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Monitor-Ersatz: Fernseher am PC anschließen – das müssen Sie wissen

20.07.2020 | 10:02 Uhr | Sebastian Schenzinger

Sie arbeiten gerne im Home-Office oder sind Student und benötigen dringend einen zweiten beziehungsweise größeren Monitor? Wir zeigen, wie Sie Ihren Fernseher als Bildschirm-Ersatz nutzen können und welche Vor- beziehungsweise Nachteile das mit sich bringt.

Immer mehr Menschen arbeiten aus dem Home-Office. Zum effektiveren Arbeiten ist ein zweiter respektive ein größerer Monitor ungemein hilfreich. Aber nicht jeder Arbeitgeber ist bereit dazu, diese Ausstattungskosten zu übernehmen und gerade Studenten haben oftmals kein Geld dafür. Tatsächlich besitzen aber die meisten Menschen bereits so etwas wie einen Monitor-Ersatz, nämlich Ihren Fernseher. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihren TV ganz einfach mit dem Computer verbinden und als Monitor einrichten können.

Alternative:   So richten Sie ihr iPad als zweiten Monitor unter Windows und MacOS ein 

So schließen Sie Ihren Fernseher an den Computer an

Nahezu alle modernen TV-Geräte und PCs verfügen heutzutage über einen HDMI Eingang respektive Ausgang. Dementsprechend benötigen Sie für die Verbindung der beiden Geräte nur ein HDMI-Kabel. Sollte Ihre Grafikkarte keinen HDMI-Anschluss haben oder alle bereits belegt sein, kann ein entsprechender Adapter für Abhilfe sorgen.

1. Verbinden Sie Ihren Computer per HDMI-Kabel mit Ihrem Fernseher.

2. Schalten Sie Ihren Fernseher ein und das Eingangssignal des TVs per Fernbedienung auf HDMI um. Bei Fernsehern mit mehreren HDMI-Eingängen müssen Sie das entsprechende Eingangssignal wählen.

3. Starten Sie nun Ihren Computer. Wählen Sie nach einem Rechtsklick auf den Desktop den Punkt "Anzeigeneinstellungen" aus. In dem sich öffnenden Fenster erhalten Sie einen Überblick über alle am Computer angeschlossenen Anzeigen. Wählen Sie dort aus, ob Sie das Bild Ihres PCs auf den Fernseher duplizieren wollen oder ob Sie Ihren Bildschirm erweitern wollen.

In jeden Computermonitor ist ein Chip eingebaut, auf welchem nicht nur der Produktname, sondern auch die unterstützte Auflösung und Bildwiederholfrequenz gespeichert ist. Sobald Sie also einen Monitor mit Ihrem PC verbinden, kommuniziert das Display diese Daten an den PC, sodass das Betriebssystem automatisch die idealen Einstellungen vornehmen kann. Bei einem Fernseher ist das leider nicht immer der Fall. 

Das kann dazu führen, dass die Auflösungsskalierung nicht korrekt funktioniert. Das äußert sich darin, dass das Bild auf Ihrem Fernseher entweder nicht vollständig zu sehen ist oder sich ein schwarzer Rand um das Bild herum befindet. In beiden Fällen müssen Sie die Auflösungsskalierung im entsprechenden Grafikkartentreiber von AMD, Intel oder Nvidia anpassen.

Vorteile des Fernsehers als Monitor-Ersatz

Der offensichtlichste Vorteil eines Fernsehers ist die verglichen mit einem Monitor größere Anzeigefläche. So können Sie nicht nur Filme im Großformat genießen, sondern auch Ihre PC-Games auf einer größeren Fläche spielen. Auch bei großen Excel-Tabellen oder umfangreichen Dokumenten kann die große Darstellung den Überblick vereinfachen.  

Lohnenswert ist die Nutzung des TVs vor allem dann, wenn es sich um ein 4K-Modell handelt, besonders wenn es den Hochkontrast HDR (High Dynamic Range) unterstützt - 4K-Fernseher sind zudem meistens auch deutlich günstiger als ein 4K-Monitor. Durch die High Dynamic Range gibt der Fernseher Inhalte noch farbintensiver wieder. Zum vollen Genuss kommen Sie allerdings nur, wenn Sie einen entsprechend leistungsfähigen High-End-PC haben. Wichtig ist vor allem eine Grafikkarte der Oberklasse, die 4K-Inhalte - gerade Spiele - auch in voller Auflösung darstellen kann.

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Nachteile des Fernsehers als Monitor-Ersatz

Die größere Bildfläche ist zugleich aber auch ein Nachteil. Sie müssen sich nämlich deutlich weiter wegsetzen, um alle Inhalte des Bildschirms wahrnehmen zu können. Das kann gerade bei kleineren Schriften schnell dazu führen, dass diese nur noch schwer lesbar sind. Zudem verfügen nahezu alle aktuellen Fernsehgeräte über Bildverbesserungstools, um die Wiedergabe von Filmen oder TV-Inhalten zu verbessern. Bei Bewegtbildern wie Spielen oder Filmen stellen diese keine Problem dar, aber bei Standbildern wie einer Office-Datei oder dem Internet-Browser kann es zu unscharfen Textkanten oder Bildschirmflimmern kommen. Das ermüdet nicht nur die Augen deutlich schneller, sondern kann bei langer Benutzung zu Kopfschmerzen führen.

Auch beim Gaming hat der Fernseher im Vergleich zu einem Gaming-Monitor ein paar Nachteile. Um ein flüssiges Spielerlebnis zu erhalten, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr TV-Gerät eine native Bildwiederholrate von mindestens 100 Hertz hat. Zudem ist bei Fernsehern die Reaktionszeit deutlich langsamer als bei Monitoren. Diese beschreibt, wie lange der Monitor benötigt, um die Farbe eines Pixels von weiß in schwarz oder umgekehrt zu ändern. Das kann bei schnellen Szenenwechseln in Spielen zu Schlieren führen. Noch wichtiger für flüssige Bildwechsel ist das Input-Lag des Fernsehers. Damit ist die zeitliche Verzögerung der Übertragung auf den Bildschirm und der Aktion im Spiel gemeint. Abhilfe schafft der Spielemodus, den aktuelle TV-Geräte fast schon standardmäßig mitbringen. Er verstärkt die Farben und die Kontraste und überträgt die Input-Signale flotter.

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