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Gaming Disorder: WHO stuft Computerspielsucht als Krankheit ein

19.06.2018 | 10:39 Uhr |

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat "Gaming Disorder" (Computer-Spielsucht) als behandlungsbedürftige Krankheit eingestuft.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in ihrer neuen International Classification of Diseases (ICD-11) die "Gaming Disorder" als eigenständige Diagnose und damit als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt. Mit Gaming Disorder ist die Sucht nach Internet-, Computer- oder Videospielen gemeint.

Die Tagesschau zitiert Vladimir Poznyak vom Programm Suchtmittelmissbrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgendermaßen: "Es (gemeint ist die Gaming Disorder, Anmerkung der Redaktion) kann andere negative Folgen für die Gesundheit haben, eine Störung des Schlafverhaltens und auch der körperliche Aktivität - normalerweise ist das Spielverhalten mit einem sehr geringen Maß an körperlicher Aktivität verbunden - und auch in Bezug auf die Ernährung."

Poznyak fährt fort: „Der Hauptgrund dafür sind nicht nur die vorliegenden wissenschaftlichen Beweise, sondern auch der Bedarf an Behandlung und die Forderung nach einer Anerkennung seitens der behandelnden Mediziner, die sich davon erhoffen, dass die Forschung verstärkt wird, dass vorbeugende Maßnahmen durchgeführt werden können und dass man sich mehr mit den gesundheitlichen Folgen dieser Sucht befasst."

An „Gaming Disorder“ erkrankte Menschen würden dem Gaming eine immer größere Bedeutung in ihrem Leben einräumen, bis das Spielen alle andere Aktivitäten und Lebensinhalte in den Hintergrund drängen würde. Der Erkrankte würde das Gaming auch dann nicht zurückfahren oder reduzieren, wenn er die negativen Folgen bereits spüren würde; die Erkrankten könnten die Dauer des Spielens nicht mehr kontrollieren.

Die neue Einstufung der WHO ist allerdings unter Ärzten und Wissenschaftlern nicht unumstritten, wie The Verge schreibt. Psychologen warnen laut Spiegel online davor, dass diese Diagnose missbraucht werden könnte, um ein Riesenmenge neuer Patienten zu schaffen. An deren Behandlung man dann viel Geld verdienen kann.


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