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Bericht: Huawei hat Ersatz für Android und Windows entwickelt

15.03.2019 | 13:17 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Huawei rüstet sich für ein mögliches US-Embargo: Das chinesische Unternehmen hat angeblich Ersatz-Betriebssyssteme für Android und Windows entwickelt.

Update 15.3.2019: Bereits im April 2018 berichteten wir (siehe unten), dass Huawei ein eigenes Betriebssystem als Ersatz für Android und wohl auch für Windows vorbereitet. Für den Fall, dass die USA Huawei den Zugriff auf Googles mobiles Betriebssystem sowie auf Microsoft Windows untersagen sollten.

Jetzt sollen Huaweis Betriebssysteme anscheinend fertig sein und könnten im Notfall sowohl Android als auch Windows ersetzen, wie die Welt online berichtet. Demnach soll Huawei seit 2012 an einem eigenen OS gearbeitet haben. Huawei-Manager Richard Yu betont aber, dass Huawei es bevorzugen würde, wenn es weiterhin die Betriebssysteme von Google und Microsoft verwenden könne. Update Ende

Ursprüngliche Meldung von April 2018: Die US-Regierung überlegt laut US-Medienberichten Schritte gegen den chinesischen Elektronik-Konzern Huawei wegen Verstößen gegen die US-Handelssanktionen gegen den Iran. Sollte sich die US-Regierung deswegen dazu entschließen, Google zu verbieten, dass es sein Android-Betriebssystem Huawei für dessen Smartphones zur Verfügung stellt, dann bräuchte Huawei schnellstmöglich einen Ersatz.

Die Chinesen scheinen sich auf diesen "Worst Case" bereits vorzubereiten. Wie die South China Morning Post in ihrer Online-Ausgabe schreibt, entwickelt Huawei bereits einen Ersatz für Android. Das will die Zeitung aus gut informierten Kreisen erfahren haben, offiziell äußert sich Huawei nicht dazu.

Die Entwicklung einer Alternative zu Android ist allerdings ein ambitioniertes Unterfangen. Denn Android und iOS teilen sich den Smartphone-Markt faktisch auf. Andere OS spielen für Smartphones keine Rolle mehr. Und die Liste der gescheiterten Smartphone-Betriebssysteme ist lang: Windows Mobile von Microsoft, Tizen von Samsung oder Symbian von Nokia und mehr oder weniger auch Blackberry. Wenn also selbst Weltkonzerne wie Microsoft oder Samsung daran scheitern, ein eigenes mobiles Betriebssystem auf dem Weltmarkt zu etablieren, wie soll es dann ein zwar großes, aber weltweit nicht so mächtiges Unternehmen wie Huawei schaffen?

Angeblich soll Huawei bereits seit 2012 an einem eigenen mobilen Betriebssystem arbeiten. Huawei habe selbst für Tablets und PCs ein eigenes Betriebssystem. Huawei habe sein selbst entwickeltes mobiles Betriebssystem aber deswegen noch nicht veröffentlicht, weil es nicht so gut wie Android sei. Außerdem stünden nur wenige Apps anderer Hersteller zur Verfügung.

Zhao Ming, der Präsident von Honor, einem Tochterunternehmen von Huawei, erklärte kürzlich, dass Huawei zweifellos ein eigenes Betriebssystem entwickeln könne. Doch er glaube, dass das nicht nötig sei, weil Huawei eng mit Google zusammenarbeiten würde und es weiterhin Android verwenden werde. In absehbarer Zeit habe Huawei keine Pläne dafür ein eigenes OS zu veröffentlichen. Huawei verfügt unbestritten über die nötigen finanziellen Ressourcen, um ein eigenes OS zu entwickeln. Huawei hat mit Kirin bereits einen eigenen Chip auf die Beine gestellt.

Doch Marktbeobachter bezweifeln, dass Huawei mit einem eigenen Betriebssystem eine Chance außerhalb von China haben könnte. Denn die entscheidende Frage sei, ob die populären Google-Dienste darauf laufen würden. Ohne Google Maps, Gmail & Co. dürften Huawais Betriebssystem weltweit keine Chance haben.

ZTE hat es bereits erwischt

Der ebenfalls aus China stammenden Smartphone- und Netzwerkgeräte-Hersteller ZTE hatte zugegeben gegen die US-Handelssanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben und dafür eine von den USA verhängte Strafe akzeptiert. Doch ZTE verstieß danach erneut gegen das US-Handelsembargo, woraufhin die US-Regierung US-Unternehmen für sieben Jahre untersagt hat Waren an ZTE zu liefern. Damit fehlen ZTE wichtige Komponenten für die Produktion seiner Geräte, was für ZTE existenzbedrohend werden könnte.



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