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Gericht beendet Streit um Affen-Selfie

24.04.2018 | 14:59 Uhr |

Laut dem Bundesberufungsgericht in San Francisco steht dem Affen keine Klagebefugnis im Sinne des Urheberrechtsgesetzes zu.

Auch in zweiter Instanz ist die Klage der Tierschutzorganisation Peta in den USA gescheitert. Die Vereinigung wollte durchsetzen, dass ein Makake, der mit der der Kamera eines Tierfotografen ein Selfie von sich geschossen hatte, die Rechte an seinem eigenen Bild erhält. Wie das Bundesberufungsgericht in San Francisco nun urteilte , hätten Tiere im Sinne des Urheberrechtsgesetzes keine Klagebefugnis. Das Gericht kritisierte außerdem die Tierschutzorganisation Peta, den Affen als „unwissenden Bauern für seine ideologischen Ziele zu benutzen“.

Stein des Anstoßes im mittlerweile drei Jahre andauernden Rechtsstreit war ein Selfie, das der Makake Naruto 2011 beim Spielen mit der Kamera von Fotograf David Slater von sich selbst gemacht hatte. Das Bild ging 2014 um die Welt, als der Streit zwischen Slater und Wikipedia öffentlich wurde. Der Naturfotograf hatte das Portal gebeten, das Selfie von seiner Plattform zu löschen, da er die Urheberrechte daran halte. Wikipedia vertrat jedoch die Meinung, dass der Affe die Rechte an seinem Foto besitze.

2015 schaltete sich schließlich die Tierschutzorganisation Peta ein, die den Affen Naruto „als engen Freund“ vor Gericht vertreten wollte. Ziel der Organisation war es damals, dass die Einnahmen aus dem Verkauf des Fotos dem Makaken zugute kommen sollten. Im Januar 2016 hatte ein Bezirksgericht in den USA bereits gegen Peta geurteilt und dem Affen kein Klagerecht eingeräumt. Dieses Urteil wurde in dieser Woche vom Bundesberufungsgericht in San Francisco bestätigt.

Wohl um nicht auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben, hatte Peta im vergangenen Jahr bereits eine außergerichtliche Einigung mit Slater angestrebt. Die Einigung sah vor, dass der Fotograf 25 Prozent aller künftigen Einnahmen an dem Affen-Selfie an Organisationen spenden soll, die sich für den Schutz der Makaken in Indonesien einsetzen. Das Gericht hatte diesen Vergleich abgelehnt, da von Naruto – den Peta im Rechtsstreit vertritt – in der Einigung gar keine Rede mehr gewesen sei. Laut dem Richter habe Peta im Verlauf des Prozesses wohl die Interessen des Affen fallen gelassen, weil sich eine Niederlage abgezeichnet habe. Wenn nun einer Klage einreichen müsse, heißt es in der Urteilsbegründung, dann sei es wohl der Affe gegen Peta. Die Tierschutzorganisation habe versäumt, die Interessen des Makaken anstelle der eigenen durchzusetzen.

Ob der Rechtsstreit um das Affen-Selfie nun tatsächlich abgeschlossen ist, bleibt abzuwarten. Peta könnte nun unter anderem vor das Oberste Gericht der USA ziehen. Aufgrund der geringen Erfolgsaussichten scheint dieser Schritt jedoch unwahrscheinlich.

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