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Forscher entdecken Medikament für luzides Träumen

22.08.2018 | 15:01 Uhr | Denise Bergert

Ein Medikament gegen Alzheimer kann Menschen laut einer aktuellen Studie dabei helfen, bewusst zu träumen.

So genannte Klarträume, in denen sich der Träumende bewusst wird, dass er träumt und daraufhin die Kontrolle über seinen Traum übernehmen kann, sind selten. Wissenschaftler forschen bereits seit Jahrzehnten an Techniken, die diese Klarträume stimulieren sollen. Bestimmte Atemtechniken oder Schlafunterbrechungen funktionieren jedoch nicht bei jedem. Forscher der University of Wisconsin-Madison und vom Lucidity Institute auf Hawaii haben nun ein Medikament entdeckt, dass die Wahrscheinlichkeit für bewusstes Träumen erhöht.

Galantamin wird eigentlich zur Behandlung von Alzheimer, Muskelschwund und anderen Krankheiten des zentralen Nervensystems eingesetzt – als Nebeneffekt fördert Galantamin Klarträume. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei der Verabreichung eines Placebos nur bei 14 Prozent der Testpersonen Klarträume erreicht wurden. Mit vier Milligramm Galantamin stieg diese Zahl auf 27 Prozent. Mit der doppelten Dosis war es sogar 42 Prozent der Testteilnehmer möglich, einen Klartraum zu erleben.

Laut den Forschern könnte die Wirkung von Galantamin auf die cholinergen Rezeptoren während der REM-Schlafphase sowie die Wirkung auf das Erinnerungssystem zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für bewusstes Träumen führen. Den Wissenschaftlern zufolge könnte bewusstes Träumen eine neue Möglichkeit für Menschen sein, Ängste und Traumata zu verarbeiten. Nun muss jedoch noch erforscht werden, welche möglichen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Galantamin auftreten können, bevor das Medikament tatsächlich in der Psychotherapie eingesetzt werden kann. Die Wissenschaftler raten außerdem von Experimenten mit Galantamin ab.

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