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Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf

11.10.2017 | 10:28 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das ging schief: Ein frühes Exemplar des neuen Google Home Mini hatte fast durchgehend sämtliche Töne und Stimmen, die in der Wohnung zu hören waren, aufgezeichnet und an Google-Server übertragen. Ohne dass der Benutzer das wollte.

Es ist die Ur-Angst aller Smart-Home-Enthusiasten: Dass die smarten Helfer im Haus die Bewohner heimlich überwachen. Beim erst letzte Woche vorgestellten Google Home Mini ist das tatsächlich der Fall, wie ein Sicherheitsexperte jetzt rausfand.

Der IT-Journalist und Android-Experte Artem Russakovskii erhielt einen Google Home Mini zum Testen. Während des Tests machte Russakovskii eine schockierende Entdeckung: Dieser Google Mini zeichnet fast durchgehend alles auf, was seine Mikrofone erfassen können und schickten diese Audiodaten direkt an Google. Ohne dass Russakovskii das wollte.

Google hat das Problem bestätigt. Der Suchmaschinen-Riese hat bereits ein Software-Update veröffentlicht, das Google Home Mini davon abhalten soll, zufällig oder dauerhaft den Ton aufzunehmen und an die Google-Server zu übertragen, ohne dass der Benutzer das will. Das unerwünschte Daueraufzeichnen soll demnach durch eine Fehlfunktion des Touchsensors an der Geräteoberseite verursacht werden. Denn Sie können Google Home Mini nicht nur per Sprachbefehl (als Startbefehl für die Mikrofone dienen „Hey Google” oder “Ok Google“), sondern auch mit der Hand bedienen: Indem Sie Ihre Finger auf die Oberfläche des Google Home Mini legen.

Das Testgerät von Russakovskii registrierte anscheinend diesen Fingerdruck, obwohl überhaupt niemand auf den Google Home Mini drückte. Und schaltete deshalb die Sprachaufzeichnung samt Übertragung zum Server ein. Das geschag zufällig, Russakovskii konnte kein Prinzip dahinter erkennen. Es gibt in diesem Zusammenhang aber auch eine gute Nachricht: Sobald die Mikrofone aktiv sind, leuchten LEDs am Google Home Mini auf. Das war auch bei Russakovskiis Testgerät der Fall, so dass er das Problem sofort erkennen konnte. Ein Warnton, der akustisch anzeigt, dass die Ton-Erkennung startet, fehlt jedoch. In dem Such-Protokoll von Google Home Mini ist das häufige Einschalten der Spracherkennung aber korrekt dokumentiert.

Das Sicherheits-Update hat aber einen Haken: Es schaltet die fehlerhafte Funktion ganz ab. Nach Installation das Updates kann der Benutzer die Sprachaufzeichnung also nicht mehr per Finderdruck einschalten. Somit bleibt nur noch der Sprachbefehl zum Starten der Aufzeichnung.

Google betont, dass das Problem und der Patch nur solche Exemplare von Google Home Mini betreffen würden, die zu Testzwecken sehr früh ausgeliefert wurden. Die derzeit vorbestellten Google Home Mini, die Google ab dem 19. Oktober an US-Kunden ausliefern wird, sollen von dem Problem nicht betroffen sein. Aus Deutschland sind mittlerweile auch Vorbestellungen für 59 Euro möglich, die Auslieferung an deutsche Kunden soll bis zum 17.10. erfolgen.


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