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Google entlässt Mitarbeiter nach frauenfeindlichem Text

08.08.2017 | 12:07 Uhr |

Google hat einen Mitarbeiter gefeuert, nach dem dieser mit einem frauenfeindlichem Text für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die Reaktion kam schnell: Google hat am Montag einem Software-Entwickler gekündigt, der anonym mit einem sexistischen Text am Wochenende weltweit für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. In dem 10-seitigen - als "Manifest" bezeichneten - Text äußerte der Google-Mitarbeiter Kritik am Diversitätsprogramm von Google.

Die Gründe dafür, dass es mehr Männer als Frauen in der Technikbranche gäbe, so heißt es in dem Manifest, habe "biologische Gründe": Frauen fehle die Fähigkeit für Technologie und Führung, weil sie eher an den Menschen und weniger wie Männer an den "Dingen" interessiert seien. Dadurch seien Männer auch die besseren Programmierer.

Der Inhalt des als internes Memo gedachten "Manifests" war an die Öffentlichkeit gelangt. Den vollständigen Text , der den Titel "Google’s Ideological Echo Chamber" trägt, hatte dann schließlich die US-Techsite Gizmodo veröffentlicht.

Die Veröffentlichung des "Manifests" hatte für Empörung gesorgt, nicht zuletzt auch bei den bei Google beschäftigten Frauen. Hinzu kommt, dass das Dokument zu einem für Google ungünstigen Zeitpunkt veröffentlicht wurde. Das US-Arbeitsministerium hat eine Untersuchung gegen Google eingeleitet. Der Vorwurf lautet, Google bezahle Männern mehr Lohn als Frauen für die gleiche Arbeit. Laut eigenen Statistiken beschäftigt Google auch mehr Männer als Frauen (80 zu 20 Prozent) und kaum Afroamerikaner (1 Prozent).

Google hat die Notbremse gezogen, den Autor des Manifests ermittelt und gefeuert. In einem offenen Brief an die Mitarbeiter erklärt Google-Chef Sundar Pichai, dass der Text gegen die internen Verhaltensregeln bei Google verstoßen habe. Er setze sich dafür ein, dass jeder Mitarbeiter seine Meinung äußern könne, allerdings enthalte der Text Passagen, der die Grenzen überschreite und einen Teil der Mitarbeiter angreife.

Pichai äußert auch Verständnis dafür, dass sich einige Mitarbeiter durch den Text angegriffen fühlen. "Die vergangenen Tage waren sehr schwierig für viele in diesem Unternehmen und wir müssen einen Weg finden, um über Themen zu diskutieren, bei denen wir uns nicht einig sind. Und dabei auch die Verhaltensregeln einhalten", erklärt Pichai. Er kündigt außerdem an, dass er den gerade begonnenen Urlaub mit seiner Familie unterbreche, um sich den Diskussionen im Unternehmen zu diesem Thema zu stellen.

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