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Flotter Arbeitsspeicher: Wie wichtig ist der RAM-Takt?

21.06.2017 | 09:47 Uhr |

Wenn der Arbeitsspeicher mit einem niedrigeren Takt als arbeitet, als der Hersteller verspricht, müssen Sie das Speicherprofil aktivieren.

Aktuelle CPUs von AMD und Intel unterstützen mittlerweile ab Werk Arbeitsspeicher mit recht flotten Taktraten, die sich auf bis zu 3000 MHz belaufen. Darüber hinaus sind auch höhere Taktfrequenzen nichts Ungewöhnliches mehr - in diesen Fällen erlaubt das Mainboard respektive der verbaute Chipsatz die korrekte Ansteuerung des RAMs. Jedoch ist die Ernüchterung nach dem Einbau von neuen Riegeln oft groß: Ein Blick auf die Taktfrequenz zeigt an, dass der Arbeitsspeicher weit unter den vom Hersteller angegebenen Taktfrequenzen arbeitet. Wie sie das beheben können und wie wichtig tatsächlich der Takt in der Praxis ist, klären wir in diesem Tipp.

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Nur bei bestimmten Anwendungen bringt ein hoher RAM-Takt tatsächlich Vorteile. Dazu zählt beispielsweise das Verschlüsseln von Dateien oder das Verkleinern mit Packprogrammen. In PC-Spielen dagegen kommt es in erster Linie auf die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte an: Verrichtet ein Oberklassemodell im Rechner seine Dienste, werden Prozessor und Arbeitsspeicher kaum gefordert. Die Folge: Der hohe Arbeitstakt des RAMs kommt nicht zum Tragen. Wer allerdings auf hohe Auflösungen und hübsche Grafikeffekte pfeifen kann, dafür lieber mit über hundert Bilder pro Sekunde und einer Bildwiederholfrequenz von über 60 Hertz zocken möchte, bezieht auch die Rechenkraft von CPU und RAM mit ein. In diesem Fall kann ein taktstarker Arbeitsspeicher seine Stärke ausspielen.

Der Reiter Memory des Tools CPU-Z zeigt den RAM-Takt an. Doch Vorsicht: der Takt halbiert sich im Dual-Channel-Modus.
Vergrößern Der Reiter Memory des Tools CPU-Z zeigt den RAM-Takt an. Doch Vorsicht: der Takt halbiert sich im Dual-Channel-Modus.

Doch nun zum eigentlichen Problem, dass neue RAM-Riegel mit geringerer Taktrate laufen, als eigentlich angegeben. Doch wie bemerken Sie das überhaupt? Hierfür benötigen Sie ein Hardware-Ausleseprogramm wie das beliebte CPU-Z , das Ihnen unter der Registerkarte „Memory“ und dort unter „DRAM Frequency“ die aktuelle Taktrate anzeigt. Hier könnten Sie sich bereits wundern, dass ein ziemlich niedriger Takt steht - doch hier sollten Sie zuerst nachrechnen. Denn wenn sich Ihr Arbeitsspeicher auf zwei oder mehrere Speichermodule verteilt, dann läuft der RAM im sogenannten Dual-Channel-Modus, der von mittlerweile jeden aktuellen CPU unterstützt wird - ob der Speicher tatsächlich in diesem Modus arbeitet, entnehmen Sie ebenfalls CPU-Z unter „Memory“ und der Angabe unter „Channel #“. Nehmen Sie die unter „DRAM Frequency“ angezeigte Taktrate und verdoppeln Sie den Wert, dann kommen Sie im Idealfall auf die vom Hersteller angegebene Taktrate. Ein Beispiel: 800 MHz x 2 = 1600 MHz, womit der Hersteller das Arbeitsspeicher-Kit mit 1600 MHz Arbeitstakt bewerben darf. Im Single-Channel-Modus würde der Arbeitsspeicher nur mit den angegebenen 800 MHz arbeiten. Und Sie ahnen es: Der nur selten anzutreffende Quad-Channel-Modus vervierfacht die dort angegebene Taktrate.

Kommen Sie aber trotz der eben erklärten Multiplikation nicht auf den versprochenen Takt, dann müssen Sie das korrekte Speicherprofil im Bios aktivieren. Sehr populär ist das von Intel etablierte Profil „X.M.P.“, das für „Extreme Memory Profile“ steht und nur im Zusammenspiel mit CPUs des Herstellers funktioniert. Doch auch AMD hält mit AMP (AMD Memory Profile Technology) ein entsprechendes Pendant bereit, das nur mit deren Prozessoren klappt. Darüber hinaus muss auch der Chipsatz des Mainboards die Techniken unterstützen. Das finden Sie entweder beim Chip- oder Hauptplatinen-Hersteller heraus.

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Starten Sie also den PC, drücken Sie beim Hochfahren dann die Tasten F oder Entf, um ins Bios zu gelangen, und aktivieren Sie „XMP“ oder „AMP“, um den vollen Arbeitstakt zu erhalten. Mitunter kann es sogar sein, dass Arbeitsspeicher mit mehreren Profilen ausgestattet sind - hier bleibt Ihnen dann natürlich die Wahl.

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