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FAQ: 9 häufige Fragen zu CPUs geklärt

17.08.2019 | 09:09 Uhr |

Bei Prozessoren versuchen die Hersteller scheinbar alles, um die Nutzer zu verwirren: Komplizierte Modellnamen, rätselhafte Fachbegriffe, unklare Upgrade-Möglichkeiten. Wir schlagen für Sie eine Schneise durch den CPU-Dschungel.

Lässt sich die Leistung einer CPU auf einen Blick erkennen?

Intel und AMD teilen ihr Angebot in Produktreihen ein, die sich wiederum in verschiedene Modellserien auffächern und sich in Preis und Leistung unterscheiden: Bei Intel sind das die Core-Familie für PC und Notebook sowie die Pentium-Reihe für günstigere Rechner, Einsteiger-Geräte sind mit einem Celeron bestückt, während die Atom-Prozessoren sich in Mini-PCs und Tablets finden. Die aktuelle CPU-Familie von AMD trägt den Namen Ryzen , die ältere A-Serie findet sich in günstigeren Rechnern. Innerhalb dieser Modellfamilien sollen zusätzliche Ziffern oder Bezeichnungen die Leistungsfähigkeit unterscheidbar machen: Bei Intel geht es dabei von Core i9 , Core i7 , Core i5 bis hin zum Core i3 als schwächstes Mitglied der Core-Reihe. Bei AMD sitzt der Ryzen Threadripper an der Leistungsspitze, dahinter folgen Ryzen 7, Ryzen 5 und Ryzen 3. Produktnummern unterscheiden dann noch detaillierter die einzelnen CPUs der Modellreihen: Der Core i7-8600U etwa ist minimal schneller als der Core i7-8550U . Alle Informationen zu den jeweiligen CPUs bekommen Sie bei Intel auf der Webseite , bzw. bei AMD . Auf diesen Seiten lassen sich auch unterschiedliche Prozessoren vergleichen.

Was bestimmt die Rechenleistung einer CPU?

Wie schnell ein Prozessor arbeitet, hängt vor allem von der Anzahl der Kerne, der maximalen Taktrate sowie die Größe der Caches ab. Außerdem unterstützen einzelne Modelle zusätzliche Programmbefehle wie etwa SSE 4.2 oder AVX: Davon profitieren Sie, wenn Sie Software nutzen, die diese Befehle einsetzt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Thermal Design Power oder maximale Leistungsaufnahme: Sie bestimmt, wie leistungsfähig das Kühlsystem des PCs sein muss, damit die CPU problemlos arbeiten kann.

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Was ist besser: Mehr Kerne oder höhere Taktrate?

Das hängt vor allem davon ab, wofür Sie den Prozessor einsetzen: Nutzen Sie überwiegend Programme, die mehrere Kerne optimal ausnutzen können, sollten Sie der CPU mit mehr Kernen den Zuschlag geben. Achten Sie dabei nicht auf die Zahl der tatsächlichen Kerne, sondern auf die Anzahl der Threads, die ein Prozessor verarbeiten kann: Die ist bei Intel-Prozessoren mit Hyper-Threading (HT) beziehungsweise AMD-CPUs mit Simultaneous Multi Threading (SMT) doppelt so hoch wie die Anzahl der Kerne. Vor allem Software für Rendering, zur Videobearbeitung und Komprimierung profitiert von vielen Kernen – je mehr, desto besser. Den meisten Programmen allerdings, selbst Spielen, reicht eine CPU, die maximal vier Threads verarbeiten kann. Mehrere Kerne bringen auch Vorteile, wenn Sie mehrere Programme gleichzeitig nutzen: Aber auch hier ist meist eine Dualcore- CPU mit HT oder SMT ausreichend. Software, die nur einen Kern nutzt, gewinnt dagegen durch eine höhere Taktrate – vorausgesetzt, sie wird ausreichend gekühlt. Denn nur dann kann sie den maximal möglichen Takt erreichen.

Bei einer CPU sind zwei Taktfrequenzen angegeben. Warum?

Zum einen versehen die Hersteller jeden Prozessor mit einem maximalen Standardtakt: Er gibt an, wie hoch der Prozessor im normalen Betrieb takten kann. Je nach eingestelltem Windows-Energieschema läuft er ständig mit diesem Takt – oder nur, wenn Programme schnell abgearbeitet werden müssen. Außerdem können viele CPUs selbstständig für kurze Zeit über diesen Standardtakt hinausgehen – bei Intel heißt das Turbo-Boost, bei AMD Turbo-Core. Der Prozessor läuft dabei so lange mit der Turbofrequenz, wie er bestimmte Grenzwerte bei Leistungsaufnahme und Temperatur nicht überschreitet. Die in Datenblättern von PCs oder Notebooks angegebene maximale Turbofrequenz erreicht aber meist nur ein CPU-Kern.

Wie wichtig ist der Prozessor eigentlich für das Tempo des PCs?

In den technischen Angaben zu PCs steht der Prozessor immer an erster Stelle. Ob er auch die wichtigste Komponente im Praxiseinsatz ist, hängt von der Software ab, die Sie einsetzen: Bei Spielen ist eine starke Grafikkarte wichtiger, bei Office und für den schnellen Start von Windows und Programmen zählt eine SSD mehr. Andererseits dürfen Sie die CPU-Leistung auch nicht unterschätzen – selbst Websurfen geht mit einem starken Prozessor besser. Für die meisten Anwendungen ist aber ein ausgewogenes System wichtiger als reine CPU-Kraft: Das Leistungsniveau des Prozessors muss zum Arbeitsspeicher, zu SSD/Festplatte und GPU passen, damit nicht eine Komponente durch andere ausgebremst wird. Eindeutig schneller mit einer leistungsfähigen CPU laufen Programme für Rendering, zur Formatumwandlung bei Musik, Video, Foto und zum Komprimieren ab. Aber auch Bearbeiten und Berechnen umfangreicher Excel-Tabellen beschleunigt sich mit einem stärkeren Prozessor.

Siehe auch: CPU übertakten für mehr Leistung

Was bedeuten CPU-Codenamen wie Kaby Lake, Skylake oder Zen?

Diese internen Bezeichnungen umfassen bei AMD und Intel eine Prozessorfamilie, deren Modelle den grundsätzlichen internen Aufbau teilen und in der gleichen Technik gefertigt werden. Günstigere CPUs aus einer Familie haben weniger Kerne, arbeiten mit einer geringeren Taktrate oder ihnen fehlen spezielle Funktionen wie etwa Turbo-Boost, während die Top-Varianten voll ausgebaut sind.

Wie wichtig ist es, die neueste CPU-Generation im PC zu haben?

Im Jahresrhythmus bringen AMD und Intel neue CPU-Familien auf den Markt: Meist sind sie etwas schneller, effizienter und sparsamer als die Vorgänger, weil sie eine neue Micro-Architektur besitzen, neue Befehle unterstützen oder in einem optimierten Verfahren gefertigt werden. Der Wechsel zur neuen Generation lohnt sich, wenn Sie tatsächlich für bestimmte Programme mehr Rechenleistung benötigen – die neuen Modelle sind rund 15 bis 20 Prozent schneller als die Vorgänger – oder wenn die CPUs neue Funktionen mitbringen – etwa hardwarebeschleunigtes Encoding und Decoding von 4K-Videos. Üblicherweise empfiehlt sich ein Wechsel alle drei bis vier Jahre, weil Sie dann die Fortschritte bei Rechenleistung und Sparsamkeit auch im PC-Alltag bemerken.

Die beiden großen CPU-Hersteller bieten eine riesige Produktpalette.
Vergrößern Die beiden großen CPU-Hersteller bieten eine riesige Produktpalette.

Wie leicht lässt sich eine CPU durch eine schnellere ersetzen?

Wollen Sie die CPU in einem Desktop-PC tauschen, müssen Sie darauf achten, ob die Platine den passenden Sockel für den neuen Prozessor hat und ob ein Bios-Update dafür verfügbar ist. Welche CPUs sich auf einer Platine oder in einem Komplettsystem einsetzen lassen, sollte Ihnen der Hersteller sagen können. Ist das System älter als drei Jahre, müssen Sie für einen neuen Prozessor meist auch in eine neue Hauptplatine investieren, weil sich die Sockelfassung für die aktuelle CPU geändert hat: So nutzen die Intel-Desktop-CPUs der siebten und sechsten Generation den Sockel LGA1151, die fünfte Generation Broadwell von 2015 kommt in den Sockel LGA1150. Bei Notebooks lässt sich der Prozessor nicht austauschen: Die Mobil-CPUs nutzen das BGA-Format und sind fest auf die Platine gelötet.

Sind aktuelle CPUs sicher vor Spectre- und Meltdown-Attacken?

Spectre und Meltdown , die Anfang 2018 entdeckten Angriffsmöglichkeiten auf CPUs von AMD und Intel, nutzen grundlegende Beschleunigungsfunktionen der Prozessoren aus. Daher sind fast alle derzeit verfügbaren CPUs potenziell betroffen.

Modelle mit verändertem Design, die ab Werk nicht mehr anfällig für Spectre und Meltdown sind, will Intel erst Ende 2018 auf den Markt bringen. Deshalb sollten Sie unbedingt alle aktuellen Windows-Updates einspielen, um Ihr System gegen Variante 1 von Spectre und gegen Meltdown zu schützen – für Angriffe des Letzteren sind nur Intel-CPUs anfällig. Zum Schutz vor Spectre Variante 2 helfen bei einem Intel-System die Updates vom Mai 2018 für Windows 10 1803. Sie aktualisieren die meisten Intel-Prozessoren seit der zweiten Core-Generation von 2011. Für AMD-CPUs benötigen Sie ebenfalls die aktuellen Windows-Patches sowie ein Bios-Update des PC- oder Platinen-Herstellers.

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