2320069

Fractal Design Define R6 im Praxis-Test

20.12.2017 | 16:01 Uhr |

Das Fractal Design Define R6 bietet einige Innovationen und genug Platz für umfangreiche Wasserkühlungen bieten. Und tatsächlich stellt sich das Gehäuse aus Schweden im Test einem aktuellen Trend entgegen.

Die Define-Serie von Fractal Design steht für Gehäuse, die eine ideale Balance aus Silent-Eigenschaften und minimalistischen, skandinavischen Design bieten sollen. Das neue Fractal Design Define R6 ist der Nachfolger des viel gerühmten R5 und kann mit einem üppigen Feature-Set aufwarten. Erfahren Sie in unserem Praxis-Test, was uns beim Einbau eines Systems in das Gehäuse so alles aufgefallen ist.

TEST-FAZIT: Fractal Design Define R6

Das Fractal Design Define R6 ist ein erstklassig verarbeitetes, hochwertiges Gehäuse, das auch bereit für umfassende Wasserkühlungen ist. Puristen dürften sich vor allem über das minimalistische Design und die nicht vorhandene RGB-Beleuchtung freuen. Zusätzlich sorgt der Hersteller an den richtigen Stellen für Staubschutz und Geräuschdämmung. Die Unterteilung im Inneren lässt sich teilweise sogar flexibel umbauen um noch mehr Platz zu schaffen. Hinzu kommen Details wie die Entkopplung der Festplatten und des Netzteils.

Der Preis von 149,99 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) geht für das Gebotene in Ordnung - und das Define R6 kann sich obendrein noch den Award „Top-Design“ für die hochwertige Verarbeitung, das edle Äußere und das durchdachte Design holen.

+ hochwertiges, schlichtes Design

+ viel Platz für Lüfter/Radiatoren

+ Unterteilung des Innenraums sorgt für saubere Optik

+ Entkopplung, Geräuschdämmung und Staubschutz

- Entriegelung des Deckels nicht einwandfrei

Das Fractal Design Define R6 erhält den PC-WELT-Award "Top Design".
Vergrößern Das Fractal Design Define R6 erhält den PC-WELT-Award "Top Design".

Hochwertiges, schlichtes Gehäuse - ohne RGB

Für unseren Test wurde uns die teurere „Tempered Glass“-Version zur Verfügung gestellt, bei der ein Seitenteil komplett aus gehärtetem Glas besteht. Ansonsten gibt es keine weiteren Unterschiede zur anderen Version. Neben dem klassischen Schwarz wird das Gehäuse auch noch in „Blackout“, Weiß und in „Gunmetal“ verfügbar sein.

Dem vorderen Anschussfeld fehlt USB Typ-C - mit Absicht, um den Preis möglichst niedrig zu halten.
Vergrößern Dem vorderen Anschussfeld fehlt USB Typ-C - mit Absicht, um den Preis möglichst niedrig zu halten.
© Friedrich Stiemer

Schon während des Auspackens stellen wir fest, dass das Define R6 einiges auf die Waage bringt – nämlich ganze 12,4 Kilogramm bei Abmessungen von 543 x 233 x 465 Millimeter (L x B x H). Das Design ist unverkennbar der Define-Serie zuzuordnen: Schlicht, aber edel. Und gleichzeitig stellen sich die Schweden einem Trend entgegen: Das R6 bietet keinerlei RGB-Beleuchtung Die Verarbeitung ist überaus hochwertig, da der Hersteller fast durchweg auf recht dickes Metall setzt. Die komplette Front ist mit einer gebürsteten Aluminiumplatte ausgestattet, das Frontteil an sich besteht aber beispielsweise aus Kunststoff.

Wer einen Radiator oder Lüfter in die Oberseite baut, der nimmt einfach die Metallplatte ab und setzt nur das gefächerte, staubgeschützte Teil ein.
Vergrößern Wer einen Radiator oder Lüfter in die Oberseite baut, der nimmt einfach die Metallplatte ab und setzt nur das gefächerte, staubgeschützte Teil ein.
© Friedrich Stiemer

Modularer Deckel

Die Abdeckung in der Oberseite sticht natürlich sofort ins Auge. Über einen Knopf an der Rückseite des Gehäuses wir sie nach oben gedrückt und kann dann komplett abgenommen werden. In den Händen halten Sie dann einen Deckel, der aus zwei Teilen besteht: Einmal aus einem schalldämmenden Metallteil und zum anderen eine gefächerte Plastikabdeckung mit Staubfilter. Sollen also Lüfter und/oder Radiatoren in der Oberseite zum Einsatz kommen, lassen Sie die Metallabdeckung weg und ermöglichen so die Belüftung. Ist das nicht der Fall, setzen sie obendrauf noch die Metallplatte und dämpfen so das Betriebsgeräusch des PCs. Bei unserem Modell hat die Entriegelung aber nicht richtig geklappt, und wir mussten mit einem flachen Schraubendreher den Deckel abheben.

Der Deckel besteht aus zwei Teilen.
Vergrößern Der Deckel besteht aus zwei Teilen.
© Friedrich Stiemer

Echtglas-Seitenwand und unterteilter Innenraum

Die Echtglas-Seitenwand ist wie ein reguläres Metall-Seitenteil mit zwei Rändelschrauben an der Rückseite des Gehäuses fixiert. Nach dem Lösen muss es zur Seite abgezogen werden, da die Seitenwand zusätzlich noch über zwei Plastikstifte eingeklipst ist. Genau wie die das andere Seitenteil aus Metall, das zusätzlich aber noch mit einer Dämmmatte ausgekleidet ist.

Das Fractal Design Define R6, beidseitig geöffnet.
Vergrößern Das Fractal Design Define R6, beidseitig geöffnet.
© Friedrich Stiemer

Das Innenleben des Fractal Design Define R6 ist in drei Bereiche unterteilt: Der komplette untere Teil ist mit einer Abdeckung ausgestattet, die das Netzteil und mindestens zwei Festplatten versteckt. Hinter der rechten Abdeckung befinden sich weitere Festplattenrahmen. Wer aber lange Grafikkarten und/oder Radiatoren in die Front schrauben möchte sowie Platz für Leitungen und Ausgleichsbehälter braucht, der kann diese Abdeckung abschrauben und in etwa auf die Höhe des Mainboard-Trays setzen – dafür gehen aber vier Festplattenrahmen für 3,5-Zoll-Laufwerke flöten. Insgesamt ermöglichen die Abdeckungen und vielen gut gesetzten und gummierten Durchführungen ein sauberes System.

Die Abdeckungen und die vertikal eingebaute Grafikkarte sorgen für ein augenfälliges, sauberes System.
Vergrößern Die Abdeckungen und die vertikal eingebaute Grafikkarte sorgen für ein augenfälliges, sauberes System.
© Friedrich Stiemer

Festplattenrahmen und Lüftersteuerung

Die Festplattenträger für die 3,5-Zoller bestehen ebenfalls aus Metall und entkoppeln die HDDs dank Gummipuffer sogar. Das System zum Einhängen der Rahmen ist sehr simpel, aber bleibt dank der Rändelschraube fest in Position. Darüber hinaus können die Träger flexibel eingehängt werden, um beispielsweise langen Grafikkarten Platz zu machen. Zusätzlich lassen sich hinter dem Mainboard-Tray noch zwei weitere 2,5-Zoll-Laufwerke montieren – alternativ können Sie die Trägerplatten auch auf die Netzteilabdeckung vorne anbringen.

Die Festplattenrahmen besitzen Gummipuffer, genau wie die Einbauposition fürs Netzteil.
Vergrößern Die Festplattenrahmen besitzen Gummipuffer, genau wie die Einbauposition fürs Netzteil.
© Friedrich Stiemer

Apropos Rückseite: Hier ist mehr als genug Platz fürs Kabelmanagement. Außerdem befindet sich dort eine kleine Lüftersteuerung namens „Nexus+“: Daran lassen sich sechs 3-Pin- und drei 4-Pin-Lüfter anschließen. Die Steuerung selbst wiederum lässt sich dann ans Mainboard anschließen, die dann die Regelung der Lüftergeschwindigkeiten vornehmen kann.

An die Lüftersteuerung lassen sich bis zu neun Lüfter anschließen.
Vergrößern An die Lüftersteuerung lassen sich bis zu neun Lüfter anschließen.
© Friedrich Stiemer

Viel Platz für Lüfter und Radiatoren

Ab Werk stattet Fractal Design das Define R6 mit insgesamt drei 140-Millimetern-Lüftern aus – zwei in der Vorderseite und einen im Heck. Natürlich handelt es sich hierbei um herstellereigene Modelle vom Typ Dynamic X2 GP-14. Für eine gute Belüftung ist also schon von Anfang an gesorgt. Ansonsten ist noch jede Menge Platz für weitere Lüfter und Radiatoren, unter anderem auch im Boden (siehe Tabelle weiter unten). Die Highlights: In die Oberseite passt sogar ein Radiator mit einer Größe von bis zu 420 Millimeter, in die Front zusätzlich einer mit 360 Millimeter. Hier steht also üppiges Kühlpotenzial zur Verfügung.

Ab Werk sind drei 140-Millimeter-Lüfter installiert.
Vergrößern Ab Werk sind drei 140-Millimeter-Lüfter installiert.
© Fractal Design

Um das Verstauben der Hardware im Inneren zu reduzieren setzt Fractal Design nicht nur auf die erwähnte Abdeckung in der Oberseite, sondern auch auf wechselbare Filter in der Front und unter dem Netzteil – somit sind alle luftzuführenden Öffnungen geschützt.

Unter anderem ist die komplette Unterseite des R6 mit einem wechselbaren Staubfilter ausgestattet.
Vergrößern Unter anderem ist die komplette Unterseite des R6 mit einem wechselbaren Staubfilter ausgestattet.
© Friedrich Stiemer

USB Typ-C und Riser-Kabel nur optional

Bei den Anschlüssen an der Front fehlt allerdings ein USB-Typ-C-Anschluss. Für uns eigentlich ein Grund zur Kritik, denn neue Gehäuse dürfen den zukünftigen Standard gerne jetzt schon unterstützen. Doch Fractal Design teilte uns mit, dass bewusst darauf verzichtet wurde, um den Preis des Gehäuses so niedrig wie möglich zu halten – denn in der Tat ist die Implementierung der Technik noch recht teuer. Zitat des Herstellers: „Nicht jeder benötigt USB C und warum sollte jemand, der es nicht benötigt, dafür bezahlen müssen?“. Doch so ganz ohne muss der Käufer dann doch nicht auskommen. Denn Fractal Design wird in naher Zukunft ein entsprechendes Front-Panel inklusive Typ-C-Anschluss verkaufen, Besitzer des R6 können das alte Anschlussfeld dann bei Bedarf nachträglich austauschen.

Das vordere Anschlussfeld inklusive USB Typ-C gibt es nur optional.
Vergrößern Das vordere Anschlussfeld inklusive USB Typ-C gibt es nur optional.
© Fractal Design

Ein weiteres, eigentlich optionales Teil, das uns mitgeliefert wurde, ist das Riser-Kabel, um Grafikkarten für eine bessere Optik vertikal einbauen zu können. Auch das ist qualitativ recht hochwertig, beispielsweise sind die Leitungen mit schwarzem Stoff ummantelt.

Das optional erhältliche, flexible Riser-Kabel für die vertikale Installation einer Grafikkarte.
Vergrößern Das optional erhältliche, flexible Riser-Kabel für die vertikale Installation einer Grafikkarte.
© Friedrich Stiemer

Wir hatten beim Einbau allerdings leichte Probleme: Nur mit viel Kraft konnten wir unsere Grafikkarten einsetzen, da der PCIe-Slot um einige wenige Millimeter zu nah an der Rückseite sitzt. Außerdem saß die Karte danach leicht schief und wir mussten die kleine Platte entfernen, da die Karte sonst nicht gepasst hätte. Das I/O-Panel mit USB Typ-C wird 29,99, das Riser-Kabel 39,99 Euro kosten.

Der vertikale Einbau der Grafikkarte erwies sich als etwas problematisch - und am Ende saß sie sogar etwas schief.
Vergrößern Der vertikale Einbau der Grafikkarte erwies sich als etwas problematisch - und am Ende saß sie sogar etwas schief.
© Friedrich Stiemer

Technische Daten

Fractal Design Define R6

Maße (L x B x H)

543 x 233 x 465 Millimeter

Gewicht

14,4 Kilogramm

Gehäusetyp

Tower

Mainboard-Kompatibilität

E-ATX, ATX, Micro-ATX, ITX

Anschlüsse Front

2 x USB 3.0, 2x USB 2.0, HD-Audio-Buchsen

Maximale Höhe CPU-Kühler

185 Millimeter

Maximale Länge Grafikkarte

440 Millimeter

Maximale Länge Netzteil

300 Millimeter

PCI-Steckplätze

7x + 2x

5.25-Zoll-Schächte

keine

3,5-Zoll-Schächte

6x

2,5-Zoll-Schächte

3x

Gehäuselüfter

Vorderseite: 2x Dynamic X2 GP-14 140 Millimeter

Rückseite: 1x Dynamic X2 GP-14 140 Millimeter

Optionale Zusatzlüfter

Vorderseite: 3x 120 oder 2x 140 Millimeter

Deckel: 3x 3x 120 oder 2x 140 Millimeter

Boden: 2x 120/140 Millimeter

Radiator-Kompatibilität

Vorderseite: 120/240/360 Millimeter

Deckel: 120/240/360 Millimeter oder 140/280/420 Millimeter (bei offenem Layout)

Rückseite: 120 Millimeter

Zusätzliche Funktionen

Lüfter-Hub / Schalldämmung / Hartglas-Seitenteil / wechselbare Staubfilter

Allgemeine Daten

Testkategorie

Komponenten

Hersteller

Fractal Design

Internetadresse

www.fractal-design.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

149,99 Euro

Alternative: Leise und schicke Glas-Wand - Be quiet Dark Base 700 im Praxis-Test

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2320069