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Flyer mit Inkscape erstellen - so klappt's

22.10.2018 | 14:30 Uhr |

Onlinedruckereien machen es möglich: Wer heute ein professionelles Druckerzeugnis produzieren will, braucht nur eine Vorlage und die passende Software. Inkscape ist primär ein Illustrationsprogramm, gestaltet aber auch Broschüren und Werbemittel.

Inkscape gehört seit vielen Jahren in die Paketquellen einer jeden Distribution und ist daher mit gleichnamigem Paketnamen überall schnell installiert. Für den Schriftsatz in großem Stil, wie er bei einer Zeitschrift oder einem Buch anfällt, ist das Programm nicht das ideale Werkzeug. Aber bei der Gestaltung von Flyern, Aufklebern oder Briefpapiervorlagen bewährt es sich bestens.

Seiten anlegen: Am besten mit Vorlage

Figuren lassen sich durch Kombination von Objekten und deren Manipulation erreichen.
Vergrößern Figuren lassen sich durch Kombination von Objekten und deren Manipulation erreichen.

Am einfachsten und zugleich am schnellsten gestalten Sie eine Broschüre, wenn Sie eine Vorlage des Onlineanbieters verwenden, bei dem Sie final drucken wollen. Sofern Sie vorhaben, die Datei auf dem eigenen Drucker auszugeben, können Sie natürlich die Abmessungen einer Seite völlig frei gestalten. Nachdem Sie mit „Datei –› Neu“ ein Dokument angelegt haben, finden Sie über „Datei –› Dokumenteinstellungen“ im Register „Seite“ alle Optionen, um Größe und Ausrichtung des Papiers zu definieren.

In unserem Beispiel verwenden wir eine bei einem Anbieter erzeugte Vorlage, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Ein großer Vorteil besteht darin, dass in solchen Vorlagen bereits Informationen zum Beschnitt enthalten sind. Die Druckstücke werden üblicherweise auf größeren Papierbahnen nebeneinanderliegend gedruckt. Ein weiterer Fertigungsschritt schneidet dann die Endformate aus. Da die Messer selbst eine gewisse Breite haben, muss diese beim Anlegen der Seite berücksichtigt werden, damit später kein Inhalt abgeschnitten wird.

In diesem Beispiel wurde die Vorlage über „Datei –› Öffnen“ in Inkscape eingelesen. Da es sich um ein PDF handelt, blendet Inkscape eine Reihe zusätzlicher Optionen ein. Dabei reichen in der Regel die Standardeinstellungen.

Tipp: Es muss nicht immer Photoshop sein

RGB und CMYK: Damit es farbig wird

Inkscape nutzt beim Anlegen von Farben das RGB-Modell. Dabei werden die Farben aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammengemischt. Dieses Verfahren ist für den Monitor hervorragend geeignet, professionelle Drucker nutzen allerdings das CMYK-Modell. Farben entstehen durch Übereinanderdrucken von Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Black). RGB und CMYK sind nicht kompatibel. Damit die Farbe im Ausdruck so aussieht wie am Bildschirm gestaltet, benötigen Sie ein Farbprofil, am besten jenes, mit dem der Drucker arbeiten wird. Suchen Sie dazu im Support-Bereich der Onlinedruckerei, ob dort eine ICC- oder ICM-Datei zum Download angeboten wird. Diese entpacken Sie und kopieren Sie nach „/usr/share/color/icc/“. Dann können alle Linux-Programme darauf zugreifen. Über „Bearbeiten –› Einstellungen“ und „Farb-Management“ unter „Eingabe/ Ausgabe“ binden Sie das Profil später ein. Es kann aber auch für jede Datei separat über „Datei –› Dokumenteinstellungen“ ausgewählt werden.

Mit der Gestaltung beginnen

Filter bieten viele Manipulationsmöglichkeiten und Effekte.
Vergrößern Filter bieten viele Manipulationsmöglichkeiten und Effekte.

Ist die Seite eingerichtet, können Sie mit der Gestaltung der Broschüre beginnen. Naturgemäß kann dieser Artikel kein Handbuch zu Inkscape ersetzen. Mit Ausnahme einiger grafischer Grundformen müssen Sie eine Zeichnung in Inkscape vollständig aus Pfaden (Linien- und Kurvenzügen) anlegen. Dazu nutzen Sie die beiden Werkzeuge „Freihandlinien zeichnen“ beziehungsweise „Bézierkurven zeichnen“, die Sie mit F6 und Umschalt-F6 aktivieren. Die Pfade manipulieren Sie mit der Bearbeitung der Knoten (F2). Zu Beginn ist es am einfachsten, beim zentralen Motiv des Flyers auf Cliparts zurückzugreifen. Dazu laden Sie sich auf einem der vielen kostenlosen Portale im Internet ein Motiv Ihrer Wahl herunter und fügen es über „Datei –› Importieren“ auf die Zeichenfläche ein. Dabei ist das Einbetten die bessere Variante, wenn Sie die Datei zum Drucken weitergeben wollen. Im Menü „Datei“ finden Sie auch die Option „Clip Art importieren“. Hier wird die Open Clip Art Library genutzt. Geben Sie einfach einen Begriff ein, der das gewünschte Motiv beschreibt. Danach übernehmen Sie das Bild, das Ihnen gefällt.

Mit Objekten arbeiten: Manchmal müssen Sie etwas um die Ecke denken, um eine bestimmte Figur anzulegen. Um etwa eine Einfassung rund um den Hauptbereich zu gestalten, könnten Sie damit beginnen, zunächst ein Rechteck mit dem gleichnamigen Werkzeug anzulegen. Färben Sie dieses mit der gewünschten Farbe. Danach zeichnen Sie ein kleineres Rechteck, das an der unteren und einer der Seitenkanten mit der größeren Figur deckungsgleich ist. Nutzen Sie das Zeigewerkzeug und ziehen Sie einen Rahmen um beide Figuren auf, sodass beide aktiviert sind. Über „Pfad –› Differenz“ ziehen Sie jetzt die Objekte sozusagen voneinander ab. Mit „Bearbeiten –› Duplizieren“ legen Sie danach eine oder mehrere identische Exemplare der Figur an. Diese liegen unmittelbar übereinander. Mit dem Zeigewerkzeug platzieren Sie diese an die ungefähre Position.

Im Menü „Objekt“ finden Sie Funktionen, um Figuren zu drehen. Wenn Sie ungeübt mit Illustrationsprogrammen sind, greifen Sie am besten zu den vorbereiteten Grundformen. So gelingt das Anlegen eines Sterns deutlich schneller, als wenn Sie diesen mit der Hand anlegen wollten. Behalten Sie bei der Nutzung eines Werkzeugs stets den oberen Bildschirmrand im Blick. Dort werden zusätzliche Optionen sichtbar. Um Text anzulegen, wählen Sie das passende Werkzeug und klicken an der gewünschten Position mit der Maus.

Die Weitergabe eines PDFs an die Druckerei ist eine Form der Weiterverarbeitung.
Vergrößern Die Weitergabe eines PDFs an die Druckerei ist eine Form der Weiterverarbeitung.

Sie können sofort mit dem Schreiben beginnen. Inkscape arbeitet hier rahmenorientiert: Der Text wird in einem Container erstellt, den Sie dann mit der Maus an die gewünschte Position setzen. Dabei ist es auch möglich, den Text innerhalb einer Figur auszurichten. Dazu nutzen Sie das Kommando „Umbruch an Form anpassen“ aus dem Menü „Text“. Weitere Effekte finden Sie im Menü „Filter“, darunter beispielsweise die Konstruktion eines Schattens. Jeder Filter besitzt eigene Optionen, um die Optik genauer anzupassen. Über die integrierte Funktion „Vorschau“ können Sie gefahrlos mit dem Effekt experimentieren. Erst wenn Sie den Dialog bestätigen, wird der Filter angewendet.

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Und ab zur PDF-Ausgabe

Wenn der Flyer auf einem lokalen Drucker ausgegeben werden soll, genügt der Menüpunkt „Datei –› Drucken“ Etwas anderes ist die Ausgabe auf Profigeräten. Hier hängt das Vorgehen von der Druckerei und den dort eingesetzten Geräten ab. Meistverbreitet ist die Übergabe von PDF-Dateien. Dazu wählen Sie „Datei –› Kopie speichern“ und hier als Format „PDF“. Damit gelangen Sie zu den Exportdetails. Hier wählen Sie die mit der Druckerei vereinbarte PDF-Version sowie die gewünschte Auflösung. Wenn der Drucker keine Vorlage gestellt hat, werden Sie den Export vielleicht auf die Größe der Objekte beschränken müssen. Hier hilft nur Nachfragen. Wenn eine Farbseparation notwendig ist, könnten Sie sich eine Extension installieren . Ein anderer Weg besteht darin, eine Kopie Ihrer Datei als SVG zu exportieren, um diese dann mit dem DTP-Programm Scribus zu importieren. Dieses beherrscht die Farbseparation beim Ausdruck direkt.

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