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Google zwingt Hersteller: 2 Jahre Sicherheits-Updates für Android

25.10.2018 | 10:29 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Google verpflichtet die Hersteller von Android-Geräten, mindestens zwei Jahre lang Sicherheits-Updates bereitzustellen.

Google will dem Drama um verzögert oder gar nicht ausgelieferte Sicherheits-Updates für Android anscheinend ein Ende machen. Die US-IT-Nachrichtenseite The Verge will eigenen Angaben zufolge vertrauliche Vertragsunterlagen eingesehen haben, die wegen Googles neuer Lizenzbestimmungen für den EU-Raum erstellt wurden.

Diese Verträge legte Google demnach den Smartphone- und Tablet-Herstellern sowie den Mobilfunknetzbetreibern zur Unterschrift vor. Darin verpflichten sich die Unternehmen, für mindestens zwei Jahre Google Android-Sicherheits-Updates für ihre Geräte bereitzustellen.

Google stellt jeden Monat Sicherheits-Updates für Android bereit. Diese müssen dann die Smartphone- und Tablet-Hersteller sowie die Mobilfunknetzbetreiber in ihre Geräte einarbeiten. Doch das geschieht gerade bei preiswerten Geräten oft nur verzögert oder gar nicht. Die betroffenen Android-Geräte werden dadurch im Laufe der Zeit immer unsicherer, weil immer mehr bekannte Sicherheitslücken darin nicht geschlossen werden.

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Die Mindestens-2-Jahre-Update-Verpflichtung soll für „jedes populäre Smartphone oder Tablet“ gelten. Konkret verpflichten sich die Google-Partner in dem Vertrag, im ersten Jahr nach Erscheinen des Gerätes mindestens vier Updates für ihre Geräte bereitzustellen. Die Partner müssen also die monatlich erscheinenden Android-Updates nicht sofort weitergeben, sondern können diese auch mal für kurze Zeit sammeln. Für das zweite Lebensjahr des Gerätes macht Google dann keine konkrete Vorgabe zur Zahl der Updates mehr.

Laut The Verge gilt der neue Vertrag für jedes Android-Gerät, das nach dem 31. Januar 2018 erschienen ist und das von mehr als 100.000 Nutzern freigeschaltet wurde. Mit Stichtag 31. Juli 2018 sollen die neuen Update-Bestimmungen für rund 75 Prozent aller Geräte gegolten haben. Zum 31. Januar 2019 sollen dann alle Android-Geräte die vorgeschriebenen Sicherheits-Updates erhalten.

Laut The Verge müssen Geräte, die unter diese Vereinbarung fallen, gegen neue Sicherheitslücken spätestens 90 Tage nach deren Bekanntwerden am Ende des Monats geschützt sein. Sollte sich ein Hersteller nicht daran halten, kann Google die Unterstützung von neuen Geräten dieses Herstellers verweigern.

The Verge entdeckte diese Vorgaben zur Weitergabe der Android-Updates wie gesagt in Verträgen, die wegen der neuen Lizenzbestimmungen für den EU-Raum erstellt wurden. Ob diese Update-Verpflichtung auch für alle anderen Android-Geräte außerhalb der EU gilt, kann The Verge nicht sagen. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass diese Verpflichtung weltweit für alle Androiden gilt.

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