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Fitness-Tracker Strava zeigt Militär-Basis und Soldaten-Routen

29.01.2018 | 15:50 Uhr |

Der Fitness-Tracker Strava zeigt öffentlich, wo Militär-Stützpunkte stehen und welche Routen die Soldaten zurücklegen. Schuld ist die Privatsphäre-Einstellung der Soldaten, sagt Strava.

Welche Gefahren das Veröffentlichen von ortsbasierten Informationen im Internet birgt - zumal das automatisierte Veröffentlichen -wurde am Wochenende einmal mehr besonders klar. Der Twitter-Nutzer Nathan Ruser wies darauf hin, dass die Sport-App Strava 13 Trillionen GPS-Daten ihrer Nutzer auf einer Weltkarte visualisiere und unter anderem dafür sorge, dass US-Militärbasen gut erkennbar seien. Das liege daran, dass Soldaten von der Basis offenbar gerne um dieselbe joggten und ihre Route über die Fitness-App öffentlich teilten. Gerade in Kriegsregionen oder abgelegenen Gebieten gebe es aber keine oder fast keine Daten ziviler Jogger. Die Routen stächen also optisch besonders hervor und ließen sich schnell als militärisch genutztes Gebiet identifizieren. Und sie zeigten durch den Grad der Helligkeit, wie oft sich die Jogger auf den Strecken bewegten.

Angreifer erhalten also viele wertvolle Daten: Wo sind die Stützpunkte genau, wie häufig werden bestimmte Routen frequentiert, wo halten sich viele Menschen auf? Wenn die Soldaten die Tracker nach dem Sport nicht ausschalten, kommen weitere Informationen dazu: Wo halten sich die Soldaten innerhalb der Basis häufig auf? Wohin gehen oder fahren sie, wenn sie den Stützpunkt und die unmittelbare Umgebung verlassen?

Strava hat sich zu dem Vorfall bereits geäußert und auf seine Datenschutzempfehlungen hingewiesen. Die Weltkarte enthalte nur Aktivitäten, die von Usern als nicht privat gekennzeichnet worden seien. Mit anderen Worten: Es liegt im Ermessen der Nutzer, ihre Routen öffentlich einsehbar zu machen oder nicht.

Unser Tipp: Überprüfen Sie Ihre Fitness- und Social-Media-Apps. Deaktivieren Sie im Zweifel Features, die Ihre GPS-Daten nutzen. Auch auf Facebook sind schnell persönliche Daten verraten, die man nicht jeden wissen lassen will. Dabei ist das soziale Netzwerk in nur 3 Minuten so eingestellt, dass keine Datenpannen drohen

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