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Gaming-Hardware 2018: Was haben AMD, Intel, Nvidia & Co. im Technik-Köcher

22.01.2018 | 10:30 Uhr |

Was erwartet uns im Jahr 2018 für neue Spiele-Hardware? Hersteller-Roadmaps und glaubwürdige "Leaks" versprechen fette Beute speziell für Gamer.

Jedes Jahr kommt neue und noch leistungsfähigere Hardware auf den Markt - das wird auch 2018 nicht anders sein. Nur manchmal sind die Performance-Steigerungen so hoch, dass sich ein Wechsel richtig lohnt. Ab und an jedoch gibt es nur wenig Änderungen zu den Vorgängern aus dem letzten Jahr.

Das kommt 2018: Technik-Highlights in der Vorschau

AMD: Neue APUs, verbesserte Ryzen-CPUs und umgelabelte Vega-Grafikkarten

Fangen wir zuerst mit AMD an: Schon im Februar 2018 werden die neuen APUs der Raven-Ridge-Familie auf Basis der Zen-Architektur auf den Markt kommen, die bei der integrierten Grafik auf Radeon-RX-Vega-Grafikkerne setzen werden. Damit soll sich dann auch endlich halbwegs zocken lassen, ohne sich gleich noch eine extra Grafikkarte ins Gehäuse schrauben zu müssen. Denn aktuelle Ryzen-Modelle bieten im Vergleich zu vielen Intel-Modellen keine Grafikeinheit an. Ein Vorteil des Mitbewerbers, den AMD somit aushebelt.

Mit Raven Ridge kommen AMDs neue APUs mit Zen-Architektur und Radeon-RX-Vega-Grafik.
Vergrößern Mit Raven Ridge kommen AMDs neue APUs mit Zen-Architektur und Radeon-RX-Vega-Grafik.
© AMD

Kurz darauf dürfte dann wohl eine Neuauflage der Ryzen-Prozessoren kommen, die im 12-Nanometer-Prozess gefertigt werden und vermutlich auf den Namen „Zen+“ hören wird. Die aktuelle Fertigung der Ryzen-CPUs erfolgt ja noch in 14 Nanometer. Wir in der Redaktion gehen davon aus, dass diese Neuauflage zirka zehn Prozent mehr Leistung bieten wird als die erste Ryzen-Generation. Gleichzeitig wird es auch neue Mainboards mit X400-Chipsätzen geben. Aber keine Sorge, auch die älteren Hauptplatinen dürften sich nach einem Bios-Update mit den neuen Ryzen-Modellen verstehen. Die echte, zweite Zen-Generation kommt vermutlich erst 2019.

Zen+ wird im 12-nm-Verfahren gefertigt und soll vermutlich zehn Prozent flotter sein als die erste Ryzen-Generation.
Vergrößern Zen+ wird im 12-nm-Verfahren gefertigt und soll vermutlich zehn Prozent flotter sein als die erste Ryzen-Generation.
© AMD

In Sachen AMD-Radeon-Grafikkarten gibt es nur wenig Infos für 2018. Vermutlich wird es dieses Jahr zuerst einmal wieder eine Neuauflage der Vega 64 und 56 geben, die die RX 580 und 570 ablösen werden. Radeon RX Vega mit sieben Nanometern wird es wohl frühestens Ende 2018 geben - und dann wird es sich dabei wohl auch "nur" um ein Modell für den wissenschaftlichen Bereich handeln, das sich nur bedingt fürs Gaming eignet. Die neue Architektur namens „Navi“ wird es wohl erst 2019 geben.

Neue Gaming-Grafikkarten wird es in 2018 nicht geben, erst 2019 kommt "Navi" für PC-Spieler.
Vergrößern Neue Gaming-Grafikkarten wird es in 2018 nicht geben, erst 2019 kommt "Navi" für PC-Spieler.
© AMD

Intel: Langersehnte Chipsätze, Portfolio-Komplettierung und flotte SSDs

Und was könnte Intel im Jahr 2018 auf den Markt bringen? Zuerst einmal werden wohl endlich die „echten“ Coffee-Lake-kompatiblen Mainboards mit den Chipsätzen wie Z390 und H370 auf den Markt kommen, um das Potenzial der CPUs der achten Core-Generation nun komplett ausreizen zu können. Zu erwarten sind vermutlich auch weitere Prozessoren auf Basis der Coffee-Lake-Architektur wie ein i5-8600 oder i3-8300, die das Portfolio erwartungsgemäß komplettieren werden. Die nächste Generation der High-End-Prozessoren von Intel wird wohl die Bezeichnung „Cascade Lake X“ tragen und Skylake-X ablösen - allerdings erst Ende 2018.

Intels neue Chipsätze wie Z390 und H370 kommen endlich auf den Markt.
Vergrößern Intels neue Chipsätze wie Z390 und H370 kommen endlich auf den Markt.
© Intel

Insgesamt schaut es also bisher danach aus, dass sich bei Intel in Sachen Prozessoren nicht allzu viel tun wird. Dafür aber beim Speicher: Die ersten Intel-Optane-SSDs mit dem selbstentwickelten 3D-Xpoint-Flash-Speicher kommen in den Handel. Gegenüber dem bisher fast schon standardmäßig eingesetzten NAND-Flash ist 3D-Xpoint noch flotter, ausdauernder und reaktionsschneller.

Intels Optane-SSDs im M.2-Format sollen nicht mehr nur als Cache dienen, sondern fortan auch als regulärer Speicher mit noch flotteren 3D-Xpoint-Flash.
Vergrößern Intels Optane-SSDs im M.2-Format sollen nicht mehr nur als Cache dienen, sondern fortan auch als regulärer Speicher mit noch flotteren 3D-Xpoint-Flash.
© Intel

Schon seit November 2017 ist es bereits bekannt, dass Intel und AMD tatsächlich auch kooperieren können. Das Ergebnis gab es erstmals auf der CES 2018 in Las Vegas zu sehen: Die Prozessoren der sogenannten Kaby-Lake-G-Serie vereinen eine Intel-Core-CPU mit Radeon-RX-Vega-Grafikkernen auf einer Chipfläche. Gerüchten zufolge soll die Grafikleistung höher als die einer Nvidia Geforce GTX 1050 sein! Damit wäre also auch das Zocken in Full-HD mit mittleren Grafikeinstellungen kein Problem mehr. Die größte Version dieser Chips soll dann sogar die mobile Variante einer GTX 1060 schlagen, womit sich dann fast ohne Kompromisse in 1080p zocken lässt - und das ohne eine dedizierte Grafikkarte.

Verkaufsstart für Intel-CPUs mit integrierter AMD-Grafikeinheit

Die Kaby-Lake-G-Serie vereint Intel-Core- und Radeon-RX-Vega-Kerne auf einer Chipfläche.
Vergrößern Die Kaby-Lake-G-Serie vereint Intel-Core- und Radeon-RX-Vega-Kerne auf einer Chipfläche.
© Intel

CPU-Vergleichstest: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

Nvidia: Neue Grafikkarten mit Ampere-Architektur

Anfang Dezember 2017 hat Nvidia sein neues Flaggschiff Nvidia Titan V vorgestellt, bei der es sich nach eigenen Angaben um den „bisher leistungsstärkste PC-Grafikprozessor, der jemals entwickelt wurde“, handeln soll. Denn erstmals kommt eine GPU mit der neuen Volta-Architektur zum Einsatz, deren Fertigung im 12-Nanometer-Verfahren erfolgt und eine extrem hohe Rechenleistung von 110 Teraflops bietet. Außerdem setzt der Hersteller auf schnellen HBM2-Speicher, so wie die Radeon-RX-Vega-Modelle. Allerdings ist die Titan V nicht für Gamer, sondern für wissenschaftliche Anwendungen wie Deep Learning gedacht.

Die Nvidia Titan V ist die erste Grafikkarte mit Volta-GPU. Eine vermutlich nur leicht geänderte Version wird es auch für Gaming-Modelle (Geforce GTX) geben, allerdings wird die auf die Bezeichnung Ampere hören.
Vergrößern Die Nvidia Titan V ist die erste Grafikkarte mit Volta-GPU. Eine vermutlich nur leicht geänderte Version wird es auch für Gaming-Modelle (Geforce GTX) geben, allerdings wird die auf die Bezeichnung Ampere hören.
© Nvidia

Die Versionen für Gamer sollen im zweiten Quartal 2018 folgen. Allerdings hört die Architektur bei den Geforce-GTX-Modellen auf „Ampere“. Ampere ist eine auf den Gaming-Einsatz optimierte Volta-Architektur mit reduzierter Strukturbreite. Die neuen Geforce-GPUs lässt Nvidia im 10-Nanometer-Verfahren produzieren, das bring mehr Leistung bei reduziertem Stromverbrauch. Zudem spart sich Nvidia den Einsatz von teurem HMB-Speicher und nimmt stattdessen GDDR6-Speicher. GDDR6 erlaubt doppelt so hohe Transferraten wie GDDR5 – und das bei geringerem Stromverbrauch.

Noch flotter unterwegs dank GDDR6 und PCI Express 4.0

GDDR6 ist ein gutes Stichwort: Die Ablösung von GDDR5 ist schon längst fällig, da hier bereits die Leistungsgrenzen des Grafikspeichers erreicht werden. Eine offizielle Vorstellung von GDDR6 gab es Mitte Januar 2018: Der neue VRAM bietet neben der höheren Datenrate von bis zu 8 GBit/s pro Signalkontakt sowie der reduzierten Versorgungsspannung von 1,35 statt 1,55 Volt auch deutlich mehr Kapazität pro Fläche.

GDDR6 bietet deutlich mehr Kapazität und Geschwindigkeit als sein Vorgänger.
Vergrößern GDDR6 bietet deutlich mehr Kapazität und Geschwindigkeit als sein Vorgänger.

Bereits im Oktober 2017 wurden die Spezifikationen für PCI Express 4.0 (PCIe 4.0) offiziell festgelegt, im Jahr 2018 sollen nun die ersten Mainboards und Komponenten kommen, die den neuen Standard unterstützen. Im Vergleich mit der dritten PCIe-Version schafft es der Nachfolger, die Bandbreite pro Lane zu verdoppeln. Dieses Geschwindigkeitsplus kommt vor allem zum Tragen, wenn nur wenige PCIe-Lanes zur Verfügung stehen. Denn dadurch kommt es dann seltener zum Flaschenhals, wenn viele Geräte wie mehrere M.2-SSDs und Grafikkarten in einem System via PCIe kommunizieren.

PCI Express 4.0 soll 2018 auf den Markt kommen und bietet unter anderem eine Verdopplung der Bandbreite pro Lane.
Vergrößern PCI Express 4.0 soll 2018 auf den Markt kommen und bietet unter anderem eine Verdopplung der Bandbreite pro Lane.
© PCI-SIG

Notebooks mit ARM-Prozessoren

Im Jahr 2018 wird man vermutlich mehr Notebooks sehen, die mit Prozessoren von ARM ausgestattet sind. Dafür tut sich Hersteller Qualcomm mit Microsoft zusammen und ermöglicht somit den Betrieb einer regulären Windows-10-Version auf neuen Snapdragon-Prozessoren. Noch gibt es aber bei den herkömmlichen Programminstallationen einige Einschränkungen, da grundsätzlich noch ein Workaround nötig ist. Sehr positiv sollen dafür die Akkulaufzeiten der ARM-betriebenen Notebooks sein - die Rede ist hier von 20 Stunden und mehr!

Notebooks mit ARM-Prozessoren von Qualcomm sollen üppige Akkulaufzeiten bieten.
Vergrößern Notebooks mit ARM-Prozessoren von Qualcomm sollen üppige Akkulaufzeiten bieten.
© Microsoft

Kabellose Gaming-Peripherie im Aufwind

Und was gibt es in Sachen Gaming-Gear? Wireless-Eingabegeräte kommen dank immer ausgefeilteren Übertragungs-Techniken und Akkuladevorgängen wieder in Mode. Logitech hat mit dem induktiven Powerplay-Mauspad ja schon sehr gut vorgelegt, bei dem der Mausakku dank einer speziellen Mausunterlage kabellos geladen wird. Nun folgen auch die anderen großen Hersteller: Razer hat die HyperFlux Mamba und die wiederauferstandene Marke MadCatz hat RAT Air vorgestellt.

Razer Hyperflux versorgt die kompatible Drahtlos-Maus (Mamba) über das spezielle Mauspad (Firefly) kabellos mit Strom - die Maus besitzt nicht einmal mehr einen Akku.
Vergrößern Razer Hyperflux versorgt die kompatible Drahtlos-Maus (Mamba) über das spezielle Mauspad (Firefly) kabellos mit Strom - die Maus besitzt nicht einmal mehr einen Akku.
© Razer

Bei beiden handelt es sich um Maus-und-Mauspad-Kombinationen, bei denen die Mäuse nicht einmal mehr über einen Akku verfügen - die nötige Energie wird also nur noch aus dem speziellen Mauspad gezogen. Das sorgt für noch leichtere Gaming-Mäuse. Corsair hingegen setzt mit der neuen Maus Dark Core RGB SE und dem Mauspad MM1000 auf den bei Smartphones schon weit verbreiteten, ebenfalls induktiven Qi-Standard. Und ja, mit der Mausmatte lassen sich dann auch Smartphones aufladen, sofern sie Qi unterstützen. Und da wir schon beim Thema Drahtlos-Peripherie sind: Ebenfalls ohne Kabel und dennoch mit mechanischen Cherry-MX-Tasten ausgestattet ist die Corsair K63 Wireless, für die der Hersteller auch ein sogenanntes Lapboard für die bequemere Bedienung auf dem Schoß anbietet.

Die Wireless-Tastatur Corsair K63 besitzt mechanische Tasten und überträgt die Eingaben dank ausgefeilter Funktechnik fast ohne Latenz.
Vergrößern Die Wireless-Tastatur Corsair K63 besitzt mechanische Tasten und überträgt die Eingaben dank ausgefeilter Funktechnik fast ohne Latenz.
© Corsair

Cherry MX: Low-Profile-Switches vom Marktführer

Im Jahr 2018 dürfen wir uns über mehr flachere Tastaturen und Notebooks mit mechanischen Schalter freuen, denn Cherry hat seine neuen Switches vom Typ MX Low Profile RGB vorgestellt. Sie sind um 35 Prozent flacher als die regulären MX-Schalter, bieten aber dennoch die gleiche Schaltcharakteristik wie ihre farbgleichen, normalgroßen Partnermodelle. Komplett neu ist das allerdings nicht, denn der chinesische Hersteller Kaihua hat bereits 2017 Low-Profile-Varianten seiner Kailh-Switches vorgestellt. Da der MX-Standard aber nun ebenfalls dieses Segment betritt, lässt sich nun von vielen neuen Tastaturvarianten ausgehen.

Links die herkömmlichen Cherry MX RGB Red, rechts die neuen MX Low Profile RGB Red.
Vergrößern Links die herkömmlichen Cherry MX RGB Red, rechts die neuen MX Low Profile RGB Red.
© Cherry

Großflächige Gaming-Monitore und flotte 4K-Darstellung

Nvidia hat in Zusammenarbeit mit Monitorherstellern wie Acer und Asus ein neues Format für Gaming-Bildschirme vorgestellt, die vermutlich schon im Sommer 2018 auf den Markt kommen sollen: Die sogenannten „Big Format Gaming Displays“ (BFGD) verfügen über eine stolze Diagonale von 65 Zoll, eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixel (Ultra-HD), eine flotte Bildwiederholrate von 120 Hertz sowie die Unterstützung von HDR (High Dynamic Range) und der hauseigenen Bildsynchronisationstechnik G-Sync. Dank dieser Spezifikationen wird detailreiches und vor allem flüssiges Gaming möglich sein. Außerdem wird in jedem BFGD eine vollwertige Shield-Konsole integriert sein, bei der es sich um eine der bisher leistungsfähigsten Android-TV-Boxen auf dem Markt handelt. Informationen zu Preisen gibt es noch nicht, aber erwarten Sie kein Schnäppchen.

Großflächige Gaming-Monitore wie dieser 65-Zoll-Koloss von HP werden nach Nvidias Vorgaben gebaut und sollen schon ab Sommer 2018 verfügbar sein.
Vergrößern Großflächige Gaming-Monitore wie dieser 65-Zoll-Koloss von HP werden nach Nvidias Vorgaben gebaut und sollen schon ab Sommer 2018 verfügbar sein.
© Nvidia/HP

Aufmerksame Leser dürften bei den BFGD von Nvidia schon bemerkt haben, dass das Ultra-HD-Display mit 120 Hertz arbeitet. Das ist keine Neuankündigung, denn verschiedene Hersteller haben bereits 2017 Monitore angekündigt, die UHD mit Bildwiederholfrequenzen jenseits von 60 Hertz beherrschen werden, was für noch flüssigere Darstellungen sorgt. 2018 sollen diese Modelle aber nun endlich großflächig verfügbar sein.

Monitore wie der Asus ROG Swift PG27UQ bieten UHD-Auflösung bei 144 Hertz inklusive Nvidia G-Sync.
Vergrößern Monitore wie der Asus ROG Swift PG27UQ bieten UHD-Auflösung bei 144 Hertz inklusive Nvidia G-Sync.
© Asus

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind keine Garantie dafür, dass die genannten Techniken und Geräte auch tatsächlich in der von uns genannten Form erscheinen werden, da sich bis zur finalen Veröffentlichung immer noch viel ändern kann.

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