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Garmin Dashcam 55 im Test: Dashcam mit Zeitraffer und Radarwarner

06.09.2018 | 17:11 Uhr |

Die Garmin Dashcam 55 ist mehr als nur eine Dashcam. Sie warnt auch vor Tempo-Kontrollen und zu dichtem Auffahren. Ein cooles Zusatzfeature sind die Zeitraffer-Videos. Ein ausführlicher Test.

Einsatzzweck: Die Garmin Dashcam 55 bietet nicht nur das gewohnte Aufzeichnen von Videos während der Fahrt im Loop-Modus mit automatischem Überschreiben der ältesten Aufnahmen , sondern darüber hinaus auch Fahrassistenz-Funktionen wie Auffahrwarnung und Spurverlassenswarner. Außerdem warnt die Dashcam vor Geschwindigkeitskontrollen. Ein cooles Zusatzfeature sind die Zeitraffer-Videos.

Test-Fazit zur Garmin Dashcam 55: Spannende Extras

Die Garmin Dashcam 55 besticht durch ihre vielen Extras, unter denen vor allem die Zeitrafferaufnahmen hervorzuheben sind.

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Erster Eindruck

Die Garmin Dashcam 55 ist relativ klein (4 x 3,5 x 5,6 cm, 59 Gramm) und damit angenehm unauffällig hinter der Windschutzscheibe zu befestigen. Außerdem sieht sie schick aus. Sie hat relativ wenige Tasten, nämlich nur vier, die sich alle auf der rechten Seite befinden. Dadurch sind die Tasten während der Fahrt etwas schwer zu erreichen. Insbesondere die unterste der vier Tasten, mit der Sie Fotos speichern oder ein Video sofort dauerhaft speichern, ist während der Fahrt schwer zu treffen – hier soll die Sprachsteuerung der Garmin-Dashcam-55 in die Bresche springen. Zur weiteren Ausstattung gehören GPS-Chip und Mikrofon.

Inbetriebnahme

Die 3,7-MP-Kamera (1440p) ist schnell in Betrieb genommen: Sie legen eine Micro-SD-Karte ein (bis zu 64 GB Größe, Geschwindigkeitsklasse 10 oder höher), nehmen die nötigen Einstellungen auf dem kleinen Farbdisplay (2 Zoll) vor und befestigen die Kamera an der Windschutzscheibe. Danach schließen Sie die Kamera an die 12-Volt-Steckdose im Wagen an. Wobei der verbaute Akku es auch ermöglicht, die Kamera kurzzeitig ohne Stromanschluss zu benutzen.

Das Display ist kein Touchscreen. Die Bedienung erfolgt über die vier Tasten am rechten Rand der Kamera.
Vergrößern Das Display ist kein Touchscreen. Die Bedienung erfolgt über die vier Tasten am rechten Rand der Kamera.
© Amazon/Garmin

Störend ist allerdings, dass standardmäßig kein Saugnapf zur Befestigung beiliegt, sondern nur ein Klebestreifen, der sich laut Garmin nur schwer wieder entfernen lässt. Sie können die Kamera also nicht ohne weiteres an unterschiedlichen Stellen hinter der Windschutzscheibe befestigen und in aller Ruhe die beste Position ermitteln, sondern müssen sich sofort für den endgültigen Standort entscheiden. Optional können Sie eine Saugnapfhalterung für rund 15 Euro kaufen – das empfiehlt sich unbedingt, um bei der Befestigung flexibler zu sein und die Kamera schnell mal komplett und rückstandsfrei abnehmen zu können.

Gut: Das Einstellungsmenü der Dashcam bietet eine Auswahlmöglichkeit zwischen „normaler“ PKW und Kleinbus/Van.

Funktionen und Betrieb

Die Garmin Dashcam 55 startet in der Regel automatisch mit der Aufnahme, sobald sie mit Strom versorgt wird. Auch die GPS-Funktion steht sofort bereit. Alternativ können Sie die Kamera auch von Hand einschalten, indem Sie die obere der vier Tasten drücken. Zusätzlich besitzt die Kamera einen Erschütterungssensor, der die Kamera aufzeichnen lassen soll, sobald er eine Erschütterung wie einen Unfall bemerkt - im Test konnten wir solche Erschütterungen von Hand simulieren und die Kamera startete tatsächlich die Aufzeichnung.

Wenn Sie auf die unterste der vier Tasten drücken, nehmen Sie von Hand ein Foto oder – bei gedrückt gehaltener Taste – ein Video auf. Einen Parkmodus besitzt die Kamera auch, allerdings ist dafür ein separates Kabel erforderlich, um die Kamera dauerhaft mit der Batterie des Fahrzeugs zu verbinden.

Wie gehabt erfolgt die Video-Aufzeichnung im Schleifenverfahren, das heißt, sobald die Speicherkarte voll ist, wird die jeweils älteste Aufzeichnung mit der neuesten überschrieben. Fotos (2560 x 1440 Pixel) speichert die Kamera als JPG, Videos als MP4. Die Kamera legt die Videos in unterschiedliche Ordner. Alle Standard-Videos, die nicht dauerhaft gespeichert werden sollen, landen in einem eigenen Ordner. In weiteren separaten Ordnern speichert die Kamera Fotos und Videos, die auf Tastendruck dauerhaft erhalten bleiben sollen, ebenso gibt es separate Ordner für Aufnahmen nach erkannter Bewegung und im Parkmodus sowie für die Zeitraffer-Aufnahmen.

Ein vor einiger Zeit veröffentlichtes Software-Update soll die Garmin-Dashcams rechtskonform zum BGH-Urteil vom Frühjahr 2018 machen. Dafür sollte die Kamera so konfiguriert sein, dass sie Aufnahmen nicht dauerhaft speichert, sondern überschreibt. Das gilt aber nur für Aufnahmen, die Sie nicht explizit von Hand speichern oder die durch den Erschütterungsmodus oder im Parkmodus gespeichert werden. Denn solche Videos legt die Kamera wie bereits erwähnt in anderen Ordnern ab, wo sie dauerhaft gespeichert bleiben.

Zeitraffer: Mit der Funktion Travelapse können Sie Zeitraffer-Videos von einer Fahrt aufnehmen. Ideal zum Mitschneiden von Urlaubsfahrten auf landschaftlich schönen Strecken. Die Zeitraffer-Funktion ist ein cooles Extra, das im Test zuverlässig funktionierte. Damit können Sie jede längere Fahrt schnell Revue passieren lassen. Parallel zu den Zeitraffer-Aufnahmen zeichnet die Dashcam aber auch die normalen Echtzeit-Videos vollständig auf. Ihnen gehen also keine Details während der Fahrt verloren.

Sprachsteuerung: Die Kamera lässt sich mit dem Weckruf „Ok, Garmin“ auch per Sprache bedienen. Das klappt auch in deutscher Sprache. Die Kamera zeigt auf dem Bildschirm die verfügbaren Befehle an: Sie können dann Videos und Fotos per Sprachbefehl speichern, die Tonaufnahme stoppen oder eine Zeitraffer-Aufnahme starten.

Dabei gefällt uns gut, wie schnell die Kamera auf Sprachbefehle reagiert. Auch die Bedienung über die Tasten und die Anzeige des (Nicht-Touch)-Bildschirms geht sehr flott.

Fahrassistenzsysteme und Radarwarner

Die Kamera warnt auch vor Radarfallen und Ampelblitzern. Ebenso ist ein Kollisionswarner und ein Spurverlassenswarner integriert – das kennen wir schon von der Garmin Nüvicam. Die Kamera kann Sie zudem informieren, wenn vor Ihnen der Verkehr losfährt. Das eignet sich besonders dann, wenn Sie vor einer Ampel warten.

Auffahrwarnung
Vergrößern Auffahrwarnung
© Amazon/Garmin

Die Warnung vor Geschwindigkeitsmessstellen (Radarwarner), die Anfahraufforderung sowie die Auffahrwarnung und der Spurverlassensassistent sind nette Dreingaben, sicherlich aber nicht der Hauptzweck einer Dashcam. Im Test funktionierten diese Extras zwar grundsätzlich, aber nicht immer. So bekamen wir im Tunnel keine Warnungen vor den darin verbauten Blitzern – vermutlich weil die Dashcam das GPS-Signal zur exakten Standortbestimmung der Radarkameras nicht empfangen konnte. Oberirdisch warnte uns die Garmin Dashcam 55 aber zuverlässig vor fest montierten Geschwindigkeits-Überwachungskameras.

Die Anfahraufforderung kam einige Male, wenn wir in einem Stau, zum Beispiel vor einer roten Ampel, nicht sofort losgefahren sind. Ebenso warnte uns die Dashcam immer wieder mit einer Auffahrwarnung, wenn sich jemand vor uns in die Fahrspur drängelte. Um die Radarwarnungen zu empfangen, brauchen Sie ein kostenpflichtiges Abonnement. Das Radarmelder-Abo kostet in Deutschland mindestens 14,95 Euro. Zum Herunterladen dieses Produkts benötigen Sie das Desktop-Programm Garmin Express.

Allerdings kann das häufige Gepiepse der verschiedenen Alarme sowie das häufige Aufblenden des Kamera-Displays durchaus ablenken. Zwar kann man alle diese Alarme abschalten, doch wer Auffahrwarnung oder Anfahrhinweise oder Radarwarner etc. ohnehin nicht nutzen möchte oder bereits in seinem Navigationsgerät integriert hat, kann dann gleich zu einer etwas preiswerten Dashcam ohne solche Extras greifen. Überlegen Sie sich also vor dem Kauf, ob Sie diese Zusatz-Funktionen wirklich nutzen wollen.

Anfahrhinweis
Vergrößern Anfahrhinweis
© Amazon/Garmin

Lästig: Nach jedem(!) Einschalten der Dashcam muss man einen Warnhinweis wegtippen. Das ist nicht nur störend, sondern sogar gefährlich, weil es den Fahrer kurz ablenkt beziehungsweise das Losfahren verzögert. Andere Hersteller verzichten auf diese Belehrung.

Solide Bildqualität: Die Bild- und Tonqualität geht völlig in Ordnung. Bei Nachtaufnahmen muss natürlich eine Lichtquelle vorhanden sein, damit Sie auf den Aufnahmen etwas erkennen können. Aber herkömmliche Straßenlaternen und erst recht die Scheinwerfer Ihres Wagens reichen völlig aus.

Ladekabel fällt aus: Nach knapp einer Woche mussten wir den Test abbrechen, weil das originale Ladekabel der Dashcam defekt war und den Kamera-Akku nicht mehr während der Fahrt laden konnte. Deshalb startete die Kamera auch nicht mehr automatisch beim Losfahren. In den beiden letzten Tagen vor dem Ausfall des Garmin-Ladegeräts zeigte die Kamera bereits Schwächen, die vermutlich durch das defekte Ladegerät verursacht wurden, das in seinen letzten Zügen lag. Denn die Kamera nervte mit minutenlangen Einblendungen und Gepiepse, dass sie sich abschalten möchte. Um dann trotzdem weiterzulaufen. Aus den Kommentaren der Amazon-Käufer geht durchaus hervor, dass offensichtlich bei einigen Exemplaren der Garmin Dashcam 55 Fabrikationsmängel auftreten.

App: Bequemes Firmware-Update

Mit der Garmin Virb App können Sie die Kamera mit dem Smartphone verbinden und Fotos und Videos speichern. Die Verbindung erfolgt wie gehabt via WLAN: Sie wählen das WLAN-Netzwerk der Dashcam aus und verbinden Ihr Smartphone damit. Die App lässt sich intuitiv bedienen und macht einen übersichtlichen Eindruck.

Danach können Sie die Fotos und Videos von der Kamera dauerhaft speichern oder über diverse Wege mit anderen Menschen teilen. Auch Firmware-Updates lassen sich über die App auf die Kamera aufspielen: Das geht völlig unkompliziert, wie wir ausprobiert haben. Sobald das Update komplett heruntergeladen wird, starten Sie dessen Installation aus der Virb-App heraus – top einfach! Das Installieren der neuen Firmware dauert allerdings einige Minuten.

Eine Software, um aufgezeichnete Routen auf Basis der GPS-Daten auf einer Karte am PC oder Mac nachzuvollziehen, liefert Garmin dagegen nicht mit. Sie können eine solche Software aber von der Garmin-Webseite hier herunterladen: den Dash Cam Player. Im Garmin Dashcam Player ist auch eine Kartenfunktion integriert.

Einschätzung: Coole Zusatz-Funktionen, aber vielleicht etwas zu viel des Guten

Das Kameramenü und die Sprachsteuerung reagieren richtig flott, so macht die Bedienung Spaß. Dass Sie die Dashcam auch per Sprachbefehl bedienen können, ist angesichts der kleinen Tasten eine wichtige und sinnvolle Ergänzung. Die Zeitraffer-Videos sind ein wirklich cooles Extra und die Update-Funktion ist via Smartphone-App rundum gelungen. Dank unterschiedlicher Ordner zum Speichern der Videos und Fotos behalten Sie immer den Überblick über Ihre Aufnahmen, die eine gute Bildqualität liefern.

Es gibt aber auch Kritikpunkte: Die nervige Aufforderung nach jedem Kamerastart – das geht gar nicht und ist sogar gefährlich, weil es den Fahrer ablenkt. Eine Dashcam muss ohne Zutun des Fahrers zuverlässig starten, und so machen das ja auch andere Dashcams wie die Nextbase 312GW. Und Kleber statt Saugnapf zur Befestigung an der Windschutzscheibe – welcher Produktverantwortliche hat sich das nur ausgedacht?

Wer zudem eine Dashcam haben möchte, die wirklich nur Videos aufzeichnet, der ist mit der Garmin Dashcam 55 nicht optimal bedient. Denn die vielen Assistenz-Funktionen führen dazu, dass immer wieder eine Meldung auf dem kleinen Bildschirm erscheint und die Kamera häufig Alarmtöne von sich gibt. Wer sich dadurch abgelenkt fühlt, sollte besser zu einem anderen Dashcam-Modell ohne Fahrassistenz greifen. Vielleicht zur Nextbase 312GW, die im Test sehr zuverlässig arbeitete und etwas günstiger ist.

Preis

Die Garmin Dash Cam 55 kostet ab zirka 150 Euro , wie aus unserem Preisvergleich hervorgeht. Im Lieferumfang sind enthalten: Garmin Dashcam 55, magnetische Halterung mit Kleber, Kfz-Anschlusskabel, USB-Lade-/Sync-Kabel, 8 GB Micro-SD-Speicherkarte, Schnellstartanleitung.

Achtung Sie unbedingt darauf, dass Sie eine abnehmbare Saugnapfhalterung mitkaufen. Sollte diese nicht im Lieferumfang enthalten sein, dann sollten Sie sie separat kaufen.

Alternativen: Eine reine Dashcam ohne Zusatzfunktionen wie die Nextbase 312GW für rund 140 Euro inklusive Saugnapfhalterung. Oder eine pfiffige Kombination aus Dashcam, Navigationsgerät und Fahrassistenzsystem wie die Garmin Nüvicam, die Sie für rund 350 Euro bekommen . Unseren ausführlichen Testbericht zur Garmin Nüvicam finden Sie hier.

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