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Geschafft: Erste Sonde auf Mond-Rückseite gelandet

03.01.2019 | 09:26 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die chinesische Sonde „Chang’e 4“ ist erfolgreich auf der Rückseite des Monds gelandet. Es ist die erste Landung dieser Art.

Chinesische Wissenschaftler haben in der Nacht zum Donnerstag Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal ist eine Sonde auf der Rückseite des Monds gelandet. Exakt um 3:26 Uhr deutscher Zeit glückte die Landung der Sonde „Chang´e 4“ auf der dunklen Seite des Mondes, die von der Erde aus nie zu sehen ist.

Konkret landete die Sonde im Mondkrater „Von Kármán“ der sich auf der Mondrückseite in der südlichen Hemisphäre befindet. Wie die chinesische Raumfahrtagentur CNSA meldet , verlief die Landung sanft und problemlos. Knapp eine Stunde nach der Landung sendete die Sonde auch erstes Foto vom Landegebiet an die Erde. Auf dem Bild ist ein kleiner Krater zu sehen. Die Sonde hat einen Rover an Bord, der als Erstes dieser kleine Krater untersuchen wird.

Der Direktor der NASA, Jim Bridenstine, gratulierte den chinesischen Kollegen per Tweet zum Erfolg ihrer Mission.„Dies ist eine Premiere für die Menschheit und eine beeindruckende Leistung!“, schrieb Bridenstine.

Die chinesische Mission hatte am 7. Dezember 2018 mit dem Start der Sonde begonnen. Vor der Landung umkreiste die Sonde mehrfach den Mond und wurde dabei von den Wissenschaftlern vielfach getestet. Erst nachdem sich die Lichtverhältnisse am Landeplatz für eine vollautomatische Landung optimal wurden, wurde der Sonde der Befehl für die Landung auf der Mondrückseite gegeben.

Der Landevorgang erfolgte in mehreren Stufen. Zunächst näherte sich die Sonde dem Mond auf etwa 15 Kilometer. Anschließend lenkte das Antriebssystem die Sonde auf eine Höhe von etwa 100 Metern über dem Landeplatz. Dieser wurde dann nochmal von der Erde aus inspiziert, ehe der Sonde dann das Kommando zur automatischen Landung gegeben wurde.

Der sechsrädrige Rover, der sich an Bord der Sonde befindet, besitzt zahlreiche wissenschaftliche Instrumente, die nun in den kommenden Wochen und Monaten zur Untersuchung der Mondrückseite eingesetzt werden. Darüber hinaus werden im Rahmen eines Experiments auch Kartoffeln und andere Pflanzen angebaut werden. Deutschland ist an der Mission ebenfalls mit einem Experiment beteiligt: Die Sonde hat ein Strahlenmessgerät der Universität Kiel an Bord.

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