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Gerücht: Intel will AMD übernehmen - wegen Lisa Su

15.01.2019 | 13:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Chip-Gigant Intel will laut einem US-Medienbericht Erzrivalen AMD übernehmen. Wegen dessen CEO Lisa Su!

Intel will AMD übernehmen. Dieses Gerücht machte laut EETimes, einer Nachrichtenseite für die Elektronikbranche, auf der CES 2019 in Las Vegas die Runde. Angeblich sollen sich Manager aus der unteren Führungsebene erzählt haben, dass Intel über die Übernahme nachdenken würde. Die meisten Analysten, die EEtimes befragte, sollen dieses Gerücht aber glatt verworfen haben. Es gäbe laut EETimes aber durchaus gute Gründe für eine derartige Übernahme.

So sucht Intel immer noch einen neuen CEO, nachdem im Juni 2018 Brian Krzanich wegen einer Beziehungssache als CEO von Intel zurückgetreten ist. Krzanich hatte bei der Spectre-Meltdown-Krise einige Monate zuvor kein gutes Bild abgegeben. Seit Krzanichs Rücktritt ist immerhin mehr als ein halbes Jahr vergangen.

Lisa Su, CEO von AMD, dagegen hat ihr Unternehmen nach langen Jahren der Schwäche wieder auf Erfolgskurs gebracht und auf der CES auch eine beeindruckende Keynote gehalten. Insbesondere kündigte Su verschiedene AMD-Prozessoren für Notebook, Desktop-PC und Datencenter an, die bereits mit der 7-nm-Technik produziert werden. Während Intel immer noch Prozessoren vorstellt, die im 10-nm-Verfahren gefertigt werden. Auf der CES zeigte sich AMD insgesamt deutlich frischer und zukunftsfähiger als Intel. Das hinterließ Eindruck bei den Messe-Besuchern.

Allerdings dürften die Kartellbehörden gegen eine derartige Übernahme sein. Da Intel damit eine absolut marktbeherrschende Stellung bei Prozessoren für Server und Desktop-PCs und Notebooks bekäme. Dem würde die U.S. Federal Trade Commission (FTC) niemals zustimmen, so die Meinung vieler Marktbeobachter.

Einige Beobachter halten dem aber entgegen, dass der Halbleitermarkt heutzutage nicht mehr so sehr auf CPUs für PCs beschränkt sei. Besonders wegen Nvidias Stärke bei GPUs für KI-Anwendungen und Datacenter könnten Intel und AMD kein Monopol mehr bilden. Außerdem würden Unternehmen wie Apple längst eigene Prozessoren herstellen und seien dadurch unabhängig von Intel oder AMD. Zudem würden auch Google, Facebook und Amazon bereits eigene Chips entwerfen.

In diesem Zusammenhang betonen Marktbeobachter, dass Intel viel mehr an Lisa Su als an AMD interessiert sein könnte. Die Art und Weise, wie sie AMD vom Dauer-Looser zum endlich wieder auf Augenhöhe befindlichen Konkurrenten von Intel gemacht hat, beeindruckt Marktkenner.

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