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Forschungsministerin: „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“

22.11.2018 | 15:23 Uhr |

Die Bundes-Forschungsministerin Anja Karliczek hat einen Satz gesagt, der viele Bewohner des ländlichen Raumes verärgern könnte.

Bundes-Forschungsministerin Anja Karliczek sagte in Zusammenhang mit dem Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes: „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“, wie die Wirtschaftswoche schreibt. Karliczek meinte damit, dass man sich beim Aufbau eines 5G-Kommunikationsnetzes in ländlicheren Gegenden Zeit lassen könne. Ein flächendeckendes 4G sei laut Karliczek ebenfalls eine sehr gute Ausstattung. Wichtiger sei es dagegen „5G-Einheiten an zentralen Stellen aufzubauen.“

Karliczek sagte das offensichtlich vor dem Hintergrund, dass Gelder aus den Versteigerungen der 5G-Lizenzen auch für einen sogenannten Digitalfonds verwendet werden sollen, der unter anderem Start-ups unterstützen soll. Je mehr die Mobilfunkunternehmen also für die 5G-Lizenzen bezahlen, desto mehr Geld steht auch für diesen Fonds zur Verfügung. Die Bereitschaft, mehr für die 5G-Lizenzen zu bezahlen, dürfte aber mit der Aussicht steigen, dass nicht sofort das gesamte Bundesgebiet flächendeckend mit 5G erschlossen werden muss, sondern sich die Mobilfunkanbieter zunächst auf Schwerpunkte konzentrieren können.

Deutschland hat bei Abdeckung und Qualität des Mobilfunknetzes große Mängel. Das weiß jeder, der mit seinem Smartphone einmal die Ballungsräume verlässt und zum Beispiel im Bayerischen Wald unterwegs ist. Seit vielen Jahren vertrösten Deutsche Telekom, Vodafone (von Telefonica mit O2 ganz zu schweigen) und die Politik die Menschen, die fernab der Städte Mobilfunk nutzen müssen. Doch mit den Bedürfnissen von IoT, Telemedizin und autonomem Fahren wachsen die Anforderungen an das Mobilfunknetz noch einmal erheblich. Die Lösung dafür soll 5G sein. Die dafür erforderlichen Frequenzen will die Bundesnetzagentur im Frühjahr 2019 versteigern.

Die Bundesnetzagentur als Durchführer der Versteigerung ist immer noch dabei, die Vorgaben für die Bieter festzulegen. Die Bundesnetzagentur hat mittlerweile auch die Versorgung der Landstraßen, Wasserstraßen und Schienenwege mit 5G in den Anforderungskatalog mit aufgenommen.

Zuletzt hatte gerade die CSU gefordert, dass 5G auch auf dem flachen Land durchgehend verfügbar sein müsse. Eine durchgehende 5G-Mobilfunkversorgung wurde besonders entlang der Verkehrswege gefordert. Auf die Mobilfunkunternehmen, die die Lizenzen ersteigern, kämen dadurch Mehrkosten zu.

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