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Flotter Arbeitsspeicher: Wie wichtig ist der RAM-Takt?

07.06.2019 | 14:31 Uhr | Sebastian Schenzinger

Der Arbeitsspeicher ist einer der wichtigsten Bestandteile eines PCs. Welche Rolle der Takt und die Latenzen spielen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Aktuelle CPUs von AMD und Intel unterstützen mittlerweile ab Werk Arbeitsspeicher mit recht flotten Taktraten, die sich auf bis zu 2933 MHz belaufen. Darüber hinaus sind auch höhere Taktfrequenzen nichts Ungewöhnliches mehr - in diesen Fällen erlaubt die Verwendung eines speziellen Profils die korrekte Ansteuerung des RAMs. Um diese Taktraten zu erhalten, müssen Sie im Bios jedoch eine Einstellung vornehmen.

Woher kommt der Wert für den maximal unterstützten RAM-Takt?

Die angegebenen Werte für den maximalen RAM-Takt unterscheiden sich bei den Prozessoranbietern und den Herstellern von Mainboards oft stark. Um den dauerhaften Einsatz eines Computers zu gewährleisten, gibt es von der JEDEC, einer Organisation zur Standardisierung von Halbleitern, Vorgaben für den Arbeitsspeicher. Diese betreffen zum Beispiel den Speichertakt oder die Versorgungsspannung. Um maximale Stabilität zu gewährleisten, richten sich die CPU-Entwickler danach.

CPU-Sockel

Prozessortyp

Unterstützter RAM-Takt

Intel 1151 v2

Core i5/i7-8000, Core i5/i7/i9-9000

2666 MHz

Intel 1151 v2

Core i3-8000, Core i3-9000, Celeron G, Pentium Gold

2400 MHz

Intel 1151

Core i3/i5/i7-7000, Pentium G, Pentium Gold

2400 MHz

Intel 1151

Core i3/i5/i7-6000, Pentium G, Celeron G

2133 MHz

Intel 2066

Core i5/i7/i9-7000, Core i7/i9-9000

2666 MHz

Intel 2066

Core i7-7000

2400 MHz

AMD AM4

Ryzen X 3000

3200 MHz

AMD AM4

Ryzen 3/5/7 2000

2933 MHz

AMD AM4

Ryzen 3/5/7 1000, Athlon

2666 MHz

AMD AM4

Athlon X, Ax-

2400 MHz

AMD TR4

Ryzen Threadripper 2000

2933 MHz

AMD TR4

Ryzen Threadripper 1000

2666 MHz

Bei vielen verfügbaren Mainboards ist der maximale RAM-Takt deutlich höher angegeben als oben genannte Werte. Der einfachste Weg, den Arbeitsspeicher höher zu takten, ist die Verwendung des sogenannten XMP (Extreme Memory Profile). Die Hersteller von Arbeitsspeicherriegeln und Mainboards legen hierin höhere maximale RAM-Taktraten fest. Das geht oftmals mit einer Erhöhung der Versorgungsspannung einher.  Auch wenn die Hersteller dafür ausführliche Test durchführen, erhalten Sie keine absolute Garantie bezüglich der Kompatibilität und der Stabilität. Das heißt, wenn Sie planen einen PC im 24/7-Einsatz zu verwenden, empfiehlt es sich nicht, ein solches Profil zu aktivieren.

RAM optimieren: So reizen Sie Ihren Arbeitsspeicher aus

Um den maximalen Datendurchsatz zu erhalten, beachten Sie, wie viele Memory Channels das verwendete Mainboard unterstützt. Diese Zahl gibt an, wie viele Arbeitsspeicherriegel der Prozessor beziehungsweise der Speichercontroller parallel ansprechen kann. Bei den meisten Mainboards kommt eine Dual-Channel-Architektur zum Einsatz. In diesem Fall erhalten Sie mit zwei RAM-Modulen einen deutlichen Leistungsschub im Gegensatz zu einem einzelnen Speicherriegel.

Wann ist das Verwenden von XMP von Vorteil?

Nur bei bestimmten Anwendungen bringt ein hoher RAM-Takt tatsächlich Vorteile. Dazu zählt beispielsweise das Verschlüsseln von Dateien oder das (De-)Komprimieren mit Packprogrammen. In PC-Spielen dagegen kommt es in erster Linie auf die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte an: Verrichtet ein Oberklassemodell im Rechner seine Dienste, werden Prozessor und Arbeitsspeicher kaum gefordert. Die Folge: Der hohe Arbeitstakt des RAMs kommt nicht zum Tragen. Wer allerdings auf hohe Auflösungen und hübsche Grafikeffekte pfeifen kann, dafür lieber mit über hundert Bilder pro Sekunde und einer Bildwiederholfrequenz von über 60 Hertz zocken möchte, bezieht auch die Rechenkraft von CPU und RAM mit ein. In diesem Fall kann ein taktstarker Arbeitsspeicher seine Stärke ausspielen.

PC schneller machen: Windows, Speicher und Festplatten aufräumen

Mit der Einführung der neuesten APUs von AMD sind Prozessoren mit integriertem Grafikchip spieletauglich geworden. Da die Grafikeinheit über keinen eigenen Speicher verfügt, wird auf den Arbeitsspeicher des Computers zurückgegriffen. Aus diesem Grund spielt die Geschwindigkeit des RAMs hier eine deutlich größere Rolle. Der beste Kompromiss aus Leistung und Stabilität ist jedoch, auf die von AMD maximal vorgegebene Geschwindigkeit von 2933 MHz zu setzen.

Ihr wollt einen Gaming-PC für unter 400 Euro bauen? Kein Problem: Michi hat Euch in Teil 1 gezeigt, mit welche Komponenten Ihr das hinkriegt. In Teil 2 geht's um die Einrichtung und die Performance. Wie weißt Ihr dem Grafikchip einen Teil des RAMs als Videospeicher zu, richtet die Hybrid-Festplatte ein und wie schlägt sich unser Gaming-Schnäppchen in Spielen. Michi zockt dafür eine Runde CS:GO, Assassin’s Creed Odyssey und natürlich auch Fortnite.

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Welche Auswirkungen haben niedrige Latenzen auf die Leistung?

Prinzipiell lässt sich sagen, dass höhere Taktraten einer geringeren Latenz vorzuziehen sind. Verfügt der Arbeitsspeicher bereits über den maximal einstellbaren Takt, kann eine niedrigere Latenz ein kleines Leistungsplus erzielen. Das ist allerdings nur relevant, wenn Sie das Maximum aus Ihrem PC herausholen wollen. Bei der Verwendung einer APU erzielen Arbeitsspeicher mit niedrigen Latenzen einen deutlich größeren Leistungsschub. In unserem Beispiel mit den 2993 MHz schnellen DDR4-Modulen empfiehlt sich also eine Latenz zwischen 14 und 16.

Takraten herausfinden und im Bios abändern

Informationen über den verbauten Arbeitsspeicher sind im Task-Manager zu finden.
Vergrößern Informationen über den verbauten Arbeitsspeicher sind im Task-Manager zu finden.

Das Herausfinden des anliegenden RAM-Taktes ist mit einer aktuellen Version von Windows 10 ganz einfach. Öffnen Sie hierzu den Task-Manager und wechseln Sie zum Reiter Leistung. Bei maximiertem Fenster und ausgewähltem Arbeitsspeicher lässt sich die Geschwindigkeit leicht ablesen. Ebenso erkennbar sind die Anzahl der verbauten RAM-Module und die Anzahl der verfügbaren Steckplätze. Daraus lässt sich folgern, ob der Arbeitsspeicher im Dual Channel arbeitet oder nicht.

Aktivierung des XMP am Beispiel des Mainboards ASRock B450M-HDV R4.0.
Vergrößern Aktivierung des XMP am Beispiel des Mainboards ASRock B450M-HDV R4.0.

Wollen Sie den RAM-Takt erhöhen, lässt sich dies schnell im Bios bewerkstelligen. Dazu müssen Sie nur das korrekte Speicherprofil aktivieren (siehe Bild oben). Starten Sie hierzu Ihren PC und drücken beim Hochfahren entweder die Taste "F2" oder "Entf", um in das Bios zu gelangen. Dort aktivieren Sie das XMP, welches unter den Overclocking Settings zu finden ist. Mitunter kann es sogar sein, dass Arbeitsspeicher mit mehreren Profilen ausgestattet ist - hier bleibt Ihnen dann natürlich die Wahl. Bestätigen Sie anschließend die vorgenommenen Änderungen, und starten Sie den PC neu. Im Task-Manager können Sie anschließend noch überprüfen, ob der eingestellte Takt anliegt.

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