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Format wird ungültig: Das Ende von MP3 - jetzt handeln

01.04.2018 | 08:40 Uhr |

Der Patentschutz des Formats MP3 ist bereits vor einem Jahr abgelaufen, bald werden auch alle Audiodateien ungültig. Das ist jetzt zu tun.

Schon vor gut einem Jahr, am 23. April 2017, hatte das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen (IIS) verkündet, keine neuen Lizenzen mehr für das beliebte Format MP3 auszugeben. Am 1. Juli 2018, also in drei Monaten, wird mit dem MPEG Audiolayer 3 - so der ausführliche und offizielle Name - endgültig Schluss sein. Dateien dieses Formats lassen sich dann nicht mehr abspielen.

Das trifft manche Musikliebhaber härter als andere. Wer Apple Music, Spotify, Tidal oder andere Dienste abonniert hat, ist fein raus, denn per Stream setzen die Anbieter auf weit effektivere Formate, die bei geringeren Datenmengen bessere Qualität bieten oder gar völlig unkomprimiert sind und daher für eine reichhaltige Hörerfahrung stehen.

Aber auch die eigene, private MP3-Sammlung ist zu retten, wenn man jetzt entsprechende Schritte unternimmt. Ein solcher wäre etwa der Abschluss eines Abos von Apple Music (10 Euro im Monat) oder zumindest von iTunes Match (25 Euro pro Jahr). Aktiviert man dann ihn iTunes die iCloud-Mediathek, tauscht Apple die MP3s gegen AAC-Dateien mit einer Sampling-Rate von 128 kBit/s um, sofern das Stück auch im umfangreichen Katalog von Apple Music enthalten ist. Illegal bezogene MP3 kann man auf diese Art und Weise aber nicht in legale Dateien umwandeln, das verbieten die Nutzungsbedingungen von iTunes – die Software sollte aber nicht in der Lage sein, die Legalität eines Tracks zu überprüfen. Nachteil: Die AACs sind mit einem digitalen Rechtemanagement versehen, nach Ende des Apple-Music-Abos spielen sie nicht mehr ab. Aber das Problem hatte man ja schon vorher und kann es auf diese Weise wenigstens um ein paar Monate oder Jahre verschieben.

Liegt das Stück nicht in der Cloud vor oder will man es auch ohne Abo ab dem 1. Juli hören, hilft ein Konverter wie der MP3Legalizer des ukrainisch-britischen Entwicklers LirpaOdin Ltd. weiter. Dieses Tool sollte ursprünglich dazu dienen, aus MP3s zweifelhafter Herkunft legale AAC-Dateien zu konvertieren. Nun scheint es die letzte Rettung für solche Musikhörer, die über Jahre hinweg gekaufte CDs völlig legal auf ihren Computer überspielten und dabei auf das Format MP3 setzten. Denn iTunes alleine kann das Format nachträglich nicht mehr ändern, was man bei den Importoptionen eingestellt hat, gilt nur für die danach gerippten CDs. Und wer will schon tausende Scheiben erneut durch den Computer jagen, zumal es seit Jahren keine neuen Macs mit optischem Laufwerk mehr zu kaufen gibt?

Kritik am durch das Fraunhofer IIS augelösten Ende des Formats MP3 übt der neue Verbraucherschutzbeauftragte der Bundesregierung Frank-Markus Seeschröder (CSU). Es gehe nicht an, dass ein digitales Format einfach so ein Verfallsdatum bekäme und die Anwender in Nöte stürze. Zumal MP3 nun eindeutig zu Deutschland gehöre, wie auch der Innenminister bestätigen könne.

Von dem Dilemma profitiere nur eine ausländische Firma, die bald völlig außerhalb der EU agiere, wenn in einem Jahr der Brexit vollzogen sei. LirpaOdin kann das nur Recht sein, die Kosten der Software sind auch überschaubar, heute kostet der MP3 Legalizer  14 Euro, ab 1. Juli 17 Euro, ab dem 1. September dann 19 Euro und so weiter.  Mehr zu LirpaOdin und dem MP3Legalizer finden Sie hier .

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