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Google stopft 35 Lücken in Chrome 62

19.10.2017 | 09:11 Uhr |

Google hat seinen Web-Browser Chrome in der neuen Version 62 freigegeben. Chrome unterstützt nun variable Fonts. Die Entwickler haben zudem 35 Sicherheitslücken geschlossen.

Mit Chrome 62.0.3202.62 hat Google eine neue Hauptversion in den stable -Zweig entlassen. Zu den Neuerungen in Chrome 62 gehören die Unterstützung für OpenType Variable Fonts sowie ein besserer Schutz vor unerwünschten Manipulationen durch Add-ons. Wenn Daten auf unverschlüsselt übertragenen Web-Seiten eingegeben werden, zeigt Chrome stets eine Warnung an.

Im Chrome Release Blog führt Abdul Syed 35 Sicherheitslücken auf, die seine Kollegen beseitigt haben. Darunter sind 20 Schwachstellen, die durch externe Sicherheitsforscher entdeckt und an Google gemeldet wurden. Dafür schüttet Google Prämien in einer Gesamthöhe von mehr als 40.000 US-Dollar an die Forscher aus. Acht dieser Lücken stuft Google als hohes Risiko ein. Beispielsweise betreffen zwei dieser Schwachstelle den integrierten PDF-Betrachter PDFium. PDFium ist inzwischen ein Open Source Projekt, das Google mit Foxit Software entwickelt hat.

Weitere Maßnahmen für mehr Sicherheit hat Google in dem Tool Chrome Cleanup zusammengefasst. So warnt Chrome, wenn Browser-Erweiterungen heimlich Änderungen an den Browser-Einstellungen vornehmen – etwa die Startseite oder die bevorzugte Suchmaschine ändern wollen. Der Browser bietet dann an, die Einstellungen wieder auf die Standardwerte zurück zu setzen.

Ebenso warnt Chrome für Windows, wenn heimlich potenziell unerwünschte Software eingeschmuggelt werden soll, etwa bei einem Download. Chrome bietet dann an, diese Software zu entfernen. Google hat für die überarbeitete Fassung dieser Schutzfunktion mit dem Antivirushersteller Eset kooperiert. Ein vollwertiges Antivirusprogramm kann und soll Chrome Cleanup jedoch nicht ersetzen. Es entfernt lediglich unerwünschte Software, die gegen Googles Richtlinien verstößt. In gewisser Weise ähnelt es also dem alten Windows Defender in Windows Vista, 7 und 8.

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Außerdem verschärft Google mit Chrome 62 wie angekündigt die Gangart gegen Websites, die Benutzereingaben über unverschlüsselte Verbindungen übertragen. Immer, wenn Sie Daten auf HTTP-Websites eingeben (statt HTTPS), zeigt Chrome eine Warnung an („nicht sicher“ links in der URL-Zeile). In einem Inkognito-Fenster, Chromes Variante des Privat-Modus, wird dieser Hinweis auf allem HTTP-Websites angezeigt, auch wenn keine Dateneingabe gefragt ist.

Die Typografie im Web soll mit variablen Fonts nach der Spezifikation OpenType 1.8 einen Schritt voran machen. Bislang müssen für jeden Schriftschnitt (normal, fett kursiv und weitere) separate Schriftdateien (Fonts) erstellt und im Dokument explizit geladen werden. Variable Fonts enthalten hingegen nicht nur alle diese Schnitte, sondern auch alle Zwischenmaße, etwa ein bisschen fett bis sehr fett. Darüber hinaus können sie weitere Varianten realisieren, etwa schmalere und breitere Zeichen, verschiedene Serifenformen und so fort – alles stufenlos variierbar, alles in einer Datei. Chrome 62 unterstützt variable Fonts, andere Browser zum Teil auch schon.

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