position vor dem Fahrer an der Verkleidung gefallen. An einem BMW C1 hat das noch gut geklappt, bei der R1200GS sind die Vibrationen teilweise zu stark gewesen. Die Flex-Klemme neigte bei höherer Geschwindigkeit zum Schwingen. Die kurze Rohklemme war da schon besser, nur ist es hier schwieriger, eine gute Position zu finden. Kleiner Tipp: Nehmen Sie sich viel Zeit, um die besten Positionen zu finden. Es kann schon einen ganzen Tag dauern, um am Ende drei gute Position  zu haben.

Was sich in der Praxis als sehr nützlich erwiesen hat, ist der große Start-Taster. Ist die Fusion ausgeschaltet und man drückt diesen, schaltet sich die Kamera ein und startet direkt die Videoaufzeichnung.

Die Bluetooth-Fernbedienung war auf dem Motorrad ein sehr wichtiges Zubehör.
Vergrößern Die Bluetooth-Fernbedienung war auf dem Motorrad ein sehr wichtiges Zubehör.
© Thomas Bergbold

Video-Bearbeitung auf dem Mac

Für die Bearbeitung des Rohmaterials bietet GoPro die macOS-App GoPro Fusion Studio an. Die Benutzeroberfläche ist sehr einfach gehalten, wodurch man schnell in die Funktionen reinkommt.

GoPro Fusion Studio dient zur Vorbereitung und Konvertierung der Fusion-Aufnahmen. Der eigentliche Videoschnitt erfolgt später in Videoschnittprogrammen wie Final Cut Pro X oder Premiere CC. Dabei muss die App Schwerstarbeit leisten. Jede der zwei Kameras der Fusion erzeugt ein Fisheye-Video. Diese zwei Videos müssen zusammengefügt – gestichted – werden, vergleichbar mit Quicktime-VR-Panoramen. Das ist aber noch nicht alles, es erfolgt auch noch eine Stabilisierung der Aufnahmen, da die Fusion keinen mit einem Gimbal vergleichbaren Stabilisator hat.

Die Arbeit in Fusion Studio ist eigentlich recht einfach. Nach der Auswahl des Ordners mit den Aufnahmen – alternativ der angeschlossenen Fusion – werden in einem Browser Vorschauen der Aufnahmen erzeugt und angezeigt. Hier bekommt man schon einen ersten Überblick.

Im nächsten Schritt wählt man das gewünschte Material im Browser aus und kann es direkt bearbeiten. Neben der Wahl, ob eine 360-Grad- oder Overcapture-Datei erzeugt werden soll, kann man die Neigung, Drehung und Position verändern. Bei Overcapture-Dateien steht noch zusätzlich der Ausschnitt zur Verfügung. Bildeinstellungen runden die Bearbeitung ab.

Bei Videos und Zeitrafferaufnahme gibt zusätzlich noch eine Zeitleiste, mit der man den In- und Out-Punkt wählen kann. Bei einem Standbild fehlt natürlich die Zeitleiste.

Die so bearbeitete Datei wird in eine Liste zum Rendern abgelegt, so kann man die Arbeit auch auf die Nacht verlegen. Beim Übergeben an die Renderliste fragt ein Dialogfenster nach der Einstellung für den Export. Hier sind schon Voreinstellungen für die Weiterverarbeitung oder den direkten Einsatz im Internet hinterlegt.

Beim ersten Start von Fusion Studio hat man die Wahl zwischen der Auswahl der Aufnahmen auf der angeschlossenen Fusion oder einem Ordner auf dem Rechner. Es empfiehlt sich aus Gründen der Geschwindigkeit die Aufnahmen erst auf den Rechner zu kopieren.
Vergrößern Beim ersten Start von Fusion Studio hat man die Wahl zwischen der Auswahl der Aufnahmen auf der angeschlossenen Fusion oder einem Ordner auf dem Rechner. Es empfiehlt sich aus Gründen der Geschwindigkeit die Aufnahmen erst auf den Rechner zu kopieren.

Erfahrene Anwender können das aber vor dem Rendern noch ändern. An Dateiformate für den Export stehen verschiedene Kompressionscodecs, wie H.264, CineForm 422 High und ProRes 422 zur Wahl. Ebenso verschiedene Größen von 2k bis 5.2k.

In einem Videoschnittprogramm erfolgt dann die eigentliche Schnittarbeit, dabei muss man nicht ein 360-Grad-Video schneiden, sondern kann aus dem Material auch ein Overcapture-Video erstellen. Für ein 1080p30-FullHD-Video benötigt man ein 360-Grad-Video mit 5.2K und die 3K Videoauflösung reicht für ein 720p-Overcapture-Video.

Für den Videoschnitt benötigt man dann noch ein zu 360-Grad-Video kompatibles Videoschnittprogramm. Final Cut Pro kann direkt mit den aus Fusion Studio erzeugten 360-Grad-Videos umgehen, für Adobe Premiere CC wird bei der Installation von Fusion Studio ein passendes Plug-in installiert. Möchte man die FullHD-Overcapture-Videos schneiden, kann man natürlich auch iMovie nehmen.

In Fusion Studio bereitet man die Aufnahmen für den Export vor. Die Einstellungen sind einfach gehalten, neben der Timeline mit der Wahl von In- und Out-Punkt ist der Bildausschnitt ein wichtiger Punkt. Beim 360 Grad Video beschränkt sich das auf die Einstellung des Horizontes, beim Overcapture ist auch der Bildausschnitt.
Vergrößern In Fusion Studio bereitet man die Aufnahmen für den Export vor. Die Einstellungen sind einfach gehalten, neben der Timeline mit der Wahl von In- und Out-Punkt ist der Bildausschnitt ein wichtiger Punkt. Beim 360 Grad Video beschränkt sich das auf die Einstellung des Horizontes, beim Overcapture ist auch der Bildausschnitt.

Ein wichtiger Punkt, den man vor dem Einsatz der Fusion Studio App auf dem Mac beachten sollte, sind die Systemvoraussetzungen. So erfordert die Software zum Beispiel ein Macbook Pro ab Mitte 2015. Wichtig ist hierbei die eingesetzte Grafikkarte, eine Intel Iris Pro muss es mindestens sein. Viel deutlicher sieht man den Anspruch an den empfohlenen Systemen. Hier spricht GoPro von einer dedizierten Grafikkarte mit 4 GB RAM. Die genauen Angaben finden sich beim Hersteller.

Um die Geschwindigkeit des Rendering zu messen, nehmen wir einen 10 Sekunden langen Ausschnitt, mit voller Stabilisierung und exportieren diesen im Codec ProRes 422. Einmal erzeugen wir ein 360-Grad-Video in 3K-Auflösung und zum anderen ein FullHD in 16:9. Auf einem 13-Zoll-Macbook-Pro (2016) mit TouchBar und i5-Prozessor dauert das Rendering des 360-Grad-Videos 6:09 Minuten, das FullHD-Video ist nach 5:57 Minuten fertig. Ein  Quad-Core-Mac-Pro  von 2013 hingegen benötigt für das 360-Grad-Video nur 1:45 Minuten und für das FullHD-Video 1:42 Minuten.

Ein wichtiger Blick sollte man den Rendereinstellungen widmen. Soll das Video beispielsweise direkt auf einer Onlineplattform genutzt werden ist H.264 die richtige Wahl, für die Nachbearbeitung in einem Videoschnittprogramm ist es eventuell ProRess 422.
Vergrößern Ein wichtiger Blick sollte man den Rendereinstellungen widmen. Soll das Video beispielsweise direkt auf einer Onlineplattform genutzt werden ist H.264 die richtige Wahl, für die Nachbearbeitung in einem Videoschnittprogramm ist es eventuell ProRess 422.

Das Rendering ist aber nicht das Einzige, was an der Geduld zerrt. Schon das Öffnen eines Ordners und die Anzeige der einzelnen Filme und Bilder in der Fusion App dauert auf eine gefühlte Ewigkeit. GoPro Fusion Studio ist in der aktuellen Version 1.3 etwas vergesslich. Arbeitet man mit virtuellen Kopien, um das gleiche Video mit verschiedenen Einstellungen zu exportieren, so hat Fusion Studio diese beim nächsten Starten vergessen. Ebenso wie die Einstellungen zum Video. Einen anderen unschöner Punkt finden wir beim Exportieren. Die praktischen Voreinstellungen beispielsweise für YouTube oder Vimeo werden nur einmal angezeigt. Da die Entwicklung aber erst am Anfang steht, kann man damit rechnen, dass so etwas bald mit einem Update ausgemerzt wird.

Bearbeitung auf dem iPhone

Die Bearbeitung geht aber noch einfacher mit einem iPhone und der passenden GoPro App. Vor dem Einsatz müssen iPhone und Fusion direkt über WLAN verbunden werden, was meist auch problemlos funktioniert. Jetzt hat man einen direkten Zugriff auf die Aufnahmen auf der Fusion und der Browser zeigt übersichtlich, was man fotografiert und gefilmt hat.

Im Browser der GoPro App werden die Aufnahmen übersichtlich nach Datum geordnet.
Vergrößern Im Browser der GoPro App werden die Aufnahmen übersichtlich nach Datum geordnet.

Die Bearbeitung des Materials auf dem iPhone ist nach kurzer Beschäftigung mit den Funktionen erstaunlich einfach. Einstellen von Ausschnitt oder Horizont erfolgt intuitiv mit wischen auf dem Trouchscreen.

Die Bearbeitung von Fotos und Videos ist in der App sehr einfach. Durch wischen mit dem Finger stellt man den gewünschten Blickwinkel ein und das Foto in diesem Beispiel lässt sich über die Exportfunktion einfach weiterverwenden.
Vergrößern Die Bearbeitung von Fotos und Videos ist in der App sehr einfach. Durch wischen mit dem Finger stellt man den gewünschten Blickwinkel ein und das Foto in diesem Beispiel lässt sich über die Exportfunktion einfach weiterverwenden.

Toll gelöst ist das Erstellen von Overcapture-Videos. In einem speziellen Modus läuft das Video in Echtzeit ab und durch schwenken beziehungsweise neigen des iPhone erstellt man einen entsprechenden Schwenk im Video. Eine geniale und intuitive Möglichkeit. Der Export ins Fotoalbum oder zu sozialen Medien wie Instagram und YouTube runden die tolle App ab. Auffällig an der Arbeit mit der App ist, das sie sich viel flüssiger anfühlt als auf einem Mac. Für kurze Clips, die für Instagram, YouTube oder Mails gedacht sind, eine perfekte Lösung.

Richtig genial ist das Erstellen von Overcapture Videos. In einem Spezielle Modus startet man die Videowiedergabe und durch Schwenken des iPhone wird die Bewegung für den Videoschwenk aufgezeichnet.
Vergrößern Richtig genial ist das Erstellen von Overcapture Videos. In einem Spezielle Modus startet man die Videowiedergabe und durch Schwenken des iPhone wird die Bewegung für den Videoschwenk aufgezeichnet.

Fazit

360-Grad-Video mag mit VR-Brille faszinierend sein, aber einen Filmer begeistert vor allem das Overcapture. Mal eben mit einer Fusion drei Kamerablickwinkel ersetzen: Das ist einfach genial. Da ergeben sich ganz neue Schnittmöglichkeiten für den Einsatz von Actionkameras.

Was in der Theorie ein geniales Feature ist, erweist sich in der Praxis allerdings als nicht ganz so einfach. Zunächst einmal ist die Planung des Films nicht ganz ohne. Neben der richtigen Position ist auch ein Drehbuch unerlässlich. Das sind allerdings Punkte, die man noch leichter hinbekommt als die Arbeit am Rechner. Schon auf dem iPhone X ist die Auswahl der richtigen Szenen und das Aufbereiten eine zeitaufwändige Arbeit. Wobei man sagen muss, das GoPro hier mit ihrer App auf dem richtigen Weg ist. Der Einstieg ist zwar nicht ganz so intuitiv, aber gerade das Erstellen von Schwenks für ein klassisches Video ist sehr gut gelöst.

Auf dem Rechner merkt man so richtig, wie rechenintensiv das Konvertieren der großen Daten einer Fusion wirklich ist. Was sich am iPhone gelegentlich zäh aber machbar angefühlt hat, wird am Macbook Pro zu einer Geduldsprobe. Da sollte man die Empfehlung, nur die wichtigsten Szenen umzuwandeln, ernst nehmen.

360-Grad-Video Macht viel Spaß, tolle Videos damit zu erstellen, bedeutet aber auch viel Arbeit. Rentiert sich das? Die Technik gibt Videofilmern ganz neue Möglichkeiten an die Hand und am konsequentesten hat dies GoPro umgesetzt. Da muss man den Nachteil der langen Renderzeit entweder mit einem iMac Pro verkürzen oder einer perfekten Planung. Im Handel kostet die GoPro Fusion vertretbare 630,- Euro.

Info:

GoPro

Vorteile:

tolle Möglichkeiten für Videofilmer, gute Bildqualität, viel Zubehör

Nachteile:

Objektive sind Bauartbedingt empfindlich gegenüber Lichtreflexen, lange Rechenzeit, langsames Öffnen und Anzeigen der Vorschau in Fusion Studio

Alternative im Test: Insta360 One X

Günstig: Rollei SI 360

Gute Bildqualität: YI 360-Grad-VR-Kamera

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