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Fusée Gelée: Nintendo Switch gehackt

24.04.2018 | 15:14 Uhr |

Auf der Nintendo Switch lässt sich durch einen grundlegenden Fehler im Tegra-X1-Chip beliebiger Code ausführen.

Es ist meist eine Frage der Zeit, bis Hacker die Sicherheitsmechanismen einer Konsole aushebeln können. Nun wurde ein solcher Exploit auch für Nintendos Plattform Switch gefunden. Das Fusée Gelée getaufte Einfallstor steckt tief im verbauten Tegra X1 von Nvidia und lässt sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht einfach mit einer neuen Systemsoftware für die Switch entfernen. Hacker können durch den Exploit beliebigen Code in den eigentlich geschützten Speicher für Anwendungen laden und die Sicherheitsmechanismen von Nintendo somit umgehen.

Ein Sicherheitsrisiko durch Angreifer aus dem Internet müssen Switch-Besitzer jedoch nicht befürchten, da für das Ausnutzen des Exploits ein direkter Zugriff auf die Joy Con genannten Controller der Switch notwendig ist. Mit einem Draht müssen an diesen mehrere Kontakte kurzgeschlossen werden, daraufhin schaltet die Konsole in den USB-Wiederherstellungsmodus, der den eigentlichen Exploit erst ermöglicht. Für Hacker und Bastler ist der Exploit sehr interessant. Derzeit wird beispielsweise mit einem Custom-Bootloader namens Atmosphére experimentiert, ein Emulator für GameCube- und Wii-Spiele ist ebenfalls schon in Arbeit. Nintendo hingegen dürfte der Fehler im Tegra X1 großes Kopfzerbrechen bereiten, denn er steckt in allen 15 Millionen verkauften Exemplaren der Switch und kann voraussichtlich nicht geschlossen werden. Für neue Revisionen der Hardware müsste Nvidia entsprechend den Tegra-Chip anpassen. Bis dahin bleibt Nintendo nur der Ausschluss von Nutzern, die per Exploit gegen die Nutzungsbedingungen des angeschlossenen Online-Dienstes verstoßen. Hacker und Software-Piraten dürfte dies jedoch nicht davon abhalten, die neuen Möglichkeiten des Exploits auszuloten.

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