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Gefährlicher Mangel: Neue Mangelkategorie für Hauptuntersuchung

11.04.2018 | 16:01 Uhr |

Ab dem 20. Mai 2018 gibt es eine zusätzliche Mangelkategorie bei der Hauptuntersuchung (TÜV) für Autos, Motorräder etc.

Zum 20. Mai 2018 stehen Änderungen bei der Hauptuntersuchung an, wie die Dekra jetzt mitgeteilt hat. Die Vorgaben der EU-Richtlinie werden zu diesem Datum in nationales deutsches Recht umgesetzt. Die meisten Änderungen sollen Autofahrer im „Normalfall“ gar nicht bemerken. Neu ist dagegen eine zusätzliche Mangelkategorie, die im Zuge der EU-Harmonisierung eingeführt wird.

Zu den bisherigen Kategorien "Ohne Mangel", "Geringer Mangel", "Erheblicher Mangel" und "Verkehrsunsicher" kommt nun die zusätzliche Einstufung "Gefährlicher Mangel".

"Dieses neu eingeführte Prüfergebnis stellt eine Zwischenstufe unterhalb der Kategorie 'Verkehrsunsicher' dar", erklärt André Skupin, Technischer Leiter beim Dekra e.V. Dresden. "Damit bescheinigt der Prüfingenieur dem Halter, dass diese Mängel an seinem Fahrzeug den Verkehr gefährden. Eine Fahrt direkt nach Hause oder zur Reparatur wird aber noch als vertretbar angesehen." Bei der Einstufung als "verkehrsunsicher" muss – wie bisher auch – unmittelbar die Prüfplakette entfernt und die Zulassungsbehörde informiert werden.

Ansonsten ändern sich Einstufungen oder Bezeichnungen einzelner Mängel. "Das geschieht im Zusammenhang mit den Vorgaben der EU-Richtlinie und auch wegen begrifflicher Präzisierungen." In den meisten Fällen betreffen diese Änderungen die Arbeit der Prüfingenieure, weniger das HU-Ergebnis für die Fahrzeughalter.

Auf den Umfang und die Prüftiefe der Hauptuntersuchung hat die neue Richtlinie im Wesentlichen keine Auswirkungen. Auch der zeitliche Aufwand ändere sich nicht, so der Dekra-Experte.

Das bedeuten die Mängelklassen

Ohne Mangel: Einwandfreier Zustand des Wagens, Prüfplakette erteilt

Geringer Mangel: Leichte Mängel wie Kratzer im Spiegel oder defekte Glühlampe in der Kennzeichenleuchte, Prüfplakette erteilt

Erheblicher Mangel: Prüfplakette verweigert, Sie dürfen aber mit dem Fahrzeug bis zur Nachuntersuchung weiterfahren. Bis dahin müssen die beim ersten Mal festgestellten Mängel beseitigt werden. Das Fahrzeug muss binnen eines Monats erneut zur Prüfung vorgefahren werden; diese Nachuntersuchung kostet etwas weniger als die erste Hauptuntersuchung.

Gefährlicher Mangel: Neue Kategorie. Wie "verkehrsunsicher", nur dass Sie immerhin noch vom Prüfstand runter und nach Hause beziehungsweise zur Werkstatt aus eigener Kraft fahren dürfen.

Verkehrsunsicher: Wie bei erheblicher Mangel/gefährlicher Mangel, nur dass Sie nicht einmal mehr nach Hause oder in eine Werkstatt fahren dürfen. Der Prüfer entfernt sofort die Prüfplakette von dem Fahrzeug und informiert die Zulassungsstelle. 

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